Behörde entzieht Reichsbürgern Waffenschein

Bürger in Westsachsen besitzen nicht nur Schreckschusspistolen

Zwickau.

Der große Ansturm auf die Ausstellung Kleiner Waffenscheine ist offenbar vorüber. In den vergangenen drei Monaten erteilte die Waffenbehörde des Landkreises Zwickau vier neue entsprechende Erlaubnisse. Dennoch hat die Zahl der insgesamt existierenden Kleinen Waffenscheine inzwischen ein Rekordniveau erreicht, wie aus der Antwort auf eine Anfrage des Abgeordneten Enrico Stange (Die Linke) im Sächsischen Landtag hervorgeht. Zum Ende des ersten Halbjahres 2018 besaßen demnach 1304 Kreisbewohner eine derartige Genehmigung. Ende 2015 waren es 511.

Die Waffenbehörde schaut aber inzwischen offenbar bei der Prüfung der Antragsteller auf Zuverlässigkeit genauer hin. Drei Kleine Waffenscheine wurden allein in diesem Jahr für ungültig erklärt, nachdem sich deren Inhaber als nicht so zuverlässig erwiesen hatten, wie vom Gesetzgeber gefordert. Darunter waren zwei sogenannte Reichsbürger. Einen Kleinen Waffenschein, der zum Führen von Gas-, Schreckschuss- und Signalpistolen in der Öffentlichkeit berechtigt, bekommt jeder Antragsteller ohne große Vorstrafen, der mindestens 18 Jahre alt, nicht drogen- oder alkoholabhängig sowie körperlich und geistig zum Führen dieser Waffe geeignet ist. Außerdem muss er nachweisen, dass er diese fachgerecht aufbewahrt.

Doch nicht nur die Gas- und Schreckschusspistolen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, auch echte Schusswaffen. Im Landkreis waren Ende des ersten Halbjahres 2018 insgesamt 13.248 Waffen und Waffenteile offiziell registriert. Sechs Monate davor waren es noch 12.447 und Ende 2015 10.359 gewesen. Die meisten davon befinden sich im Besitz von Sport- und Schützenvereinen sowie Jägern. Wie viele Privatpersonen sich eine Schusswaffe zulegen und aus welchen Gründen, geht aus der Übersicht nicht hervor.

Fest steht: Nicht nur die Anzahl der Waffen steigt, sondern auch die der Besitzer. 2139 waren Ende Juni registriert. Das sind 44 mehr als zum Jahreswechsel. 2015 waren es 1899 gewesen. Die Waffenbehörde im Kreis hat im ersten Halbjahr 665 Zuverlässigkeitsprüfungen und 15 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden in sechs Fällen Beanstandungen entdeckt.

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