Bürgermeister äußert sich zu Urlaub des Amtsarztes im Lockdown

Am Montag war bekannt geworden, dass sich Dr. Harald Uerlings in einem mehrwöchigen Urlaub befindet, womöglich im Ausland.

Sozialbürgermeister Ralph Burghart hat sich zum mehrwöchigen Urlaub des Chemnitzer Amtsarztes Dr. Harald Uerlings mitten im Lockdown geäußert. In einem Statement, das das Rathaus am Donnerstagmorgen herausgab, heißt es: "In dem Moment, in dem die Stadtverwaltung die erste Anfrage zu diesem Thema erhalten hat, hat sie ehrlich und wahrheitsgemäß geantwortet. Ich weiß nicht, wo Dr. Uerlings seinen Urlaub verbringt. Ich habe ihm nach einer mehrwöchigen Erkrankung im Dezember seinen gewünschten längeren Urlaub genehmigt. Dies, damit er sich richtig von seiner Krankheit erholen kann", sagt Burghart.

Das Gesundheitsamt sei zu jederzeit komplett arbeitsfähig und alle Aufgaben von Harald Uerlings würden von Kollegen übernommen. Burghart ergänzte: "Es ist nicht Aufgabe des Vorgesetzten, seine Mitarbeiter zu befragen, wo sie ihren Urlaub verbringen. Sollten die Gerüchte, für die ich bislang keine Belege habe, zutreffen, ist das Verhalten des Amtsleiters zweifelsohne moralisch deutlich zu hinterfragen. Ich werde selbstverständlich mit ihm dazu sofort nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub im Februar sprechen.

Am Montag war bekannt geworden, dass sich Dr. Harald Uerlings in einem mehrwöchigen Urlaub befindet, womöglich im Ausland. Die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Stadtrat, Kathleen Kuhfuß, hat daraufhin am Mittwoch die Haltung der Stadtspitze zum Urlaub des Leiters des Gesundheitsamtes kritisiert. (lumm)

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2222 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 17
    4
    TFH
    22.01.2021

    @Gegs: Es gilt zur Zeit in Sachsen, dass man in sich in einem Gebiet von 15 km bewegen darf und Urlaubsreisen auch nicht gestattet sind. Ihre private Meinung dazu ist mir herzlich egal. Wie soll man das der Bevölkerung noch nahe bringen, wenn das für den Leiter des Gesundheitsamtes (sollte sich der Verdacht bestätige) nicht zu gelten scheint?

    Nehmen Sie mir's nicht übel, aber diese Feststellung als "bar jeden Wissens" hinzustellen ist nur noch dummdreist. Zu ihrer Frage: Ja, ich trage Maske, bleibe innerhalb der 15 km, halte mich also an die Regel.

    Es ist außerdem nicht zynisch von einem Beamten zu verlangen, dass er sich an die Regeln hält. Ihre Andeutungen, dass niemand die aktuellen Regeln einhalten könne, außer er sei eine unmenschliche Maschine, ist gegenüber allen, die durch die Einhaltung der Corona-Regeln die Zahl der Toten versuchen einzudämmen - und das ist die Mehrheit - nur als niederträchtig zu bezeichnen.

  • 15
    8
    Wolfgangdererste
    22.01.2021

    Ich denke es ist einfach Ignoranz gegenüber den Bürgern von Chemnitz, die mit 15 km im Radius leben. Kann sich das jemand in der Wirtschaft leisten ? Da geht es um Existenzen. Es gibt genügend konkrete Beispiele wo zu erkennen ist, dass das Gesundheitsamt den Anforderungen in der Vergangenheit nicht gewachsen war. Aus welchem Grund auch immer.
    Nun geht die Inzidens in Chemnitz erfreulicherweise deutlich runter, obwohl der Amtsarzt gleich mehrere Wochen in Urlaub ist. Zumindest ist es mit Sicherheit nicht sein Verdienst.

  • 14
    15
    Gegs
    22.01.2021

    @ TFH:
    Am Besten gleich mal bar ohne jeglichen Wissens von einer Umgehung der Reisebeschränkung reden, die es bis dato so nicht gibt. Wer sich dabei an die Eindämmungsmaßnahmen (Quarantäne) hält, kann vor mir aus zum Mond fliegen. Ich gönne es jedem.

    Zynisch halte ich es, von einem Staatsdiener nur deshalb mehr zu verlangen, weil er ein solcher ist. Auch Beamte sind keine Maschinen, sondern ganz normale Menschen. Hoffentlich verhalten Sie sich immer zu 150 Prozent moralisch.

  • 7
    3
    Babsie
    22.01.2021

    Babsie
    Statt Amtsantritt muss es Amtsleiter heißen.......

  • 11
    4
    Babsie
    22.01.2021

    Der Amtsantritt wurde ja bereits beurlaubt. Für mich ein Zeichen, das dort was nicht stimmt. Vielleicht wäre es gut, ihn ganz zu beurlauben.....

  • 19
    9
    Lenki
    22.01.2021

    1. Auch wenn man krank ist, erwirbt man arbeitsrechtlich weiterhin einen Urlaubsanspruch.
    2. Es ist der Amtsarzt, er muss als Amtsleiter nur die Entscheidungen der Politik umsetzen, er trifft diese nicht selbst.
    3. Datenschutz? Nein hier wird Hexenjagd betrieben! Da muss die Fr. Kuhfuß sofort offen legen woher sie hier die Informationen hat!
    4. Corona, Amtsarzt, Überlastungsanzeige, längere Erkrankung... das klingt für mich Richtung Born out. Und dann ist das falsch, wenn er sich fern ab in einem NICHT-RISIKOGEBIET nach der Krankschreibung erholt?
    5. Sollte meine vermutete Diagnose stimmen wäre es eine totales moralisches No-Go von Fr. Kuhfuß diesen Mann persönlich in der Öffentlichkeit so herunterzumachen.

  • 17
    9
    TFH
    22.01.2021

    @Beweisfoto: Hier kloppt überhaupt keiner auf einen Kranken ein. Hier wird - auch von mir - die Art und Weise kritisiert, wie mehrwöchiger Urlaub in Krisenzeiten offenbar für einige problemlos möglich gemacht wird, während die anderen am Limit arbeiten.

    Hier wird kritisiert, dass der Urlaub wohl nicht unter Lockdown-Bedingungen stattfindet.

    Hier wird die Art der Kommunikation kritisiert.

    Das alles mit dieser rührseligen Argumentation: "Hier geht jemand auf einen Kranken los", ist ziemlich mieser Diskussionsstil. Auch Kranke haben sich im Übrigen an Gesetze und Vorgaben zu halten. Krankheit und durch Krankheit bedingte notwendige Erholung laufen über den Arzt, über Krankschreibungen oder reduzierte Arbeitszeiten und nicht über Sonderurlaub in Zeiten, wo jeder Fehlende im Gesundheitsamt einer zu viel ist. Wenn kein Grund mehr für eine Krankschreibung vorliegt, erwarte ich von einem Beamten, dass er seinen Dienst tut.

  • 23
    7
    Leseathlet
    22.01.2021

    Wenn sich Herr Dr. Uerlings wirklich im Ausland aufhält, während hier die Hotels und Restaurants geschlossen haben und wir uns im 15-km-Radius bewegen dürfen, dann ist das starker Vertrauensmissbrauch!

  • 14
    8
    Jeremias
    22.01.2021

    Danke Freie Presse... Ihr habt ja mit dem Beitrag, 'Kritik am Urlaub des Chemnitzer Amtsarztes' mal etwas Licht in die Sache, oder besser ins Gesundheitsamt, gebracht. Umsonst hätte sich Sozialbürgermeister Ralph Burghart nicht eingeschaltet.

  • 30
    14
    Beweisfoto
    21.01.2021

    Zu diskutieren ist, warum der Arbeitgeber zunächst ein Krankheitsbild kommuniziert. Das ist mal ganz eindeutig fehlerhafte Kommunikation. Normalerweise darf/ muss der Arbeitgeber noch nicht mal wissen, was sein Arbeitnehmer hat. Geschweige denn, in die Welt hinausposaunen.
    Wenn wir vom kommunizierten Krankheitsbild ausgeht (was weiter unten in einem anderen Kommentar auch benannt wird), dann ist auch der anschließende "Urlaub" nachvollziehbar. Auf einen erkrankten Menschen draufzukloppen, ist einfach nur schäbig.

  • 21
    8
    KTreppil
    21.01.2021

    Mich bestärkt es. Wenn ein Amtsarzt es für richtig hält, werde ich mir auch kein schlechtes Gewissen machen lassen und zur nächstmöglichen Gelegenheit verreisen. Jedenfalls kann ich ihn verstehen, wer will nicht raus aus Lockdown und 15km Beschränkungen? Nur leider hat uns die Ferienverlegung des Kultus die Pläne vermasselt. Mal ehrlich, wer möchte den AG erst fragen müssen, wo und wie man Urlaub verbringt? Natürlich sollte man derzeit nicht in ausgewiesene Risikogebiete reisen, soviel Verantwortungsbewußtsein sollte sein und denke ich mal hatte auch der Amtsarzt. Soweit, dass ich jedoch meinem AG rechenschaftspflichtig bin, soll es bitte nie kommen. Da das keiner wirklich wollen kann, ist diese Entrüstung eine scheinheilige Neiddebatte. Das manch Einer die nächste Zeit aus finanziellen oder anderen hinderlichen Gründen leider nicht mal leise ans Verreisen zu denken wagt, haben ganz andere hohe Entscheidungsträger zu verantworten. Eine Frage von Adressatengerechtigkeit.

  • 30
    9
    TFH
    21.01.2021

    @Gegs: Ja, kann man so sehen. In Anbetracht der Tatsache, dass das Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen Pandemiebedingt am Limit arbeitet, kann man dieses: "Jeder kann Urlaub machen, wenn er will!" nur als zynischen Unsinn bezeichnen. (Zumal das in der freien Wirtschaft auch in Nicht-Pandemie-Zeiten so nicht geht.) Erholung hätten im Pflegebereich bestimmt 100% der Mitarbeiter nötig und verdient; für die wird zur Zeit nicht mal mehr geklatscht.

    Wenn er krank ist, ist das in Ordnung. Aber dafür gibt's Krankschreibungen und nicht mehrwöchige Urlaubsreisen bei denen evtl. noch die Reisebeschränkungen umgangen wurden (was aber noch zu prüfen ist!).

  • 42
    25
    AliceAndreas
    21.01.2021

    Tut mir leid, ich weiß ehrlich gesagt nicht wie man dafür Verständnis aufbringen kann!

    Der Mann ist Leiter des Gesundheitsamtes! ... einem Amt bei dem so ziemlich gar nichts funktioniert (Thema Quarantäne Bescheide).
    ... einem Amt das durch diverse haarsträubende Bestimmungen die Leute seit Monaten aufreibt, Maßnahmen erlässt die Menschen zur Verzweiflung bringen und teilweise nicht nachvollziehbar sind.

    Krank werden kann jeder, auch so schwer das man dann eine Auszeit braucht und Urlaub nimmt - aber nicht irgendwo im warmen während hier bei 15 km Schluss ist!!!

  • 30
    21
    Thomas85
    21.01.2021

    Das ist halt der Unterschied zur freien Marktwirtschaft,in der freien Wirtschaft gibt es zu "Stoßzeiten" Urlaubssperren und beim Beamtendasein ist es egal weil diese ja kein Profit erwirtschaften müssen und meist eh nach dem Motto arbeiten,was heut nicht wird,wird halt erst morgen...oder Übermorgen.Daher,Augen auf bei der Berufswahl.

  • 33
    14
    Gegs
    21.01.2021

    „ ...läuft das über den Arzt - bei Ämtern und Behörden durchaus auch über den Amtsarzt“

    Der Amtsarzt entscheidet über Amtsarzt. Das halte ich für eine gute Idee. Kann sich selbst befragen, wie er sich fühlt.

    Im Übrigen muss ich mich als Arbeitnehmer nicht dafür rechtfertigen, wenn ich Urlaub nehmen möchte. Wenn ich ihm für meine Genesung brauche, sei‘s drum. Für den Arbeitgeber ist diese Variante allemal besser, als wenn ich weiter krank bin.

  • 28
    17
    TFH
    21.01.2021

    @Kastenfrosch: Überhaupt nicht gewagt. Wenn es noch weiteren Erholungsbedarf gibt, läuft das über den Arzt - bei Ämtern und Behörden durchaus auch über den Amtsarzt, reduzierter Arbeitszeit, etc. und nicht mal eben über Urlaub. Daraus dann eine Neiddebatte basteln zu wollen, ist schon sehr schwach.

    Hier scheint allerdings auch ein erhebliches Kommunikationsdefizit vorzuliegen.

  • 37
    11
    lax123
    21.01.2021

    Letzten Endes ist er nur ein Mensch mit begrenzten Ressourcen.
    Keiner kann unendlich lang durcharbeite, sondern braucht Erholung.

    Mein Problem ist weniger der Urlaub an sich als vielmehr das Ziel der Reise.
    Das hat nun wirklich keinerlei Vorbildfunktion und sollte Konsequenzen haben.

  • 59
    23
    gelöschter Nutzer
    21.01.2021

    Die Grünen wieder mal und ihr Verständnis von arbeitnehmerischer Freiheit. Wenn ein Mitarbeiter in den Urlaub geht, dann ist das grundsätzlich erst einmal ok. Das Einverständnis vom Vorgesetzten hat Hr Uerlings nunmal auch. Er nutzt den Urlaub, um sich vollständig von seiner Erkrankung zu erholen. Das kann man hinterfragen, denn hierfür gibt es Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen - vermutlich auch für einen leitenden Amtsarzt. Jedoch ist es für die Stadt sicher finanziell lohnender, wenn der Amtsarzt in seinem Urlaub sich erholt, anstatt erst Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, dann Kur, dann Urlaub. Das könnte Fr Kuhfuß hinterfragen, anstatt hier öffentlich jemanden anzuzinken. Niedrigstes Niveau.

  • 48
    24
    Kastenfrosch
    21.01.2021

    "Auch die Erklärung man habe den Urlaub zu Genesungszwecken genehmigt, verstehe ich nicht. Das geht bei keinem Angestellten, dass man an eine Erkrankung nochmal drei Wochen Urlaub ran hängt. Wie kann das sein, dass das im Amt geht?"

    Gewagte These. Ist es nicht im Sinne des Arbeitgebers, dass der Arbeitnehmer so schnell wie möglich voll leistungsfähig wird? Kann es sein, dass Sie Ihre Erfahrungen (Enttäuschungen) zum Goldstandard dessen machen, wie die Welt zu sein hat? Was Ihnen nicht vergönnt ist, soll auch kein Anderer haben?

  • 60
    22
    Gegs
    21.01.2021

    Bitte!
    Jetzt mal wieder runter vom hohen Ross!

    Erstens finde ich nichts Verwerfliches daran, zu reisen. Wenn zum Besuch ein Rentner 3 Monate auf den Kanaren überwintert und sich dabei an die Regeln (evtl. Quarantäne) hält, was ist daran falsch.

    Im Übrigen gab es eine Überlastungsanzeige, das heißt: Rien ne va plus. Da kann man als Arbeitgeber froh sein, wenn der Mitarbeiter nicht länger ausfällt.

    Im Übrigen wäre es wohl auch sehr dämlich, einen Amtsarzt zum Bürodienst einzuteilen.

  • 40
    78
    Lesemax
    21.01.2021

    Hier ist eine sofortige Kündigung von Nöten. Das Sprichwort: "Wasser predigen und selbst Wein saufen" trifft hier den Nagel auf den Kopf.

  • 55
    51
    TFH
    21.01.2021

    "Das Gesundheitsamt sei zu jederzeit komplett arbeitsfähig und alle Aufgaben von Harald Uerlings würden von Kollegen übernommen."

    Wie geht das, wenn man personaltechnisch am Limit ist und erst mit Wochen Verspätung Quarantäne-Bescheide verschicken kann? Die Kollegen, die Uerling vertreten, fehlen an anderer Stelle und das geht in Zeiten der Pandemie einfach nicht. Wenn der Herr krank ist, geht es nicht anders, aber, wenn er wieder fit ist, erwarte ich, dass er auf Arbeit geht. Bei derartigen Verzögerungen kann man auch nicht von "komplett arbeitsfähig" sprechen. Man war wohl eher personalmäßig am Limit und völlig überfordert.

    Auch die Erklärung man habe den Urlaub zu Genesungszwecken genehmigt, verstehe ich nicht. Das geht bei keinem Angestellten, dass man an eine Erkrankung nochmal drei Wochen Urlaub ran hängt. Wie kann das sein, dass das im Amt geht?

    Sollte der Herr tatsächlich in Lockdown-Zeiten gereist sein, gehört er entlassen und die Pensions-Berechtigung geprüft.