Baustelle macht Demos am Marx-Monument unmöglich

Überraschend hat die Stadt damit begonnen, den Fußweg in Ordnung zu bringen. Rechte Gruppen mobilisieren trotzdem - auch für diesen Freitag.

Dass im Stadtgebiet mitunter überraschend und ohne jede Ankündigung Baustellen auftauchen, daran haben sich die meisten Chemnitzer längst gewöhnt. Die neue Baustelle vorm Marx-Monument an der Brückenstraße aber hat es in besonderer Hinsicht in sich. Weniger wegen der in diesen Wochen ohnehin nicht sonderlich zahlreichen Chemnitz-Touristen, für die ein Foto-Termin mit Marx für gewöhnlich zum Pflicht-Programm gehört. Sondern, weil die Anlage seit Wochen jeden Freitagabend Schauplatz für Kundgebungen der rechten Vereinigung Pro Chemnitz ist.

Auch für Freitag dieser Woche, den 9. November, war dort eine solche Kundgebung geplant. Motto: "Wir alle sind die Wende"; eine Anspielung offenbar auf die friedliche Revolution 1989. Weil sich an diesem Tag auch die antisemitischen Pogrome von 1938 zum 80. Mal jähren, finden in der Stadt zugleich eine Reihe von Gedenkveranstaltungen statt. Zudem hatten Gegner von Pro Chemnitz dazu aufgerufen, sich bereits am Freitagnachmittag am Marx-Monument zu versammeln - zu einer Kundgebung "Nie wieder!"

Doch das Areal rund um das Wahrzeichen steht wegen der Bauarbeiten nun nicht mehr zur Verfügung - und zwar voraussichtlich bis 23.November. "Aufgrund der zunehmenden Belastungen des Belags in den vergangenen Monaten kann die Verkehrssicherheit in diesem öffentlichen Bereich nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet werden", heißt es zur Begründung aus dem Rathaus. Da ein "Flicken" einzelner Schadstellen nicht mehr ausreiche, solle nunmehr der komplette Gehweg wieder in Schuss gebracht werden. "Ein Verzicht auf die Baumaßnahme hätte eine dauerhafte Sperrung zwingend erforderlich gemacht", sagte ein Sprecher.

Pro Chemnitz-Chef Martin Kohlmann hält das Ganze für ein "freches" Manöver der Stadt. Sogar von einer "Fake-Baustelle" ist die Rede. Erst am Dienstag sei er von der Versammlungsbehörde über die neue Situation offiziell in Kenntnis gesetzt worden, sagte er. Zuvor allerdings hätten sich bereits zahlreiche Anhänger bei ihm gemeldet.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig äußerte sich am Dienstag vor Medienvertretern zu dem Vorgang - kurz und knapp. "Nicht immer kann man derartige Arbeiten im November erledigen, aber dieses Jahr geht das - und da machen wir das auch", sagte sie.

Pro Chemnitz geht derweil davon aus, dass die allwöchentliche Kundgebung, an der zuletzt nach übereinstimmenden Schätzungen von Beobachtern jeweils weniger als 1000 Menschen teilnahmen, dennoch stattfinden wird. "Wir werden uns einen Platz in der Nähe suchen", kündigte Kohlmann an. Im Internet werden die Organisatoren deutlicher: "Der 9. November wird ein Kampftag, das ist allen klar", heißt es in einem am Dienstagnachmittag veröffentlichten Eintrag bei Facebook.

Unterstützung erhält Pro Chemnitz offenbar von anderen rechtsradikalen Gruppen. Wie es heißt, hat eine aus dem Chemnitzer Pegida-Ableger hervorgegangene Gruppierung für Freitagnachmittag an der Brückenstraße eine Kundgebung geplant - an jener Stelle, an der am Stadtfestwochenende ein 35-jähriger Chemnitzer erstochen worden war. Vertreter dieser Gruppe hatten in den zurückliegenden Jahren unter anderem die asylfeindlichen Proteste in Einsiedel mitorganisiert. Diesmal rufen sie dazu auf, "linke Provokationen" zu verhindern.

Mit Rücksicht auf den Jahrestag der Pogrome am 9. November 1938 auf eine Kundgebung zu verzichten, war Kohlmann zufolge für Pro Chemnitz keine Option.

Update Mittwoch, 9.30 Uhr:

Ungeachtet der Behinderungen durch die Bauarbeiten will das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" an seiner für Freitagnachmittag geplanten Kundgebung "Solidarität statt Rassismus" festhalten. Sie war ursprünglich am Marx-Monument geplant und soll nun ab 15 Uhr nebenan an der Kreuzung Brückenstraße/Straße der Nationen stattfinden. Das sei bei einem Gespräch mit den Behörden am Dienstagabend vereinbart worden, sagte eine Sprecherin der Organisatoren am Mittwochmorgen. Dem Aufruf "Schluss mit menschenfeindlicher Hetze! Schluss mit Gewalt gegen Menschen und deren Eigentum" zu der Kundgebung hätten sich bislang fast 80 Organisationen, Vereinigungen und Initiativen angeschlossen, darunter die Jüdische Gemeinde Chemnitz, der Islamische kulturelle Verein Chemnitz, Amnesty International, die Bürgerinitiative Chemnitzer City, der Stadtsportbund und die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag. Auch Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sowie Chemnitzer Politiker von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Linken zählen zu den Unterstützern.


 

Kretschmer erinnert an Pogrome 1938 - Lichterwege für Toleranz - Theater gegen Rassismus

Zur Erinnerung und zum Gedenken an die jüdischen Bürger, die am 9. November 1938 Opfer der faschistischen Pogrome wurden oder während der NS-Gewaltherrschaft ermordet wurden, findet am Freitag, 12 Uhr, an der Stele am Stephanplatz eine Gedenkveranstaltung statt. An ihr werden auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Ruth Röcher, teilnehmen.

Mit einer Aktion "Lichterwege" soll am Abend ein Bekenntnis zu Toleranz, Respekt, Solidarität, Weltoffenheit und Vielfalt als Grundwerten des Zusammenlebens in der Gesellschaft gezeigt werden. "Wir Chemnitzer sind es leid, dass unser gelebtes Miteinander, Anteilnahme, Neugierde, aber auch Unbeschwertheit und Diskussionen auf Augenhöhe aus dem Stadtbild verschwinden", heißt es im Aufruf der Organisatoren. Start ist 17.30 Uhr an der Synagoge, Stollberger Straße. Danach geht es mit Kerzen und Lampions über Stefan-Heym-Platz (ca. 18.45Uhr) und dem Innenhof der Technischen Universität, Straße der Nationen (ca. 19.30Uhr), zur Schlusskundgebung im Park der Opfer des Faschismus (ca. 20.45 Uhr).

Das Theater plant ab 16 Uhr ein Kulturereignis "Solidarität statt Rassismus" zwischen Brückenstraße und Straße der Nationen. Mit Musik, Lesungen, einem Auftritt des Opernchores und des Balletts, das "den Stadtraum betanzen" will, wie Theaterintendant Christoph Dittrich ankündigt.

Weitere Informationen im Internet: .www.devito-chemnitz.de/November

Bewertung des Artikels: Ø 3.3 Sterne bei 7 Bewertungen
29Kommentare
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  • 3
    4
    cn3boj00
    10.11.2018

    Die Platten waren übrigens schon lange wacklig, ich bin mir nicht sicher ob seit dem Aufstellen des Nischel ie schon mal gemacht wurden. Der zeitpunkt ist aber genial, und ich würde eigentlich eine Firma nehmen die immer nur Freitags Zeit hat :)
    Und dann empfehle ich, den guten Arndt einfach zu ignorieren. Außer Parolen kommt doch da nix, sein Universum hat nur noch einen Mittelpunkt.

  • 4
    3
    Interessierte
    10.11.2018

    Ich brauche keine derart monumentale Mauer , wofür auch immer die gedacht war …
    Ich freue mich auch über den grünen Streifen in der Landschaft und über diese neuerlichen Prachtbauten in Berlin
    Aber ich ärgere mich über diese Missstände , die mit der Mauer-Öffnung gekommen sind ….

    Und mir hat das immer gereicht , was es zu kaufen gab zu den entsprechenden Jahreszeiten , da konnte man sich ´noch` alle viertel Jahre auf neue Angebote freuen … ;-)

  • 14
    8
    1212178
    07.11.2018

    @interessierte: Bauen Sie sich doch Ihre eingene Mauer, lassen keinen rein, kommen aber auch nicht raus zu den "Eingeborenen" und "Zuwanderern", versorgen sich bitte auch mit dem was es innerhalb Ihrer Mauer gibt.

  • 9
    7
    thomboy
    07.11.2018

    Danke Herr @Hankman: Zum glück gibt`s noch normale Menschen! Ich muss die Hoffnung doch noch nicht aufgeben.

  • 13
    2
    Hankman
    07.11.2018

    @Thomboy: Wenn ich das vorhin richtig gesehen habe, werden die Gehwegplatten rund um das Monument erneuert und nicht die unten an der Straße. Rund um das Monument fahren immer die Kiddies mit ihre Skateboards herum. Vielleicht hat eher dies zur Abnutzung beigetragen.

  • 11
    11
    Blackadder
    07.11.2018

    @ Distelblüte: Bin ebenso Frau und aus dem Erzgebirge, aber für Interessierte werde ich immer der männluche Wessi sein, weil ja ALLE Sachse ihre Meinung teilen müssen, sonst sind sie keine Sachsen.

    @thomboy: Keine Ahnung, wie das kommt? Springerstiefel? Natürlich sind wöchentliche Veranstaltungen schädlicher für die Platten als solche, die 3-4 mal im Jahr stattfinden.

  • 4
    9
    franzudo2013
    07.11.2018

    PC? Heisst das politically correctness?

  • 10
    19
    thomboy
    07.11.2018

    @Blackadder: wie können denn die Stufen so "abgewetzt" sein von den angeblich " 500 Leuten" die Freitags immer kommen und angeblich "immer weniger" werden? Vielleicht sollte man die Baumaßnahmen "doof im kopp" oder wie die heißen in Rechnung stellen? !

  • 22
    11
    Distelblüte
    07.11.2018

    @Interessierte: Wieso glauben Sie, dass hier außer Ihnen nur Männer posten? Und nein, ich bin Eingeborene aus dem Erzgebirge.
    Und es macht mich grade irgendwie sprachlos, dass Sie Zuzug aus anderen Regionen Deutschlands (aus aller Welt ganz zu schweigen) als eine Art Invasion betrachten.

  • 6
    16
    Interessierte
    07.11.2018

    Und @Distelblüte , das stimmt , Feitag sind die zuhause bei ihren Frauen ;-)
    Und Sie , sind Sie da auch weg oder sind Sie ganz in den Osten gezogen ?

  • 6
    17
    Interessierte
    07.11.2018

    Stimmt ;-))) @Freigeist , vielleicht aber war das so gewollt , man weiß ja`nie ....

    Stimmt ;-) @Distelblüte , aber das sind ALLE - gelernte DBR-Bürger ....

    Und hier hatte ich mir das gerade mal raus gesucht , das halbiert sich langsam und irgendwann kommen sicherlich mehr Westler , als Ostler gehen , wegen der preiswerten Mieten ….
    Da sind wir Ostler dann ´irgendwann` mal in der Minderheit , vor allem , wenn die vielen Grauhaarigen weg sind , dann haben wir Ostler gar nichts mehr zu sagen ...
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36711/umfrage/wanderungen-zwischen-westdeutschland-und-ostdeutschland/

  • 16
    10
    DTRFC2005
    07.11.2018

    @Freigeist14: So etwas nenne ich gerne - den freudschen Versprecher-.(Schabowskies Worte). PC erinnert mich zur Zeit an kleine Kinder im Supermarkt, die sich vor Wut auf den Boden werfen, weil sie nicht bekommen, was sie wollen. Gibt doch genug Ecken in Chemnitz, wo man sich Freitags treffen kann.Aber PC pocht ja auf den Platz vorm ollen Marx.Wenn nicht saniert würde und sich da bei der Demo einer den Fuß verknackst, würde das Geschrei wieder groß sein, da man den Zustand der Platten hätte in Ordnung bringen können. So oder so, PC hätte was rum zu knösen. Der Lichterzug letzten Freitag, welcher schon viel eher angemeldet war, als die Demos musste auch auf eine andere Zeit ausweichen, weil PC nicht einsichtig war. Der Lichterzug war übrigens absolute Spitze, mit vielen verschiedenen Menschen.Ich finde es immer wieder auf Neue spannend, wer in welcher Zeit welchen Artikel der FB kommentiert und welchen nicht.

  • 17
    11
    Distelblüte
    07.11.2018

    Ich möchte auf die Updates am Ende des Artikel hinweisen. Um mal den Blick vieler auf Positives zu lenken. Dort kann jeder ein gutes Zeichen setzen, und wenn möglich, teilnehmen.

  • 20
    11
    Distelblüte
    07.11.2018

    @Interessierte: Schön, dass Ihnen aufgefallen ist, dass "der Osten" mittlerweile nicht mehr abgeschottet ist und Besucher, Touristen und Arbeitnehmer "aus dem Westen" zu uns finden. Sie werden von diesen Menschen aber eher wenig Zulauf Freitags am Nischel haben.

  • 24
    7
    Freigeist14
    07.11.2018

    Interessierte@ Ihre kryptischen Auslassungen sollten nicht in Verschwörungstheorien abgleiten. Günther Schabowski sollte den geordneten ,an alle Dienststellen der Grenzorgane der DDR angeordneten Befehl der Grenzöffnung mit Sperrfrist 4 Uhr des 10.November, sachlich mitteilen. In Schabowskis hemdärmeliger Art wusste er nichts von der Frist : Deshalb : " ...nach meiner Kenntnis sofort...unverzüglich."

  • 23
    10
    Hankman
    07.11.2018

    Mein Gott, @ArndtBremen: "Es ist das letzte Aufbäumen der Diktatur vor ihrem Untergang." In welchem verdammten Paralleluniversum leben Sie denn? Welche Diktatur? Ich sehe nur eine Diktatur - jene, die Leute mit Ihrer Ideologie anscheinend errichten wollen, indem sie das Grundgesetz und Grundrechte schleifen und die Demokratie abschaffen. Oder nehme ich die Parolen zu ernst?

    Und wo, bitte, ist das "System am Ende"? Im Paralleluniversum? Dem System geht's, bei aller berechtigten Kritik, immer noch ganz gut. Und: "Alle Zeichen in diesem Land stehen auf Aufbruch." Ach wirklich? Aufbruch ist immer schön. Nur dass eben viele in ganz unterschiedliche Richtungen aufbrechen und nur ein relativ kleiner Teil in die von Ihnen favorisierte. Sie können hier gern stündlich Ihre Beschwörungsformeln schreiben. Aber durch Beschwörungen kann man keine neue Realität erschaffen. Höchstens im Harry-Potter-Universum.

    Und was den Gehweg betrifft: Der ist wirklich in einem erbärmlichen Zustand und an dieser Stelle kein gutes Aushängeschild für die Stadt. Da Pro Chemnitz bis ins nächste Jahr Kundgebungen an dieser Stelle angemeldet hat, wäre es zwangsläufig irgendwann zur Kollision mit der Baustelle gekommen. PC soll sich einfach mal eine neue Stelle suchen - und gut. Da das Marx-Monument nach meiner Erinnerung weder etwas mit der antijüdischen Progromnacht 1938 noch mit der Wende 1989 oder der Novemberrevolution 1918 zu tun hatte, muss man ja auch diese Woche nicht zwingend an dieser Stelle "tagen".

  • 11
    18
    Interessierte
    07.11.2018

    @Blackadder , vielleicht waren es die vielen Musikveranstaltungen seit `Jahren´ mit den vielen Zuhörern und nicht ProChemnitz und die Nazis … ?

    Und @Distelblüte , es sind sicherlich mehr als 500 … ;-)
    Aber von den ca. 51 Mio gelernten DBR-Bürgern sind auch schon genügend hier in Chemnitz , man hört es immer an der Sprache , wie in den Geschäften
    http://www.pdwb.de/nd06

  • 11
    20
    Interessierte
    07.11.2018

    Die Treppe - die Treppe - die Treppe - wird gemacht ….
    Oder doch nicht ; und man hat nur an den Gehweg gedacht ???
    Zeitlich aber raffiniert gemacht , waren doch verschiedene Demos angedacht !!!

    Und warum hatte man sich denn eigentlich den 9. November für den Mauerfall ´ausgedacht` , hatte man das mit Absicht gemacht ???
    ( also mit ´man´ meine ich den Herrn Schabowski&Co.

    https://www.lpb-bw.de/9_november.html
    .
    https://de.wikipedia.org/wiki/9._November_%28Deutschland%29
    .
    http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/69545/der-9-november-09-11-2012

    Und noch kein Blackadder hat geschrieben …

  • 29
    10
    HHCL
    07.11.2018

    "Wer nicht mehr in der Lage ist, mit Anderdenkenden zu kommunizieren, hat sein politisches Amt verwirkt."

    Soweit ich das sehe, hat sich Frau Ludwig in den letzten Wochen mit zahlreichen Andersdenkenden getroffen und Gespräche führen wollen.Sie hat sich sogar auspfeifen, anpöbeln und bespucken lassen müssen, als sie den Dialog gesucht hat. Ihre immer gleiche Masche anderen zu unterstellen, sie würden nicht mit Ihnen reden wollen, verfängt nicht ArndtBremen.

    Auf Seiten von PC sehe ich keinerlei Wünsche den Dialog zu führen. Da man außer der Parolen "Merkel muss weg" und "Ausländer raus" nichts gelten lässt, ist Dialog ohnehin schwierig, insbesondere, wenn Leute für sich in Anspruch nehmen als einzige das Volk zu vertreten. Auf Seiten der Linken ist es nicht besser: Jeder der nicht in den Chor einstimmt "Grenzen auf und Asyl für alle", wird an den Rand gestellt und diffamiert. Es wird Zeit, dass die Mitte der Gesellschaft, und das sind die allermeisten, den Schreihälse von Links und Rechts klar macht, dass es so nicht geht und so auch nicht laufen wird.

    "Frau Ludwig ist nicht mehr in der Lage, ihr Amt auszuüben und muss zurücktreten."

    Warum ist Frau Ludwig nicht in der Lage ihr Amt auszuführen? Sie meinen wahrscheinlich, jeder, der nicht alle Forderungen von ProChemnitz umsetzt, ist unfähig. Ich bin sehr froh, dass das Rathaus nicht nach der Pfeife der knapp 1000 Besorgten tanzt. Nicht einmal die AfD will mit diesem Grüppchen noch etwas zu tun haben; zumindest offiziell. Der Spuk hat so langsam sein Ende.

    @thomboy: Natürlich ist die Unzufriedenheit teilweise begründet. Die Flüchtlingspolitik ist auch aus meiner Sicht verheerend, da hier seit drei Jahren noch immer kein schlüssiges Konzept gefunden wurde, wie man mit Flüchtlingen und "Flüchtlingen" umgehen will. Ämter und Behörden schieben lieber Schwangere ab (und versagen auch da) als Straftäter; und das ist ein Unding.

    Aber auch nochmal: Ich sehe es nicht ein, dass ich jetzt jeden Freitag abends nicht mehr durch die Stadt komme, weil ein kleines Grüppchen dort ihre Messen feiert und die immer gleichen Parolen verkündet.

  • 20
    16
    Blackadder
    07.11.2018

    Der Grund für die Baumaßnahmen steht im Text: übermäßige Beanspruchung der Gegwegplatten haven diesen zugesetzt. Kann ich nachvollziehen. Das Rumgeopfer von ProChemnitz ist fehl am Platz. Die sollen froh sein, dass man sie nicht zur Kasse bittet-wer hat denn die Platten durch ständige Demos so abgewetzt?

  • 9
    33
    ArndtBremen
    07.11.2018

    Nochmal für Langsamdenker: In der Überschrift ist bereits der Zweck der Baustelle definiert. Es geht nicht um den Austausch von Gehwegplatten sondern um die Zerschlagung der Demokratie. Es ist das letzte Aufbäumen der Diktatur vor ihrem Untergang. Das System ist am Ende!

  • 22
    12
    Freigeist14
    07.11.2018

    A.Bremen@ den "Aufbruch" ,den S I E so gern hätten hat nicht das Geringste mit Karl Marx zu tun. Nutzen Sie doch für Ihre Aufmärsche eine angemessenere Kulisse .

  • 24
    14
    SimpleMan
    07.11.2018

    @ArndtBremen " ... Wer nicht mehr in der Lage ist, mit Anderdenkenden zu kommunizieren ..." Gibt es denn ein Bedürfnis von "Pro Chemnitz" mit der Stadtverwaltung zu reden?

  • 16
    31
    ArndtBremen
    07.11.2018

    @HHCL: Es ist auch Ihre persönliche Ohnmachtserklärung. Wer nicht mehr in der Lage ist, mit Anderdenkenden zu kommunizieren, hat sein politisches Amt verwirkt. Frau Ludwig ist nicht mehr in der Lage, ihr Amt auszuüben und muss zurücktreten. Alle Zeichen in diesem Land stehen auf Aufbruch, auch wenn Sie das nicht wahrhaben wollen. ROT ist wiedermal gescheitert, so wie 1989.

  • 22
    16
    Distelblüte
    07.11.2018

    Der "Nischel" als Blickfang im Hintergrund und markanter Treffpunkt war taktisch klug von PC gewählt. Man wollte wohl den Eindruck erwecken, dass die ca 500 gelernten DDR-Bürger hier wieder zusammenfinden, sich als laute Stimme des Volkes darstellen und dem schlechten System mal ordentlich zeigen, wo der Bartl den Most holt. Mit Baustellenzaun im Hintergrund kann man sich immer noch treffen. Es sieht aber nicht mehr so grandios aus.
    Gefällt mir.

  • 18
    19
    thomboy
    07.11.2018

    @HHCL Nochmal, nach den Straftaten ist die Angst der Bürger ja nicht ganz unbegründet und ob man "Baumaßnahmen " als"erfolgreiche Politik " bezeichnen kann darüber lässt sich streiten. Die Menschen lassen sich nicht mehr länger verar...en.

  • 24
    18
    HHCL
    07.11.2018

    Es ist wohl eher Ihr Kommentar eine verzweifelte Ohnmachtserklärung; Frau Ludwig macht gerade sehr erfolgreich Politik. Vielleicht sollten Sie die nächsten Demos mit leichterem Schuhwerk absolvieren. Dann bleibt auch der Aufmarschplatz ganz.

  • 16
    29
    ArndtBremen
    07.11.2018

    Die politische Ohnmachtserklärung einer ehemaligen Pionierleiterin.

  • 24
    20
    HHCL
    07.11.2018

    Respekt! Da ist wohl jemand aufgewacht. Soviel Kreativität hätte ich den Rathaus-Insassen gar nicht zugetraut.

    Ich hoffe sie halten auch stand, wenn der braune Shitstorm losbricht und das Rathaus bezichtigt wird, die Demokratie zu untergraben und "verängstigte Bürger" daran zu hindern ihre Angst herauszuschreien. Vielleicht sollte man freitags alternative Gesprächsrunden anbieten in denen die Ängste geäußert werden können. Man kann ja kleine Deutschlandfähnchen aufstellen, damit sich alle heimisch fühlen.



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