Bündnis erinnert an Amoklauf-Opfer

60 Teilnehmer bei Veranstaltung der Organisation "Aufstehen gegen Rassismus Chemnitz"

Etwa 60 Personen haben sich am gestrigen Mittwochnachmittag an einer Gedenkaktion auf dem Johannisplatz beteiligt, zu der das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" aufgerufen hatte. Gedacht wurde der Opfer des Amoklaufes von Hanau vor einem halben Jahr. Neun Kerzen und Bilder mit deren Namen hatten die Initiatoren aufgestellt, um an sie zu erinnern.

Der Täter erschoss am 19. Februar neun Menschen mit Migrationshintergrund, anschließend seine Mutter und sich selbst. Gabi Engelhardt, Organisatorin der Gedenkaktion, ist Mitglied des Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus" und möchte aufklären. "Wir sind nicht nur zum Gedenken der Opfer und Angehörigen hier, sondern auch, um die Hintergründe und Strukturen zu erklären", sagt die 59-Jährige. Sie spricht von der aus ihrer Sicht fremdenfeindlichen Gesinnung des Täters. Bei der Veranstaltung konnten sich Teilnehmer mit Redebeiträgen zu dem Thema äußern und Blumen niederlegen. Dabei seien 50 Teilnehmer angemeldet gewesen, so die Organisatorin. "Ich bin heute hier, um mich für People of color auf der ganzen Welt stark zu machen", sagt ein 24-jähriger Chemnitzer. Als People of color werden international Menschen anderer Hautfarbe bezeichnet. Einem anderen Teilnehmer war wichtig, dass die Aktion friedlich verlief und keine Polizei eingreifen musste.

Der Johannisplatz ist laut den Organisatoren ausgewählt worden, damit so viele Menschen wie möglich an die Tat erinnern. (trhe)

44 Kommentare
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  • 5
    1
    mops0106
    20.08.2020

    Auch seine Mutter wollte sicher nicht sterben und man hätte mit einer Kerze auch ihrer gedenken müssen.

  • 5
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    mops0106
    20.08.2020

    Es wird also nur der Opfer mit Migrationshintergrund gedacht...

  • 4
    4
    nevidimka
    20.08.2020

    10 Opfer. 9 Kerzen? Was stimmt nicht?

  • 7
    2
    Albatros
    20.08.2020

    Der Anschlag in Hanau wird medial und behördlich als rechtsextremistisch motivierter Terroranschlag eingeordnet, begangen von einem Täter mit rassistischem, islamfeindlichem und antisemitischem Weltbild, der psychisch krank war.

    Viele seiner Wahnvorstellungen finden sich auch in der Qanon-Bewegung wieder.