Bürger erwägen Initiative gegen geplanten Windpark in Amtsberg

Das Vorhaben einer Firma aus Freiberg, in Weißbach riesige Windräder zu errichten, nimmt weiter Form an. Dagegen regt sich in der Bevölkerung zunehmend Widerstand.

Amtsberg.

Der Plan einer Freiberger Firma, im Ortsteil Weißbach einen Windpark zu errichten, bewegt offenbar die Gemüter der Einwohner in Amtsberg. Und es regt sich in der Bevölkerung Widerstand gegen das Vorhaben. Das wurde auch bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich.

Doch zunächst machte Amtsbergs Bürgermeister Sylvio Krause deutlich, dass die Firma ihr Projekt weiter vorantreibt. So sei am Montag ein Schreiben aus Freiberg eingegangen, in dem die Gemeinde nach möglichen Ausgleichsflächen für den geplanten Windpark gefragt wird, so dieser denn genehmigt werden sollte.


Obwohl Amtsberg über Objekte wie etwa die Papierfabrik verfügt, die eine Renaturierung brauchen könnten, entschied sich der Gemeinderat dafür, nicht auf die Anfrage zu reagieren. "Damit würden wir ihnen in die Karten spielen", sagte Mathias Gläser stellvertretend für das gesamte Gremium. Eine Ausgleichsfläche zu nennen, könnte aus seiner Sicht als Unterstützung des Projekts interpretiert werden, was jedoch ganz und gar nicht im Sinne des Gemeinderats ist.

Obwohl die kommunalen Vertreter das Vorhaben ablehnen und im aktuell gültigen Regionalplan auch keine Windenergie-Fläche auf dem betroffenen Feld zwischen Weißbach und Gelenau ausgeschrieben ist, rechnet Sylvio Krause mit einem baldigen Antrag beim Landratsamt. Im April oder Mai dürfte es soweit sein. Dann liege es an den Behörden zu ermitteln, ob das Vorhaben zulässig ist oder nicht.

Trotz aller Vorbehalte seitens der Amtsberger sei gegen diesen Versuch der Firma laut Krause nichts einzuwenden, denn: "Die emotionale Schiene ist das eine, die rechtliche aber etwas ganz anderes." Bei der Prüfung des Antrags wird es auf die Eignung des Standorts und die Einhaltung von Richtlinien ankommen, voraussichtlich auch auf Gutachten - und nicht zuletzt auf die Meinung der Bevölkerung, erläutert Krause. Der Bürgermeister rechnet damit, dass die entsprechenden Unterlagen im Herbst öffentlich ausgelegt werden. Kurz darauf werde es einen Erörterungstermin der Gemeinde geben, bei dem Einwände persönlich vorgetragen werden können". Eine Entscheidung zum Windpark Amtsberg ist in Krauses Augen nicht mehr in diesem Jahr zu erwarten. Trotz des Zeitraums lote die Gemeinde schon jetzt viele Möglichkeiten aus. So bestehe Kontakt zu Kommunen, in denen ähnliche Projekte scheiterten, zu Ornithologen, Förstern und auch einem Rechtsanwalt. "Wir werden nicht ohne juristische Begleitung in dieses Verfahren gehen", kündigte Krause an. Außerdem gelte es, "genügend Material zu sammeln, um unsere Ansichten zu untermauern".

Am Ende der Gemeinderatssitzung berichteten Bürger dann von eigenen Aktivitäten. Auch sie hatten sich an anderen Orten umgehört, in denen Windparks entstehen sollen, und dabei einiges über Möglichkeiten erfahren, sich zur Wehr zu setzen. Von einer Unterschriftensammlung, über ein Bürgerbegehren bis hin zur Gründung einer Bürgerinitiative war die Rede. "Die Bevölkerung sollte sich regen", so Sylvio Krause.

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7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    Tauchsieder
    30.03.2019

    Die Mühlroser haben gerade keine Zeit "61ch....", die sind zur Zeit dabei ihre neuen Häuser einzurichten.

  • 3
    3
    61charly
    29.03.2019

    Vielleicht sollten sich die Weißbacher mal zusammen setzen mit den Einwohnern von Mühlrose, deren Dorf gerade für die Braunkohle weggebaggert wird um auch den Strom der Weißbacher zu erzeugen.

  • 6
    2
    UK13
    29.03.2019

    Als Betroffener Anwohner und nach 38 Jahren Tätigkeit in der Energiewirtschaft war ich zur Vorstellung des Projekts in der Turnhalle Weißbach anwesend.Man wollte uns tatsächlich erzählen das auf unserem Land etwas "Gutes "entstehen soll.Die Folge:schallendes Gelächter.Ca.250 Anwohner hatten sich versammelt und hätten am liebsten die Fa.Sabowind aus der Halle geworfen.Es herrschte Einigkeit dieses Vorhaben abzulehnen.Auf meine persönliche Frage an die Geschäftsführerin der Fa.Sabowind wie sie sich denn menschlich fühle ein derartiges Projekt gegen den Willen der Anwohner weiterzutreiben, lehnte sie eine Antwort ab.Auch nach dem evtl.Wertverlust der Grundstücke gefragt, wurde hilflos auf das Lesen einer Broschüre hingewiesen.Zum Naturschutz und dem Brutgebiet des Rotmilans wurde ausweichend auf die gesetzlichen Bestimmungen verwiesen.Auch die Frage wieviele Mitarbeiter der Fa.Sabowind in der Nähe von über 200 m hohen Windrädern wohnen wurde keine Antwort gegeben. Ich kann nur sagen,eine peinliche Vorstellung.Ich denke die Bürger Amtsbergs werden geeignete Wege finden das Projekt zu verhindern.

  • 10
    4
    Einspruch
    27.03.2019

    Die nächste Generation wird wahrscheinlich fragen, warum habt ihr die schöne Natur mit häßlichen Windrädern vollgepflastert, die teuren unbezahlbaren Strom erzeugen, falls sie laufen. Warum habt ihr damit Massen von Vögeln und Insekten gekillt? Die streiken dann sicherlich schon Donnerstag, bevor sie nach der Demo über die Krokusse auf der Wiese stapfen.

  • 10
    5
    franzudo2013
    27.03.2019

    Wenn man keine Fledermäuse, Greifvögel und Insekten haben will, muss man viele Windräder aufstellen.
    Wenn man hohe Energiepreise und keine CO²- Reduzierung haben will, muss man ebenfalls viele Windräder aufstellen.
    Wenn man die schöne Erzgebirgslandschaft nicht mag, dürfen Windräder nicht fehlen.

  • 6
    8
    Tauchsieder
    27.03.2019

    Kleiner Tipp an die Betroffenen, man soll sich mal mit der Gemeinde Meßbach im Vogtland in Verbindung setzen.Die haben gezeigt, wie man diesen Wahnsinn verhindern kann. Naturschutzverbände sind da auch sehr hilfreich, was natürlich der Rorschopf aus der Lausitz ganz anders sieht.

  • 7
    8
    Hinterfragt
    27.03.2019

    Genau das ist der Punkt, man schreit nach Kohleausstieg, lässt die Jugend dafür die Schule schwänzen, aber wenn es dann konkret wird, will niemand die Windräder haben.
    An die "grün verblendeten": Es geht nicht nur das Eine von Beiden!



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