Bundes-Oscar der Kleingärtner geht nach Gablenz

Die "Sonnige Höhe" hat einen deutschlandweiten Wettbewerb gewonnen. Das Preisgeld wird aus mehreren Gründen dringend gebraucht.

Gablenz.

In Kürze steht für Peter Goller ein wichtiger Termin an. Der Vorsitzende des Gablenzer Kleingartenvereins "Sonnige Höhe" wird sich mit dem Vertreter eines Spielzeugunternehmens treffen. Es geht um den Kauf verschiedener Geräte für einen Spielplatz, der nächstes Jahr auf dem Gelände der Kleingartenanlage errichtet werden soll. Goller kann mit einem guten Gefühl in das Gespräch gehen - schließlich gab es jetzt einen unerwarteten Zuschuss für die Vereinskasse.

Die "Sonnige Höhe" ist beim bundesweiten Wettbewerb "Gärten im Städtebau" mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden. Im Juni hatte eine Jury die Anlage in Gablenz besichtigt, nun fand die Abschlussveranstaltung in Berlin statt. Im Palais am Funkturm auf dem Messegelände der Hauptstadt hatten sich rund 800 Gäste versammelt, darunter auch die fünfköpfige Chemnitzer Delegation. 20 Kleingartenvereine aus ganz Deutschland waren im Finale vertreten. Außer den Chemnitzern bekamen auch Vereine aus Berlin, Hildesheim, Karlsruhe, Landau und Rottweil Gold. Insgesamt 25.500 Euro Preisgeld wurden vergeben - davon gehen 1500 Euro an die "Sonnige Höhe".

Für Peter Goller sei die Auszeichnung eine "sehr, sehr angenehme Überraschung" gewesen. Bis zur Bekanntgabe habe man keine Ahnung gehabt, wie die eigene Anlage im Vergleich zu den Mitbewerbern abgeschnitten hat. Letztendlich habe die gelebte Nachhaltigkeit im Gablenzer Verein die Punktrichter überzeugen können, verrät Goller. Schon bei der Besichtigung im Juni habe Jury-Präsident Jürgen Sheldon gesagt, dass er mehr Wert auf eine lebendige Wildblumenwiese als auf einen akkurat gepflegten englischen Garten lege. Auf der "Sonnigen Höhe" hätten neben Gemüse- und Zierpflanzen auch Gänseblümchen und Löwenzahn ihren Platz, betonten die Vereinsmitglieder schon damals.

Gemeinsam mit Fördermitteln der Stadt soll mit dem Preisgeld nun der schon seit langem vorgesehene Spielplatz realisiert werden. Ab dem kommenden Frühjahr sollen Kinder dort toben können. Laut Goller seien einige Sponsoren, die das Vorhaben unterstützen wollten, abgesprungen, weshalb man die zusätzlichen Mittel gut gebrauchen könnte. Doch auch wegen eines akuten Anlasses sei die Finanzspritze ein Segen: Erst kürzlich habe es in der Gartenanlage einen Wasserrohrbruch gegeben.

Die Zeit und die Möglichkeit, auf den Erfolg im alle vier Jahre stattfindenden Wettbewerb anzustoßen, hatten die Vereinsmitglieder bislang nicht. Der Zeitplan in Berlin sei sehr straff gewesen, sagt Goller. Zwischen Festreden, Vorstellungsfilmen der Teilnehmer und Auszeichnung der Gewinner sei nicht einmal die Zeit für Gespräche mit den Kleingärtnern aus anderen Städten geblieben. Stattdessen habe der Vereinsvorstand aber demnächst eine Veranstaltung im eigenen Vereinsheim geplant, bei der insbesondere den engagierten Mitgliedern gedankt werden soll. Am Rande könnte es dort auch darum gehen, wie es mit den fünf kürzlich freigewordenen Parzellen weitergehen soll. Einige Mitglieder hätten aus Altersgründen aufgehört, berichtet Goller. Am liebsten wäre es ihm, wenn junge Familien mit Kindern die Gärten übernehmen würden. Mit der Planung des Spielplatzes arbeitet er bereits an einem weiteren Argument für diese Zielgruppe, in die Kleingärtnerei einzusteigen.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...