Besondere Ehrung für Burgstädter Orthopädiefachmann

Moderne Technik und Geschick miteinander zu verbinden, sind für einen Handwerksmeister die spannenden Seiten seines Berufs. Und noch etwas reizt ihn an der Tätigkeit.

Burgstädt.

Eine Ehrenurkunde schmückt neuerdings die Werkstatt von Orthopädietechnikermeister Ralf Müller. Dem Fachmann wird damit durch die Handwerkskammer das vor 25 Jahren begründete berufliche Engagement bescheinigt, mit dem er einen Beitrag dazu leistet, dass Menschen, die auf eine Prothese angewiesen sind, wieder mobil werden und bleiben können.

"Ich habe mich innerhalb des Unternehmens Saxcare Chemnitz auf Orthesen und Prothesen spezialisiert", erklärt der 50-Jährige. Der Mitgesellschafter des in der Chemnitzer Schönherrfabrik ansässigen Sanitätshauses mit Niederlassungen in Burgstädt und Limbach-Oberfrohna gilt als Fachmann für den Gliedmaßenersatz. "Mein berufliches Wissen setze ich beispielsweise für unter- oder oberschenkelamputierte Patienten ein. Ihnen verschaffe ich entsprechende Hilfsmittel."

Das Handwerk des gebürtigen Burgstädters kommt Patienten zwischen Annaberg-Buchholz und Meerane sowie Chemnitz und Zwickau zugute. Überwiegend infolge einer Diabeteserkrankung von Gliedmaßenverlust Betroffenen steht Müller zur Seite. Dabei schätzt er auch die Vielseitigkeit seiner Arbeit: "Da wird solides, millimetergenaues Agieren gefordert." Zudem fließen immer wieder neue Erkenntnisse der Medizin bei der Versorgung von Gliederstümpfen in seine Tätigkeit ein. Auch der technische Fortschritt verbindet sich hier mit handwerklichem Geschick. Neben dem Hantieren mit Gips und Spachtel müsse Müller auch mit Computernetzwerken und Bluetooth-Schnittstellen vertraut sein. "Moderne Orthesen- und Prothesensysteme werden bereits mikroelektronisch gesteuert", sagt der Fachmann. "Wir können Patienten erstaunliche Alternativen bieten, da geht es nicht mehr um simple Ersatzlösungen." Müller profitiere bei seiner Arbeit auch davon, zu Lehrbeginn noch mit Metall, Leder und Holz gearbeitet zu haben. "Das waren vor 30 Jahren die Materialien, aus denen die Hilfsmittel gefertigt wurden."

Heute kommen vor allem Spezialstoffe, Elektronik und CNC-Bearbeitungsautomaten zum Einsatz, erklärt der Meister. Er verweist darauf, dass er in seinem Beruf zudem als ein Berater des Patienten gefragt sei. "Es gibt einen erheblichen bürokratischen Arbeitsaufwand zu bewältigen", so Müller. Deshalb helfe er beim Schriftverkehr mit Krankenkassen, Gesundheitseinrichtungen und Dienstleistern. "Und ja, man ist auch ein Motivator, versucht den Betroffenen in schweren Stunden Mut zuzusprechen", so der Meister. Der Orthopädietechniker ist aus Müllers Sicht ein Begleiter des Patienten, gelte es doch die Hilfsmittel auch zu warten und anzupassen. Die Dienstleistung beginne bereits neben am Krankenbett des Patienten in der Klinik, wo erste Vermessungen etwa für Schäfte vorgenommen werden.

Die Begeisterung für den Beruf begann für den Sohn eines Orthopädiemechanikers in der Burgstädter Werkstatt des Vaters. Insofern freut sich Ralf Müller, seit reichlich einem Jahr auch im Heimatort in der im ehemaligen Amtsgericht eingerichteten Niederlassung tätig zu sein. Der Gedanke, die Werkstatt des Vaters zu übernehmen, habe im Raum gestanden. "Wendebedingt boten sich für mich aber größere Herausforderungen", so Müller.

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