Burgstädt befürchtet Sanierungs-Stau für Straßen

Ein neues Konzept für Straßen-Instandsetzung könnte Mittelsachsen hart treffen. Ausfallstrecken drohen aus dem Fokus des Landes zu geraten.

Burgstädt/Lichtenau.

Im Landkreis Mittelsachsen formiert sich Widerstand gegen die Pläne des sächsischen Verkehrsministeriums, künftig vor allem viel befahrene Straßen instand zu setzen und auszubauen. Das Konzept könne so nicht bleiben, sagt beispielsweise der CDU-Landtagsabgeordnete Steve Ittershagen: "In dieser Form findet es nicht meine Zustimmung."

Betroffen davon ist auch die Burgstädter Region. So wird die S 242 von Burgstädt in Richtung Cossen und Geithain als Straße mit geringer Verkehrsbedeutung eingestuft, ebenso die Chemnitztalstraße (S 240) im Schweizerthal. Das Burgstädter Rathaus befürchtet einen Sanierungs-Stau für diese Strecken und eine Rückstufung, sodass künftig die Kommunen dafür zuständig sind. Ähnlich könnte es die S 204 zwischen Frankenberg, Lichtenau und Auerswalde treffen.


Dass gerade Stimmen aus Mittelsachsen auf eine Nachbearbeitung und eine neue Version des Konzeptes drängen, hat seinen Grund. In drei Kategorien will das Ministerium die sächsischen Staatsstraßen einordnen, dabei soll vor allem die Verkehrsbelastung eine Rolle spielen. Die Staatsstraßen mit der geringsten Auslastung sollen nach Inkrafttreten zwar noch erhalten werden, allerdings liegt der Schwerpunkt auf den viel befahrenen Straßen. Die sächsischen Landkreise befürchten, dass deswegen diese Straßen hintangestellt werden, sodass sich ihr Zustand weiter verschlechtert. Mittelsachsen wäre davon besonders betroffen. Denn sachsenweit gibt es hier im Vergleich mit anderen Landkreisen viele Staatsstraßen mit wenig Verkehr.

Ittershagen hat Bedenken, dass es aufgrund des Konzeptes zu Fehlplanungen kommen kann. Denn in die Kategorie, für die künftig nur noch wenig Gelder fließen sollen, fallen auch die S 195 und 196 in Reinsberg. Die Strecken würden aber besonders genutzt, wenn es auf der Autobahn 4 Richtung Dresden Stau gebe, sagt Ittershagen. Dann rollen dort mehr Autos als zu normalen Zeiten. Dafür sei die Route aber nicht ausgelegt.

Die CDU-Landtagsfraktion hat deswegen Klärungsbedarf beim Verkehrsministerium signalisiert. Im Arbeitskreis für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr soll das Ressort von Minister Martin Dulig (SPD) seine Pläne noch einmal im Detail vorstellen. Nach den bisherigen Zeitplänen sollte das neue Konzept eigentlich Ende des Jahres in Kraft treten. Ob es dabei bleiben kann, ist ungewiss. Zu groß ist mittlerweile die Kritik daran. Zumal sich die Städte und Gemeinden noch gar nicht positioniert haben. Ein Treffen mit dem Sächsischen Städte- und Gemeindebund steht für das Ministerium noch aus. Doch vonseiten der mittelsächsischen Kommunen gibt es bereits jetzt durchaus vernehmbar Einwände. Auch Gemeinden fürchten um den Zustand ihrer Straßen. So setzt das Landratsamt darauf, dass in den Konsultationen mit dem Ministerium nachgebessert wird. "Nach jetzigem Stand ist noch vieles im Fluss und der Vorschlag noch nicht abschließend", sagt Landrat Matthias Damm (CDU). "Straßenbau ist und bleibt ein Thema, denn nicht nur stark in Anspruch genommene Straßen sind zu berücksichtigen, sondern auch die mit einer geringeren Verkehrsbelastung und einer hohen Bedeutung für die Einwohner." Straßen bedeuteten Mobilität und seien "der wichtige Baustein für die Infrastruktur und damit für die Attraktivität der Region für Bürger und Unternehmen". (mit bj)

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