Braucht Chemnitz einen Party-Bürgermeister?

OB-Wahl 2020: Ideen zur Belebung des Nachtlebens in der City waren von Kandidaten in einer Diskussionsrunde zum Thema Kultur gefragt. Ihre Ansichten sind verschieden.

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1616 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    mops0106
    08.08.2020

    Es hat niemand geschrieben, dass er von der Stadtverwaltung Angebote für das Nachtleben erwartet. Ich z.B. wurde gefragt, was ich mir so vorstelle. Darauf habe ich geantwortet und auch geschrieben, wie viele und vor allem von der Location her gut gemachte Angebote es mal gab.

  • 1
    1
    WolfgangPetry
    07.08.2020

    Tja vor 30-40 Jahren waren halt viele Dinge anders als heute. Das ist wenig überraschend. Ein Unterschied zu damals wäre, dass jedem Bürger heute die Möglichkeit offensteht, eine erkannte Lücke im Unterhaltungsangebot mit ein wenig Mut unternehmerisch aktiv zu schließen, und in der Folge kräftig zu verdienen. Was nicht geht: Nightlife Neuigkeiten von der Stadtverwaltung zu erwarten, die ist dafür nicht zuständig. Und wenn Sie sich jetzt schütteln und rufen, nie würde ich so ein Risiko eingehen und einen solchen Laden eröffnen? Warum sollte es dann jemand anderes tun?

  • 4
    1
    994374
    07.08.2020

    Volle Zustimmung für mops0106!

    @WolfgangPetry:
    Neubauwohnungen waren so knapp, sodass es mit „Sicherheit“ keine Discos darin gab.

    Sicher wurden gewisse Arten von Beschwerden unter den Teppich gekehrt, aber in der DDR gab es ansonsten eine ausgeprägte Beschwerdekultur, von der wir gelegentlich Gebrauch gemacht haben, ohne dass sich die Stasi darum gekümmert hat. (Ich war richtig „enttäuscht“, vom mageren Inhalt meiner Stasi-Akte.)

  • 2
    1
    mops0106
    07.08.2020

    Früher war Familientanz (einmal monatlich) und Disko in Wohngebietsgaststätten und Versorgungszentren. Diese waren zwar nahe an den Wohnblocks aber eben nicht in den Gebäuden. Die Veranstaltungen gingen bis 0 Uhr und nicht bis 5 Uhr früh oder länger.

    Es gab Diskos wie "Stadtkeller" und "Pasardshik" und Bars wie die "Kosmos" und das "Moskau", die auch nicht in einem Wohngebäude waren. Wir sind immer sehr gerne in die "Kossi" gegangen. In den Bars war zwischen 2-3 Uhr Schluss (reichte auch).
    Es gab sehr viele Möglichkeiten, am Wochenende oder nach der Spätschicht wegzugehen und zwar für viele Altersgruppen.

    Dass viele Anwohner es heute nicht prickelnd finden, wenn Bars, in denen auch Musikveranstaltungen stattfinden, unten im Wohnhaus angesiedelt sind, kann ich verstehen. Für einen Lärmschutz im Gebäude könnte gesorgt werden, wobei ich anzweifele, dass das bei hohen Kosten wirklich ausreichend gemacht würde. Aber selbst, wenn es "nur ab und zu mal" bis 2-3 Uhr geht, wer am nächsten Tag fit sein muss und/ oder Kinder hat, sieht das anders.

  • 1
    4
    WolfgangPetry
    07.08.2020

    Dass es früher keine Beschwerden wegen Lärm gab lag sicher nicht an der zu hohen Bauqualität und Materialgüte zu DDR Zeiten, ganz im Gegenteil, die Hellhörigkeit der Neubaublocks war bekannt und viele der genannten Vergnügungsorte sind lange vor Gründung der DDR errichtet worden.

    Es wird eher daran gelegen haben dass man sich lieber zweimal überlegt hat, die Aufmerksamkeit der Staatsmacht mit den ungemütlichen Herren in Kunstledermänteln auf sich zu lenken, und wenn doch eine Beschwerde einging kam sie jedenfalls nicht an die Öffentlicjkeit sondern verschwand in einer Schublade, denn wie man der „freien“ Zeitungslandschaft des Arbeiter und Bauernstaates täglich entnehmen konnte war ja nahezu alles in Ordnung, es ging stetig aufwärts und Kriminalität gab es nur im Westen.

  • 3
    1
    994374
    06.08.2020

    Soviel zum "Spätie-Thema":
    Luino ist eine Gemeinde in der Provinz Varese in der Region Lombardei. Die größte Stadt am Ostufer des Lago Maggiore ist berühmt für ihren allwöchentlich mittwochs stattfindenden Markt.
    Einwohner: 14.664 (2017)
    Allerdings ging es mit dem Tourismus seit der Belle Epoque bergab.
    Touristen fallen kaum auf...
    Trotzdem haben sie dort 1-2 Supermärkte, die an 7 Tagen 24 Stunden geöffnet haben!

    Zum "Tanz-Thema": Vor der Wende waren die zahlreichen Betriebsgaststätten zum Jugendtanz stets überfüllt.
    Für die Ü20 gab es in der Innenstadt u.a. den Stadtkeller, die Kosmos-Bar im Rosenhof, diverse Bars in den Hotels, die Disco neben der Stadthalle (vergessen, ob die grade wiedereröffnet), den „Schlachthof“ usw.
    Ich habe jedenfalls immer einen Platz gefunden.
    Und ich hörte nie von Anwohnerbeschwerden!
    Vermutlich lag es daran, dass die genutzten Bauwerke keine billig umgenutzten Wohnquartiere waren!

  • 3
    1
    mops0106
    06.08.2020

    @WolfgangPetry:

    In der Stadthalle gibt es leider schon seit vielen Jahren keine ü30 Partys mehr. Das Oberdeck ist mehr ein Veranstalter für Firmen- und Privatfeiern wie Hochzeiten. Im Braugut waren wir schon; ist leider ohne Taxi/ Auto nicht gut erreichbar. Im Luxor gibt es keine (von mir und anderen) gewünschten Sitzmöglichkeiten, die Luft ist stickig.

    Ich sprach von Niveau. Das bedeutet auch Sitzmöglichkeiten.

  • 1
    3
    WolfgangPetry
    06.08.2020

    @Mops: Braugut Hartmannsdorf, Luxor, Oberdeck, Uferstrand, Stadthalle eventuell?

  • 1
    4
    WolfgangPetry
    06.08.2020

    @Steuerzahler: beim nächsten mal den Kommentar gern genau lesen! Mir ging es vor allem um die Lärmbelästigung tagsüber TAGSÜBER durch laute Baumaschinen die niemand zu stören scheint und eben unsinnigerweise doppelt hintereinander herfahrende Rettungsfahrzeuge plus Notarztwagen welche doppelt Lärm verursachen und doppelt Stickoxide emittieren, dazu kommt dass 2 Fahrer persönlich gefordert und gestresst sind, um zu 1 Unfallort oder 1 kranken Patienten zu gelangen, von den 2 teuren und öffentlich finanzierten Fahrzeugen gar nicht zu reden. Was soll das? Wer auch immer das Rätsel lösen kann, ob aus der Verwaltung oder aus den Rettungsdiensten, es wäre super spannend!

  • 6
    1
    mops0106
    05.08.2020

    @DS: Ich möchte auch tanzen, in einen Club gehen, aber nicht die ganze Zeit herumstehen. So geht es übrigens vielen unserer Altersgruppe.
    Viele Junge glühen irgendwo an der Tanke oder privat vor und halten sich dann oft ewig an einem Drink fest. Das Geld kann ja auch noch nicht da sein in vielen Fällen. Wir "Mittleren" haben es, aber keiner will uns. Ich würde einen Club mit ausreichend Sitzplätzen gut finden, kleines Snackangebot, Drinks. Sowas wie die ü30 Partys, nur in kleinerem, "gepflegterem" Rahmen. Musik von den 60er Jahren bis heute.

  • 8
    3
    DS91
    05.08.2020

    @mops0106

    Es fehlen Angebote für das mittlere Alter. Was schwebt ihnen den so vor?

    Ist sicher interessant mal zu erfahren welche Ideen jede Generation so hat.

  • 16
    3
    mops0106
    05.08.2020

    Schön würde ich es finden, wenn es endlich Angebote für das mittlere Alter in unserer Stadt geben würde. Auch in dieser Altersgruppe gibt es viele, die keine Liebhaber des Paartanzes sind. Ich möchte aber nicht den ganzen Abend herumstehen müssen (abgesehen davon, dass ich es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kann).
    Menschen im mittleren Alter gibt es viele bei uns und die wollen/ können auch konsumieren über den Abend, wenn die Bedingungen stimmen. Das Angebot für die Jungen könnte sicher größer sein. Aber für uns gibt es meines Wissens gar nichts. Allerdings kann daran auch ein Bürgermeister nichts ändern.
    Ein Nachtbürgermeister wäre für mich nur wieder ein neu geschaffener, unnötig Geld kostender Politposten. Es gibt bereits einen Bürgermeister für Kultur.

  • 13
    3
    Steuerzahler
    05.08.2020

    @WolfgangPetry: „ ...alle 11 Minuten kreuz und quer durch die Stadt rasende Rettungswagen mit lauter Sirene (gern mit noch einem weiteren Notarzt PKW ebenfalls mit Sirene und ebenfalls mit Stickoxid-Ausstoß hinterher - das gibt es wohl nur in Chemnitz)
    Genau! Ich wäre sich dafür, Notfälle nur von 7.00 bis 20.00 Uhr zuzulassen! Und wenn schon nachts, dann Rettungswagen und Notarzt mit Max. 30 km/h und ohne Sondersignal! Auf so ein Menschenleben kommt es doch nicht an, oder? (Satire aus)
    Es ist erstaunlich, was einige im Forum in Kauf nehmen, damit ihre Ruhe nicht gestört wird!

  • 11
    12
    Interessierte
    05.08.2020

    Das wäre doch auch wieder ein gut bezahlter Job ...
    Da könnte doch nochmals jemand aus den ABL nach Chemnitz kommen !!!

  • 16
    13
    Zeitungss
    05.08.2020

    Wer es am Tage nicht hinbringt, braucht noch einen für die Nacht. Ein "Versorgungsfall" für diesen Posten wird sich doch finden lassen, oder??? Was kommt da noch alles ???

  • 16
    10
    WolfgangPetry
    05.08.2020

    Was auch immer bei solchen Terminen jedesmal aufs Neue vom Stapel gelassen wird, eine stärkere journalistische Reaktion im Artikel wäre wünschenswert.

    Zum Thema Späti gehört die Information, dass laut Ladenschlussgesetz Spätis in Sachsen mehr oder weniger verboten sind, je nachdem was genau angeboten wird und welche Schlupflöcher genutzt werden, Stichwort Imbiss oder E-Tankstelle. Ausserdem sind Spätis vor allem in Chemnitz sehr verboten, es gibt keine, andererseits gibt es sie trotz gleicher Rechtslage in den beiden anderen sächsischen Großstädten in Hülle und Fülle. Nanu? Warum das so ist, erkläre ich jetzt nicht auch noch.

    Da am Schluss des Artikels auf eine Erwähnung des Themas "Störender nächtlicher Lärm" in der Schlafstadt Chemnitz wieder einmal nicht verzichtet werden konnte wäre ein Link auf ein paar der ca Zehntausend Artikel die es zu diesem Thema hier schon gegeben hat auch nicht verkehrt gewesen, zum Beispiel auf den ganzseitigen Essay von Klaus-Gregor Eichhorn. Frage mich immer warum ab 6 Uhr morgens brüllende Baumaschinen durchgehend ok sind obwohl es längst elektrische Varianten gibt, alle 11 Minuten kreuz und quer durch die Stadt rasende Rettungswagen mit lauter Sirene (gern mit noch einem weiteren Notarzt PKW ebenfalls mit Sirene und ebenfalls mit Stickoxid-Ausstoß hinterher - das gibt es wohl nur in Chemnitz) keinerlei Problem darstellen ebenso wie extra laute "Sportwagen" und Motorräder die in der Stadt so richig hochgedreht werden? Kleiner Tipp noch: Hörgeräte nachts ausschalten.