Bekommt der Busverkehr einen neuen Betreiber?

Ein neuer Dienstleister für das Liniennetz in Limbach-Oberfrohna wird gesucht - Was bedeutet das für Fahrgäste?

Limbach-Oberfrohna.

Der Kreistag hat einen Beschluss gefasst, in dem es um die Zukunft mehrerer Nahverkehrslinien im Landkreis geht. Mittelfristig betroffen davon ist vor allem auch das Busnetz in Limbach-Oberfrohna. "Freie Presse" beantwortet dazu die wichtigsten Fragen.

Was genau hat der Kreistag beschlossen?

In seiner Sitzung am Mittwoch hat der Kreistag beschlossen, den Auftrag für das Linienbündel 1 im Nordosten des Kreises neu auszuschreiben. Ab dem 1. Januar 2019 soll ein Unternehmen mit der Sicherstellung des Öffentlichen Straßenpersonenverkehrs (ÖSPV) betraut werden - mit einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren. Der Beschluss wurde ohne große Debatte durch die Abstimmung gebracht.

Was bedeutet das?

Momentan wird das Liniennetz in Limbach-Oberfrohna weitgehend von der Gesellschaft RVE (Regionalverkehr Erzgebirge) abgedeckt, dessen alleiniger Gesellschafter der Erzgebirgskreis ist. Dieser wird seinen Auftrag unter den jetzigen Bedingungen weiterhin ausführen, bis der Landkreis sich mit einem neuen Partner für 2019 einig ist. Die neue Vergabe muss EU-weit ausgeschrieben sein. Die Hälfte der betroffenen Liniengenehmigungen läuft Ende 2017 aus, die andere Hälfte im Laufe des Jahres 2018.

Welche Linien sind betroffen?

Die RVE bedient in Limbach-Oberfrohna die Linien 113, 115, 117, 118, 120, 122, 123, 124, 125, 126 und 256 sowie zwei Hohensteiner Stadt- linien. Die Verbindungen führen teils über mehrere Landkreise sowie in die Stadt Chemnitz.

Welche Auswirkungen hat das für die Fahrgäste?

Zunächst keine, das sagen zumindest Vertreter des Kreistages als auch die RVE. "Der Landkreis ist der Herr des Verfahrens. Aber was uns angeht, so werden wir alles tun, um den Übergang problemlos zu gestalten", sagte RVE-Geschäftsführer Roland Richter. Er gehe nicht davon aus, dass es für Kunden irgendwelche Auswirkungen geben werde. Auch der Limbach-Oberfrohnaer Kreistagsabgeordnete Konrad Felber (FDP) sagte, er habe "keinen Anlass anzunehmen, dass der Kreis bei der Sicherstellung des Linienverkehrs in Not geraten könnte". In dem Beschluss heißt es unter anderem, dass der Landrat ermächtigt wird, "alle Verträge abzuschließen und anzupassen, die erforderlich sind, um eine lückenlose Erbringung der ÖSPV-Leistungen (...) bis zur Beendigung der Zweckvereinbarung (...) fortzuführen". Soll heißen: Wenn der Kontrakt für bestimmte Linien ausgelaufen ist und noch keine neue Vereinbarung mit dem Gewinner des Verfahrens existiert, dann sollen Übergangsverträge zwischen dem Kreis und dem RVE dafür sorgen, dass der Personenverkehr gesichert ist.

Was wird sich nach Abschluss der Verfahrensvergabe ändern`?

Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Es könnte zum einen ein neues Unternehmen beauftragt werden. Es könnte aber auch sein, dass sich die RVE um die Vergabe bewirbt und somit der bisherige Dienstleister bleibt. De facto ist die RVE aktuell nicht direkt mit dem Auftrag betraut, sondern die Autobus Gesellschaft Sachsen (ASR), eine hundertprozentige Tochter des Zwickauer Landkreises. Sie führt die Leistungen am Standort Limbach-Oberfrohna jedoch nicht selbst aus, sondern hat hierfür mit der RVE einen Betriebspachtvertrag geschlossen, der die Durchführung des Verkehrs umfasst. Ob sich die RVE um die neue Vergabe bewirbt, ließ die Geschäftsführung noch offen. "Das werden wir prüfen", so Roland Richter. Die Ausschreibung könnte auch für andere Betriebe interessant sein. Zum Beispiel die Regionalverkehrsbetriebe Zwickau (RVW). Immerhin ist der Nordosten die einzige Region im Landkreis, in der das zur Rhenus-Veniro-Gruppe gehörende Unternehmen bei Buslinien nicht die Hoheit hat - abgesehen von der Stadt Zwickau, in der die Städtischen Verkehrsbetriebe (SVZ) das Liniennetz bedienen. Dass sich die SVZ an der Ausschreibung beteiligen, gilt allerdings als unwahrscheinlich. (cmey/nkd)

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