Brückenname in Harthau erinnert an Fabrikanten

Nach den Erbauern der ersten Baumwollmaschinenspinnerei Sachsens wird jetzt ein Übergang genannt. Auch wenn der Beschluss im Stadtrat einstimmig fiel, gab es doch Kritik.

Harthau.

Noch ist die Brücke nicht fertig gebaut, aber einen Namen hat sie schon: Die neue Verbindung zwischen Annaberger Straße und Am Harthauer Bahnhof heißt künftig "Gebrüder-Bernhard-Brücke".

Vor 220 Jahren, 1798, gründeten die Brüder Carl Friedrich und Ludwig Bernhard im heutigen Stadtteil Harthau die erste Baumwollmaschinenspinnerei Sachsens. Vorher hatten sie mit dem kurfürstlichen "Privilegium Exklusivum" die Lizenz zur fabrikmäßigen Produktion von Mule-Garn erhalten. Die in technischer und organisatorischer Hinsicht für Sachsen neuartige Fabrikanlage gilt als der Grundstein für die moderne Industrialisierung der Stadt und des Freistaates. Die Brüder Bernhard hatten schon seit Ende des 18. Jahrhunderts in Manchester, der heutigen Partnerstadt von Chemnitz, einen Baumwollhandel und eine -spinnerei betrieben.

Der Stadtrat folgte dem Namensvorschlag der Fraktion Vosi/Piraten bei fünf Enthaltungen einstimmig. Doch bereits im Vorfeld kritisierte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Pia Hamann, dass der Rat wider seine eigenen Regeln handelt. Im März 2017 hatte der Stadtrat beschlossen, den Anteil weiblicher Straßennamen in Chemnitz zu erhöhen. Hierfür sollen bei neu zu vergebenden oder zur Umbenennung stehenden Straßen Frauen vordringlicher beachtet werden. Vosi-Sprecher Lars Faßmann verwies darauf, dass es derzeit noch viele namenlose Brücken in Chemnitz gibt und diese Frauennamen bekommen könnten. (dy)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...