Baustart im Contiloch: Rathaus will Bahnhofstraße aufwerten

Ab diesem Jahr entstehen im Zentrum das neue Technische Rathaus und ein Regenüberlaufbecken. Beides wird Auswirkungen auch für Autofahrer haben.

Ein Baumspalier an der Bahnhofstraße. Diese Vision von Stadtplanern soll mit dem Neubau des Technischen Rathauses bis Ende 2017 zumindest auf dem Abschnitt zwischen Augustusburger und Waisenstraße Wirklichkeit werden. Dem Vorhaben hat der Stadtrat bereits grundsätzlich zugestimmt. Im diesjährigen Haushaltplan sollen insgesamt 130.000 Euro für Planungen und Grundstückskauf bereitgestellt werden. Die Gesamtkosten des Vorhabens, das von Juli bis Dezember 2017 umgesetzt werden soll, schätzt das Tiefbauamt auf 400.000 Euro.

"Als erster Abschnitt einer möglichen durchgängig boulevardartigen Gestaltung der Bahnhofstraße zur gestalterischen Aufwertung des Zentrumsrings" soll an der Bahnhofstraße vor dem künftigen Technischen Rathaus ein breiter Gehweg mit einer doppelten Baumreihe darauf angelegt werden, heißt es in der Begründung des Stadtratsbeschlusses. Außerdem sollen in landwärtiger Richtung eine barrierefreie Bushaltestelle und an der Kreuzung Waisenstraße ein zusätzlicher Fußgängerübergang angelegt werden. Die Fahrbahnen der Bahnhofstraße sollen in diesem Bereich lediglich landwärts erneuert werden. Über die künftige Anzahl der Fahrspuren gibt es bisher keine Aussagen. Die Bahnhofstraße soll auch weiterhin nur an Ampeln sicher zu überqueren sein, erklärte Stadtplanungsamtsleiter Börries Butenop zuletzt.

Mit Gesamtkosten von sogar 5,4 Millionen Euro rechnet das Tiefbauamt bei einem weiteren Straßenbauvorhaben im Zentrum. Denn im Zusammenhang mit dem Bau eines riesigen Regenüberlaufbeckens auf dem Stumpf der Brückenstraße zwischen Mühlen-/Theaterstraße und Chemnitz-Fluss soll auch der Knotenpunkt Brücken-/Mühlen-/Theater-/Hartmannstraße neu gestaltet werden. Auch diesem Projekt, für das in diesem Jahr 150.000 Euro für Planungen ausgegeben werden sollen, hat der Stadtrat bereits grundsätzlich zugestimmt.

Wann weitere Gelder fließen und die Bauarbeiten stattfinden sollen, ist noch nicht festgelegt. Die Entscheidungen dürften aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. Denn der städtische Entsorgungsbetrieb ESC will das Regenüberlaufbecken voraussichtlich ab Ende 2016 innerhalb von zwei Jahren errichten lassen. Ende 2015 war zwar bekannt geworden, dass sich die Planungen dafür verzögern; trotzdem steht der Baubeginn wohl 2016/17 bevor. Das böte "die einmalige Chance und Notwendigkeit einer Aufwertung und Gestaltung des gesamten Straßenraumes im Umfeld", begründet das Tiefbauamt das Vorhaben.

Grundlage für die Umbaupläne sollen unter anderem die Vorschläge aus dem im Mai 2015 abgeschlossenen Gutachterverfahren zur weiteren Entwicklung der Innenstadt sein. Im Siegerentwurf heißt es für die westliche Brückenstraße unter anderem: Über dem zukünftigen Regenüberlaufbecken entstehe eine Parklandschaft mit büschelartig gesetzten Baumgruppen, die "vor der Kreuzung zur Mühlenstraße mit einem neuen Wohn- und Gewerbebau mit Tiefgarage eine akzentuierende bauliche Verengung" erhalte.

Zum Bereich am Marx-Monument wird erklärt, die Brückenstraße solle "trotz weiterhin vorhandener Verkehrslast durch breite ,Trittlinien' auf der ganzen Länge gut querbar gemacht" werden. Eine Grafik dazu zeigt breite Fußgänger-Streifen, auf denen Bäume wachsen, zwischen den Einzel-Fahrspuren. Der Entwurf sieht eine Fahrspur in jeder Richtung mit zusätzlichen Abbiegespuren vor den Kreuzungen vor. Eingeordnet werden soll zudem eine neue Straßenbahntrasse von der Straße der Nationen zur Theaterstraße. Vorbild für die Gestaltung des künftigen Zentrumsrings sei die Straße der Nationen zwischen Brückenstraße und Theaterplatz, sagt Butenop.

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6Kommentare
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    Suedbahnhof
    05.01.2016

    Boulevard, ja klar, ich glaube, das haben alle einfach als schmückendes Stilelement überlesen... es ist so weit von der Realität entfernt, wie ein Maison de France 8-)

    Das wäre schräg hoch zwischen Eins und dem Hochhaus denkbar, war früher recht belebt und beliebt, es gab um Weihnachten rum immer so eine Art Jahrmarkt dort und viele Fußgänger. Das ist ja heute anders, eher tot die Ecke.

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    dwt
    05.01.2016

    Der größte Witz ist eine Art. Boulevard. entstehen zu lassen..
    Da fehlt es nämlich am wichtigsten, und das sind kleine Cafes etc.
    Das Regenüberlaufbecken....ob das Planmäßig gebaut wird?
    Es gibt hier Probleme mit dem Untergrund und verteuert somit das Bauvorhaben.

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    hkremss
    05.01.2016

    Ich glaube der Stefan Heym Platz vorm Schocken/SMAC hatte vorher gar keinen Namen. Der Düsseldorfer Platz ist jedenfalls (heute) wo ganz anders. Die Namen werden vom Stadtrat beschlossen, welcher die Mehrheit der wählenden Bürger in Chemnitz repräsentiert. Zeiten ändern sich, Straßen- und Platznamen ändern sich. Karl Marx wurde Namenspatron unserer Stadt, ohne dass die Bürger der Stadt gefragt worden wären. Es wurde in dem Zusammenhang ein entsprechendes Denkmal aufgestellt und eine bestehende Straße umbenannt. Nun hat man das eben in einem demokratischen Verfahren wieder geändert und das ist gut so. Von mir aus kann auch das Denkmal wieder weg. Oder eben für Nostalgiker an einen anderen schönen Ort umziehen. ;-)

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    Suedbahnhof
    05.01.2016

    nicht schlecht gekontert 8-)

    Zum Thema Umbenennung, auch weil es räumlich dazu paßt, hieß der Platz/Kreuzung vorm SMAC nicht mal 'Düsseldorfer Platz'? Wer ändert so etwas und wie ist es legitimiert?

    Häßliche Betonbauten bekommen sie seit der Wende gratis, das hat früher wenigstens einigermaßen zusammengepasst. Zum Glück kann man das Regenwasserbecken nicht sehen, selbst soetwas könnte ein Ideenwettbewerb noch ruinieren.

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    hkremss
    05.01.2016

    Ich bin dafür, das Karl-Marx-Monument an den Südbahnhof zu versetzen, selbigen abzureißen, gegen einen hässlichen Betonneubau im Stil der späten 60er zu ersetzen und in Karl-Marx-Bahnhof umzubenennen. :-)

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    1
    Suedbahnhof
    05.01.2016

    Das eigentlich naheligenste auf der Bahnhofstrasse hat man vergessen: Strassenbahngleise. - und bitte, nehmt diesen unsäglichen Radweg stadtwaerts wieder von der Fahrbahn! Für etwa 10 Radfahrer (an guten Tagen) stehen tausende Autos dort sinnlos im Stau. Der Radweg könnte völlig unschädlich am Waffen-Moritz geführt werden.

    Über die büschelartigen Baumgruppen bin ich noch nicht hinweg, aber eine Anregung hätte ich: Nennt die Strasse wieder "Karl-Marx-Allee"! Es gibt dort keine Brücken, aber dieses Monument...

    Und vielleicht sind auch ein paar Euros für die Ampel drin, dass man vom Stadtbad aus wieder am Mercure links abbiegen kann. Der Verkehr in Chemnitz ist nicht zuletzt durch solche Fehlentscheidungen und zwanghaft/ideologiegetriebene Verkehrslenkung 'für den Radfahrer' so zäh und stockend geworden.



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