Bürgerinitiative fordert Rechenschaft über Baumfällung

Im Zuge von Bauarbeiten ist in Rabenstein eine alte Rotbuche abgesägt worden. Die Begründung des Rathauses dafür wird im Stadtteil angezweifelt.

Rabenstein.

Sie war einer der schönsten Bäume im Stadtteil. Das sagt Gottfried Reuther, Vorsitzender der Unabhängigen Bürgerinitiative Rabenstein (UBR), über eine Rotbuche, die an der Weigandstraße unweit der alten Bahnstrecke nach Obergrüna stand. Doch im Mai dieses Jahres wurde sie gefällt - ohne stichhaltigen Grund, wie die Mitglieder der UBR und andere Rabensteiner finden.

"Der Baum, der etwa im Jahr 1900 gepflanzt wurde, war völlig gesund", empörte sich Reuther in der jüngsten Einwohnerversammlung der Stadtverwaltung für das westliche Stadtgebiet im Haus des Gastes in Reichenbrand. Damit widersprach er der Auskunft, die er kurz nach der Fällung der Buche aus dem Grünflächenamt erhalten hatte.

Demnach hatte eine Tiefbaufirma, die zu der Zeit einen defekten Abwasserkanal an der Weigandstraße sanierte, eine Genehmigung für Grabungen im Wurzelbereich des Baumes beantragt. Bei einem Ortstermin habe die zuständige Sachgebietsleiterin jedoch festgestellt, dass unmittelbar am Stamm des Baumes hätte gegraben werden müssen und dieser einen massiven Riss über seine gesamte Länge aufgewiesen habe. Wegen dieses Risses und weil dabei die Wurzel des Baumes beschädigt worden wäre, habe die Grabung aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht erlaubt werden können, so das Grünflächenamt. Stattdessen sei der Baufirma mitgeteilt worden, dass die Buche zu fällen ist. Wegen des in dem Bereich verlaufenden Abwasserkanals sei auch keine Nachpflanzung an gleicher Stelle möglich. Die Stadt werde aber in unmittelbarer Nähe als Ersatz einen neuen Baum pflanzen, wurde versichert.

Die Bürgerinitiative widerspricht jedoch vehement. "Der Baum hatte nie einen Riss", sagt Gottfried Reuther und könne das auch mit Fotos belegen, die unmittelbar nach der Fällung gemacht wurden. Die Auskunft, dass die Buche kerngesund sei, habe eine Anwohnerin noch am Freitag vor der Fällung von einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung erhalten, die den Baum kontrollierte. Am Montagmorgen sei die Buche dennoch abgesägt worden und schon zwei Tage später seien Stamm und Äste abtransportiert, der Wurzelstock abgefräst und mit Erde überdeckt gewesen. "Sogar Gras war schon gesät", so Reuther, der diese Eile verdächtig findet.

In der Einwohnerversammlung forderte er deswegen vom Baudezernat der Stadtverwaltung Rechenschaft darüber, wie es zu der Fällung gekommen war. Baubürgermeister Michael Stötzer sagte für die erste Oktoberhälfte ein Treffen mit der Bürgerinitiative zu, bei dem unter anderem zur Fällung der Buche Stellung genommen werden soll.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    6
    Interessierte
    26.09.2019

    Seit 30 Jahren werden sukzessive die Schönheiten unserer Stadt zerstört - ganz still und heimlich und hinterhältig ...
    Die Beispiele hier sind sehr zutreffend …...………..
    https://de.wiktionary.org/wiki/hinterh%C3%A4ltig

  • 3
    5
    Interessierte
    26.09.2019

    "Der Baum hatte nie einen Riss" ……...…

    " Bei einem Ortstermin habe die zuständige ´Sachgebietsleiterin` jedoch festgestellt, dass unmittelbar am Stamm des Baumes hätte gegraben werden müssen und dieser einen massiven Riss über seine gesamte Länge aufgewiesen habe.
    ( wegen einem ´Riss` wurde auch schon das Haus ggü. vom Luxor abgerissen …

    Wegen dieses Risses und weil dabei die Wurzel des Baumes beschädigt worden wäre, habe die Grabung aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht erlaubt werden können, so das Grünflächenamt
    ( das ein ´Grünflächenamt` nicht sprechen kann , wer spricht denn da in dem ´Grünflächenamt` ?

    Das Treffen im Oktober nützt aber nun auch nichts mehr !
    Was kann man denn alles aus Rotbuchenholz machen ?



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