Besser für den Ernstfall gerüstet

Das alte Einsatzfahrzeug der Adorfer Feuerwehr hat nach 20 Jahren ausgedient. Ab September rollt nun ein neues Modell vom Hof. Es verfügt über einige Besonderheiten.

Adorf.

Die Freiwillige Feuerwehr Adorf hat ein neues Löschgruppenfahrzeug erhalten. "Es handelt sich dabei um ein klassisches Einsatzfahrzeug, das auf die Brandbekämpfung ausgelegt ist", erklärt der Adorfer Wehrleiter Rico Bochmann. Das alte Fahrzeug war fast 20 Jahre im Dienst und musste wegen technischer Mängel außer Betrieb genommen werden.

Bereits vor zwei Jahren hatte die Planung und Zusammenstellung des neuen Fahrzeugs begonnen. Da die Freiwillige Feuerwehr Niederwürschnitz zur selben Zeit ein beinahe baugleiches Fahrzeug in Auftrag geben wollte, hatten sich die Adorfer mit ihren Kollegen darauf verständigt, ein Ingenieurbüro für die Ausschreibung zu beauftragen, berichtet der 40-jährige Bochmann. Ein Grund dafür sei auch gewesen, auf diese Weise Geld einzusparen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 330.000 Euro. Davon sind 126.000 Euro Fördermittel vom Freistaat Sachsen. Der Rest ist von der Gemeinde bezahlt. "Wir haben sechs Jahre lang auf die Fördermittel für das neue Fahrzeug gewartet", sagt Bochmann, der seit 2005 Wehrleiter in Adorf ist. Das neue Einsatzfahrzeug hat 290 PS, ein Automatikgetriebe, wiegt 15 Tonnen und bietet Platz für neun Feuerwehrleute. Es verfügt über einen 1600 Liter fassenden Wassertank, der damit 1000 Liter mehr als das bisherige Fahrzeug aufnehmen kann. Mit bis zu 3500 Liter pro Minute ist die Pumpenleistung der neuen Technik mehr als dreimal so hoch wie beim alten Gefährt.

Das neue Fahrzeug ist jedoch noch nicht im Dienst. "Zunächst bekommen die Kameraden zweimal pro Woche eine Einweisung", so Bochmann. Die Fahrzeuginbetriebnahme findet am 31. August um 19 Uhr für geladene Gäste statt. Am 1. September kann die Öffentlichkeit im Rahmen eines Tages der offenen Tür ab 14 Uhr das Fahrzeug erstmals unter die Lupe nehmen. Der Mannschaftsraum mit Drehtreppe am Einstieg bietet Platz für sieben Feuerwehrleute. So können sich die Kameraden bereits auf der Anfahrt zum Einsatzort mit Atemschutzgeräten ausrüsten. Die Drehtreppe ermöglicht einen schnellen und sicheren Ein- und Ausstieg, selbst mit schwerem Atemschutz und bei nur halb geöffneter Tür. Weiterhin kann dank der Drehtreppe vorwärts wie rückwärts ausgestiegen werden - etwas, das der Unfallschutz bei anderen Einstiegskonstruktionen untersagt. Für einen sicheren Aus- und Einstieg ist zudem jede Trittstufe mit LED-Leuchten versehen. Das Einsatzfahrzeug ist mit der Tragkraftspritze "Fox 4" mit einer Leistung von 1500 Litern pro Minute ausgestattet. Das Gerät hat den Vorteil, dass es entfernt vom Einsatzfahrzeug zur Wasserentnahme aus offenen Gewässern und zudem auch zum Keller-Auspumpen eingesetzt werden.

Die Feuerwehrleute können sich im neuen Einsatzfahrzeug mit Wärmebildkameras ausrüsten. Dabei handelt es sich um Geräte, die Infrarotstrahlung empfangen. Sie sind so gebaut, dass sie direkt am Atemschutzgerät getragen werden können. Mit ihrer Hilfe sind vermisste Personen in einem Raum voller Rauch schneller zu finden und versteckte Brandherde besser zu lokalisieren. Mit den Wärmebildkameras können beispielsweise auch Schadstoffe auf Gewässern erkannt oder Wasserschäden in Gebäuden festgestellt werden.

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