Bistum: Geldmangel macht neue Struktur nötig

Bischof hat Entscheidung für Limbach-Oberfrohna als Pfarreisitz getroffen

Limbach-Oberfrohna.

Als ein Motiv für die Zusammenlegung von katholischen Pfarreien führt das Bistum Dresden-Meißen Geldnot an. "Anlass der strukturellen Veränderungen ist nicht nur der Priestermangel, sondern sind insgesamt die perspektivisch drastisch geringer werdenden personellen und finanziellen Mittel", sagt Bistumssprecher Michael Baudisch.

Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass Limbach-Oberfrohna im Jahr 2020 zum Sitz einer neuen Großpfarrei wird. Die Gemeinde werde dann mit jenen in Mittweida, Wechselburg, Borna und Geithain/Bad Lausick zusammengelegt sein. Auf diesem Weg entsteht eine Pfarrei mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 50 Kilometern, in der rund 3800Katholiken leben. Während die Anzahl der Gläubigen in der Pfarrei Limbach-Oberfrohna sinkt - vor zehn Jahren waren es noch gut 800, heute sind es rund 670 - war der Trend im gesamten Bistum in den vergangenen Jahren stabil oder sogar leicht positiv. Das liegt daran, dass die Großstädte Leipzig und Dresden wachsen, wovon auch die dortigen katholischen Gemeinden profitieren.

Betrachtet man die Anzahl der Katholiken, ist Limbach-Oberfrohna die zweitkleinste der insgesamt fünf fusionierenden Pfarreien. Spitzenreiter ist Borna mit gut 1000 Gläubigen. Trotzdem werden weder die Stadt südlich von Leipzig noch Wechselburg Sitz der Großpfarrei sein, was rein geografisch Sinn ergeben würde. Laut Baudisch haben die Verantwortlichen vor Ort Borna und Limbach-Oberfrohna als Zentrale vorgeschlagen. Timmerevers habe sich dann für die Gemeinde in Oberfrohna entschieden.

Geht es nach dem Bischof, soll die neue Struktur auf die Gläubigen nicht abschreckend wirken. Er hat mehrfach betont, dass die Neugründung einer flächenmäßig größeren Pfarrei nicht die Zentrierung aller Aktivitäten auf den Pfarreisitz bedeutet. "Möglichst viel Engagement soll in den Gemeinden und Einrichtungen vor Ort gelebt werden", betont Sprecher Baudisch.

Die Limbach-Oberfrohnaer Katholiken und Pfarrer Slawomir Niemczewski betrachten die Pläne derzeit allerdings auch noch mit etwas gemischten Gefühlen. Einerseits könne man mit einer veränderten Struktur die Kräfte bündeln und gemeinsam stärker werden als zuvor, anderseits könnten die großen Distanzen für Probleme sorgen, heißt es.

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