Burgstädt will besser auf Städtebau-Missstände reagieren

Mängel im Straßennetz, in der Altbausubstanz und in Parks sollen behoben werden

Burgstädt.

Schandflecke in Burgstädt sollen bis zum Jahr 2028 verschwinden. Dafür hat der Stadtrat ein Konzept beschlossen. "Freie Presse" beantwortet die wichtigsten Fragen.

Welches Gebiet deckt das Konzept ab?

Die südliche Innenstadt. Für andere Stadtteile hat Burgstädt bereits Geld aus anderen Förderprogrammen erhalten. Diese setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Europäische Union, Bund und Freistaat stellen Geld zur Verfügung. Für die gesamte Stadt reichen die Mittel aber nicht aus.

Was sieht das Konzept vor?

Städtebauliche Missstände sollen behoben, das Gebiet als Wohn- und Lebensraum attraktiv und dadurch der Bevölkerungsrückgang aufgehalten werden. Fünf Schwerpunkte werden gesetzt: Erneuerung wichtiger Einrichtungen der Infrastruktur, die Sanierung von Straßen, Verbesserungen im Gebiet Schillerstraße/Straße der Deutschen Einheit und im Bereich Chemnitzer Straße/Göppersdorfer Straße sowie die Entwicklung des Musikerviertels südlich vom Gymnasium.

Welche städtebaulichen Missstände werden konkret benannt?

Schlechter Bauzustand von Gebäuden und Fassaden, bedrohte denkmalgeschützte Bausubstanz, hoher Leerstand und nicht zeitgemäße Wohnungsgrundrisse. Aber auch im Straßennetz gibt es große Mängel, besonders an der Kreuzung Ahnataler Platz, an der Straße der Deutschen Einheit sowie an Chemnitzer und Goethestraße. Wohnungsnahe Park- und andere Grünflächen, Geh- und Radwege sowie Querungshilfen fehlen - genauso wie Verbindungswege.

Welche Bauprojekte sollen über das Programm finanziert werden?

Der Hort-Neubau an der Göppersdorfer Straße, neue Parkplätze an der Kita Sonnenblume, die Sanierung der Kitas Lebensbaum und Regenbogen. Außerdem könnten die Vater-Jahn-Turnhalle samt Sportanlagen sowie der Sportplatz an der Turnhalle Albertsburg saniert werden.

Welche Straßen sollen saniert werden?

Kant-, Franz-Schubert-, Vater-Jahn-Straße und die südliche Göppersdorfer Straße. Verbindungswege zwischen Chemnitzer und Göppersdorfer Straße sollen geschaffen werden, so in Höhe Chemnitzer Straße 45 und 78. Geplant ist auch eine Fußgängerbrücke über die Bahnstrecke zum Wettinhain in Verlängerung der Beethovenstraße.

Ein Teil der Beethovenstraße ist saniert worden. Wann geht es auf dem zweiten Abschnitt weiter?

Die Beethovenstraße sollte dieses Jahr zwischen Friedrich-Marschner-Straße und Sebastian-Bach-Straße saniert werden. Doch das Bauvorhaben wurde verschoben. "Die Ausschreibung liegt vor", sagt Bürgermeister Lars Naumann. Aber das Vorhaben mit Kosten von 258.000 Euro werde erst 2019 realisiert, weil der Fußwegbau in Mohsdorf wichtiger sei. Diese Priorität hatte der Stadtrat beschlossen. Die Beethovenstraße soll in den Haushalt für 2019 aufgenommen werden.

Was ist in bestimmten Straßenzügen wie Schillerstraße/Straße der Deutschen Einheit geplant?

Kommunale und private Haus eigentümer sollen Fördergeld erhalten, um Gebäude abreißen zu können, zu sanieren oder neu zu bauen. Dazu gehören auch die Sanierung des Spielplatzes Schillerstraße und die Neugestaltung des Parks an der Dr.-Roth-Straße.

Wann können Hauseigentümer mit Extrageld rechnen?

Die Westsächsische Gesellschaft für Stadterneuerung hat die Planungen erstellt. Der Stadtrat hat das Konzept beschlossen. Das Papier ist Grundlage, um über das Bund-Länder-Programm Stadtumbau in eine Förderung zu kommen. Erst wenn diese genehmigt ist, kann das Burgstädter Bauamt mit Bauwilligen in Kontakt treten.

Können weitere Projekte in das Konzept aufgenommen werden?

Ja. Aber nur innerhalb der in der Grafik gezeigten Fläche. Kürzlich gab es zu diesem Thema ein Werkstattgespräch, sagt Bürgermeister Naumann. Eingeladen waren nicht nur Stadträte, sondern auch Vertreter von Wohnungsgesellschaften. Dabei wurde die weitere Vorgehensweise abgesteckt. Die Beratung soll in einer der nächsten Sitzungen ausgewertet werden.

Wann könnte es mit ersten Projekten losgehen?

Wenn das Stadtumbau-Fördergebiet genehmigt wird, könnte frühestens 2019 mit einzelnen Maßnahmen begonnen werden. Über Prioritäten entscheidet der Stadtrat. Bis zum Jahr 2028 sollen die Vorhaben realisiert werden. Das richtet sich aber auch nach dem Eigenanteil, den die Kommune und auch jeder private Eigentümer aufbringen muss. Es kann also sein, dass einige Vorhaben nicht verwirklicht werden, weil die Eigentümer sich das nicht leisten können.

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1Kommentare
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  • 1
    0
    miblst39
    03.11.2018

    Es wäre doch auch nicht schlecht, wenn die Brücke in der Chemnitzer Straße über den Brausebach endlich fertig würde.



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