Burgstädt stoppt erneut Planungen für Hort-Neubau

Weil die Anzahl der Betreuungsplätze nicht ausreicht, will die Stadt ein neues Gebäude bauen. Nach monatelanger Suche nach einem Standort ist der jetzt gesichert. Nun gibt es ein neues Problem.

Burgstädt.

Eigentlich läuft jetzt alles planmäßig, sagte Burgstädts Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler) zur jüngsten Stadtratssitzung. Am 16. November soll ein Kaufvertrag für das Gartengrundstück der ehemaligen Gaststätte Albertsburg an der Göppersdorfer Straße beim Notar unterschrieben werden. Dann könnten die Planungen für einen Hort-Neubau mit 80 Plätzen weitergehen, damit schnellstmöglich die Bauarbeiten beginnen können.

Weil der Hort Traumland an der Göppersdorfer Straße mit einer Kapazität von 126 Plätzen zu klein geworden ist, planen die Stadträte seit Jahren einen Neubau. Gerechnet wird bisher mit einer Investition in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Laut einer Prognose steigt die Anzahl der Hortkinder kontinuierlich. Im Schuljahr 2019/20 wären es 170 Kinder und 2021/22 reichlich 200. Doch bisher fehlten das nötige Fördergeld und der Standort. Über den Standort hatte sich der Stadtrat im September geeinigt. Aus sechs Varianten wurde der Platz an der Albertsburg favorisiert.

Doch jetzt gibt es ein neues Problem. "Der Bauplatz reicht nicht mehr aus", sagte Naumann. Laut einer aktuellen Prognose würden künftig 100 Hortplätze gebraucht. Das hänge mit höheren Geburten und mehr Bedarf nach Hortbetreuung zusammen, fügte er hinzu. "Es werden mehr Kinder als gedacht den Hort besuchen." Deshalb müsse das Bauamt die bisherigen Planungen überprüfen. Geplant sei bisher ein Flachbau in L-Form, jetzt werde überlegt, ein mehrstöckiges Gebäude zu errichten. Zudem hatte es einen Planungsstopp gegeben, weil bisher von einer Fläche auf dem Sportplatz ausgegangen worden war. Auch die Auswirkungen auf die Kosten sollten beachtet werden.

Fakt sei, dass bei geplanten kommunalen Neubauten, deren Investitionsvolumen mehr als 2,2 Millionen Euro umfasst, der Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB) am Verfahren beteiligt werden müsse, sagte Naumann. So ein Beteiligungsverfahren dauere zwischen drei und sechs Monate, "das wäre ein enormer Zeitverlust", sagte Naumann. Deshalb wolle die Verwaltung die Investition auf 2,1 Millionen Euro abspecken. Ziel sei es zudem, Fördermittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro zu erhalten. Grundlage könnte das neue Stadtumbaugebiet-Süd sein. Laut Naumann soll noch dieses Jahr Fördergeld beantragt, bis Mitte des Jahres 2019 die Planungen konkretisiert und im dritten Quartal die Ausschreibung der Bauarbeiten auf den Weg gebracht werden. Ein Baubeginn sei dann im vierten Quartal möglich. Ein anspruchsvolles Ziel sei es, ab Schuljahr 2020/21 den Hortneubau mit 100 Plätzen zu eröffnen.

In der Zwischenzeit können 60 Erst- und Zweitklässler in einer Containeranlage an der Chemnitzer Straße betreut werden. Der Hort-Container sei eine Übergangslösung. Denn eigentlich sollte ein Neubau schon viel eher stehen. Neben der Unklarheit über Standorte kam es zu einer Verzögerung beim Festlegen von Planungsbüros.

Nun könnte es durch die Umplanungen erneut zu einem Zeitverzug kommen. Ein SIB-Sprecher sagt auf Nachfrage, dass die Sächsische Aufbaubank für die Förderung zuständig sei. Baufachlich prüfe die SIB die Unterlagen, ergänzt er. Bei staatlich geförderten Hochbauten im kommunalen Sektor sei eine Prüfung bei einer Förderung von mehr als 1,5 Millionen Euro notwendig. Das bestätigte eine SAB-Sprecherin auf Nachfrage. Zu Bearbeitungsfristen sagte sie, dass diese auch davon abhingen, mit welchem Planungsstand das Vorhaben beantragt werde und ob alle Unterlagen vollständig bei SIB eingereicht würden. "Die genannte Bearbeitungsdauer ist aber durchaus nicht unrealistisch", ergänzte sie.

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