Brauerei-Chef: Vorerst kein Bier aus Penig

Vor drei Jahren hat ein Hartmannsdorfer die Brauerei der Muldestadt übernommen. Dort wird zwar gearbeitet - mit Bier hat das aber nichts zu tun.

Hartmannsdorf/Penig.

Die Erinnerungen an Geschmack, Geruch und Farbe Peniger Bierspezialitäten verblassen immer mehr. Dreieinhalb Jahre nach Produktionsstopp scheint eine Renaissance des Gerstensaftes aus der Muldenstadt unwahrscheinlicher denn je. Inhaber und Braumeister Ludwig Hörnlein, dem auch die Hartmannsdorfer Brauerei gehört, sagte gestern der "Freien Presse": "Ich braue erst, wenn es eine konkrete Nachfrage aus Penig gibt."

Von selbst werde er nicht aktiv werden; das Risiko sei zu groß. Auf die Frage, weshalb er überhaupt die Brauerei aus der Insolvenzmasse für eine vermutlich sechsstellige Summe herausgekauft hat, sagte er: "Mir wurde damals gesagt, wir Peniger generieren Nachfrage und Abnehmer. Doch es passiert nichts." Hörnlein bemüht einen sportlichen Vergleich: Wenn alle nur über Fußball reden würden und keiner auf den Platz ginge, käme auch kein Spiel zustande. Er glaube weiterhin daran, dass es Potenzial für die Marke gebe. Allerdings müsste vor Ort dafür gesorgt werden, dass Bürger, Gastronomen und Läden Peniger Bier auch wollen. Dann könne er problemlos erste Chargen brauen.

Adressat der Kritik ist in erster Linie Penigs Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU). Er gab sich zurückhaltend und verwies auf unterschiedliche Sichtweisen. Er glaube allerdings nach wie vor daran, dass regionale Biere und Brauereien ähnlich wie in Bayern funktionieren könnten. "Die Leute suchen in dieser globalisierten Welt vermehrt nach Identifikationspunkten mit ihrer Heimat. Und das wird sich noch stärker ausprägen", so Eulenberger.

Zur aktuellen Lage passt, dass die jüngsten Aktivitäten auf dem Brauerei-Areal mit Ab- statt Aufbau zu tun hatten. Ludwig Hörnlein ließ Halterungen abtransportieren, die einst die bereits ausgebauten großen Lagertanks fixiert hatten. Große Menge an Bier wie einst würden hier ohnehin nicht mehr hergestellt, sagte er. Doch für den Brauprozess sei alles noch vor Ort und funktionstüchtig. Hörnlein warnte aber: Ewig werde er das Inventar nicht stehen lassen. Es müsse sich etwas bewegen, forderte der Brauereichef.

Die Brauerei-Familie Hösl hatte im September 2012 Insolvenz beantragt. Am 30. April 2013 war die Produktion gestoppt worden.

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