CDU gewinnt alle Wahlkreise in der Region

Die Christdemokraten verteidigen ihre Direktmandate, auch wenn die AfD das Rennen teilweise spannend macht. Ein Politiker der Linken trat am Sonntag gleich bei zwei Wahlen an.

Wahlkreis 9 (Limbach-O./Hohenstein-E.): Jan Hippold (CDU) hat sein Direktmandat verteidigt. Der Limbach-Oberfrohnaer, der nicht über die Landesliste seiner Partei abgesichert war, distanzierte seinen stärksten Konkurrenten Stefan Frünke (AfD) um mehr als zehn Prozentpunkte. Sein bestes Ergebnis erzielte Hippold in Niederfrohna mit 46,1 Prozent der Erststimmen - ein Wert wie vor dem Erstarken der AfD. In Gersdorf betrug der Abstand zu Frünke hingegen nur gut drei Prozentpunkte. Der 44-Jährige zeigte sich am Sonntagabend erleichtert: "Ich hätte nicht gedacht, dass es so deutlich wird." Der Wahlkampf habe sich offenbar ausgezahlt: Hippold hatte öfter Stände in den Innenstädten aufgebaut und an Haustüren geklingelt als vor fünf Jahren. In Gesprächen mit Bürgern sei Bildung das wichtigste landespolitische Thema gewesen, berichtete der Politiker. Bedauern äußerte er darüber, dass die FDP den Einzug in den Landtag verfehlt hat. "Als Wirtschaftspolitiker hätte ich gern mit der FDP koaliert." Hinter Frünke landete Alexander Weiß auf Platz drei. Der Linken-Politiker fuhr sein bestes Ergebnis mit 20,2 Prozent in seiner Heimatstadt Hohenstein-Ernstthal ein. Dort trat der 26-Jährige am Sonntag auch bei der Oberbürgermeisterwahl an, unterlag aber Amtsinhaber Lars Kluge (CDU).

Wahlkreis 13 (Stollberg/Neukirchen): In allen Wahlkreisen des Erzgebirges lagen die CDU-Kandidaten vorn. Der Wahlkreis mit den Gemeinden Neukirchen, Amtsberg und Burkhardtsdorf bildete da keine Ausnahme: Rico Anton wird die Region auch künftig in Dresden vertreten. Der Oelsnitzer kam auf etwa 37Prozent der Stimmen. "Vor fünf Jahren hatte ich gut 41 Prozent. Die Verluste halten sich also in Grenzen", sagte der 41-jährige Verwaltungswirt am Sonntagabend, als er das Ergebnis mit Parteikollegen in Neuwürschnitz feierte. Anton war erfreut darüber, dass sich sein "positives Gefühl aus dem Wahlkampf" auch in Stimmen abbildete. Erschrocken zeigte er sich wegen des starken Ergebnisses der AfD. Deren Direktkandidat, Thomas Dietz aus Lugau, kam auf etwa 30 Prozent der Erststimmen. Alle anderen Bewerber waren deutlich abgeschlagen.

Wahlkreis 20 (Mittweida/Lichtenau): Iris Firmenich (CDU) holt erneut das Direktmandat. Die Frankenbergerin gewann gut 37 Prozent der Erststimmen und lag damit etwa sechs Prozentpunkte vor Holger Zielinski von der AfD. In dessen Heimatgemeinde Lichtenau schnitten beide Kandidaten leicht schlechter ab als im Rest des Wahlkreises. In zwei der neun Kommunen hatte Zielinski die Nase vorn: Kriebstein und Striegistal. Weil jene Ergebnisse früher eintrafen als die meisten anderen aus dem Wahlkreis, habe sie einen Schreck bekommen, sagte Iris Firmenich. Beruhigend hätten dann die vorläufigen Ergebnisse der Städte Mittweida und Frankenberg gewirkt, aus denen sie als klare Gewinnerin hervorging. "Ich bin dankbar, dass die Wähler so entschieden haben", sagte Firmenich am Sonntagabend. Sie war schon bei den vergangenen Landtagswahlen - seit 1999 sitzt sie im Dresdner Parlament - nicht durch einen Listenplatz bei der CDU abgesichert, und auch diesmal sei das für sie keine Option gewesen. Auch wenn sie noch keine Vergleiche zu den vorherigen Wahlergebnissen angestellt habe, sei sie mit dem erzielten Abstand zu den Wettbewerbern zufrieden, stellte Firmenich fest. Sie habe zwar aus den Gesprächen mit Wählerinnen und Wählern an Infoständen der CDU vor dem Wahltermin das Gefühl einer positiven Tendenz für das Ergebnis gehabt, berichtete die 58-Jährige. Andererseits habe die AfD in Sachsen jetzt mehr Stimmen erhalten, als es die Prognosen vorhergesagt hatten.

Wahlkreis 22 (Burgstädt/Rochlitz): Der Tauraer Thomas Schmidt vertritt den Wahlkreis weiterhin im Landtag. Der Direktkandidat der CDU erhielt 36,9 Prozent der Erststimmen und lag damit weit vor AfD-Direktkandidat Christian Wesemann, der 29,4 Prozent der Erststimmen erzielte. "Es war ein fairer Wahlkampf im Wahlkreis - zumindest mit den anderen demokratischen Bewerbern", sagte Schmidt. Der 58-Jährige war in der bisherigen Landesregierung Minister für Umwelt und Landwirtschaft. Ob er diesen Posten auch in der neuen Regierung wieder übernehmen werde, sei derzeit völlig offen, sagte Schmidt am Sonntagabend. "Im Moment ist die Koalitionsfrage noch gar nicht klar und dann müssen das die Gremien der Parteien entscheiden."

Mit Wolfram Günther (Bündnisgrüne) zieht ein weiterer Vertreter aus dem Wahlkreis in den Landtag ein - über die Landesliste. Der Königsfelder war sächsischer Spitzenkandidat seiner Partei. Dafür, dass er in seiner Heimatgemeinde von 705 Erststimmen nur 44 erhielt und damit weit hinter CDU-Mann Schmidt lag, hat Günther eine Erklärung: "Für viele Menschen ging es bei der Wahl darum zu verhindern, dass die AfD das Direktmandat holt." Diese hätten ihr Kreuz eher bei der CDU gemacht. Günther war am Sonntagabend trotzdem in Feierlaune: Er freute sich darüber, dass es seiner Partei erstmals gelungen war, in Leipzig und Dresden Direktmandate zu gewinnen.

Zum Nachlesen: Liveticker zur Landtagswahl

Zur Wahlpräsentation: Alle Daten aus den Gemeinden und Wahlkreisen

Wahlkreis 9 (Zwickau 5)

Jan Hippold (CDU)

Callenberg, Gersdorf, Limbach-Oberfrohna, Hohenstein-Ernstthal, Niederfrohna, Oberlungwitz

Ergebnis nach 6 von 6 Kommunen

Direktstimmen
Jan Hippold (CDU)    39,6%
Stefan Frünke (AfD)    28,0%
Alexander Weiß (Linke)    13,5%
Iris Raether-Lordieck (SPD)    7,7%
Lars Dörner (Grüne)    6,1%
Florian Groß (FDP)    5,1%

Listenstimmen     (2014)    2019
CDU    (43,6%)    36,4%
AfD    (8,9%)    26,1%
Linke    (18,6%)    9,9%
SPD    (11,7%)    7,4%
Grüne    (3,9%)    5,4%
FDP    (3,8%)    4,4%
Freie Wähler    (3,3%)    5,2%
Sonstige    (6,2%)    4,1%

Wahlbeteiligung (2014: 46%)    65,6%

Wahlkreis 13 (Erzgebirge 1)

Rico Anton (CDU)

Amtsberg, Auerbach, Burkhardtsdorf, Gornsdorf, Hohndorf, Jahnsdorf, Lugau, Neukirchen, Niederdorf, Niederwürsch., Oelsnitz, Stollberg, Thalheim

Ergebnis nach 12 von 13 Gemeinden

Direktstimmen
Rico Anton (CDU)    37,0 %
Thomas Dietz (AfD)    30,7 %
Susann Schöniger (Linke)    11,7 %
Heiko Reinhold (Grüne)    4,8 %
Susanne Ebert (SPD)    6,5 %
Colin Jacob (FDP)    3,6 %
Udo Gärtner (Freie W.)    5,7 %

Listenstimmen     (2014)    2019
CDU     (44,3 %)    36,3 %
AfD    (10,6 %)    29,4 %
Die Linke    (19,2 %)    10,2 %
Grüne    (3,1 %)    4,2 %
SPD    (10,6 %)    7,1 %
FDP    (2,8 %)    3,5 %
Freie Wähler    (1,3 %)    4,0 %
Sonstige    (2,3%)    5,3 %

Wahlbeteiligung (2014: 49,7)    67,4 %

Wahlkreis 20/ Mittelsachsen 3

Iris Firmenich (CDU)

Altmittweida; Erlau; Frankenberg; Hainichen; Kriebstein; Lichtenau; Mittweida; Rossau; Striegistal

Ergebnis nach 9 von 9 Kommunen

Direktstimmen
Iris Firmenich (CDU)    37,1 %
Holger Zielinski (AfD)    31,3 %
Eyk Fechner (Linke)    9,5 %
Renate Sauer (Grüne)    5,0 %
Oliver Mende (SPD)    6,4 %
Philipp Hartewig (FDP)    4,2 %
Rico Walter-Bretschneider (FW)    6,5%

Listenstimmen     (2014)    2019
CDU    (45,8%)    35,6 %
AfD    (9,6%)    30,6 %
Linke    (18,5%)    8,7 %
SPD    (10,9%)    7,2 %
Grüne    (2,9%)    4,5 %
FDP    (3,8%)    4,1 %
Freie Wähler    (1,2%)    4,0 %
Sonstige    (7,3%)    5,3%

Wahlkreis 22/ Mittelsachsen 5

Thomas Schmidt (CDU)

Burgst.; Claußn.; Geringswalde; Hartmannsd.; Königsfeld; Königshain-W.; Lunzenau; Mühlau; Penig; Rochlitz; Seelitz; Taura; Wechselburg; Zettlitz

Ergebnis nach 14 von 14 Kommunen

Direktstimmen
Thomas Schmidt (CDU)    36,9%
Christian Wesemann (AfD)    29,4%
Robert Sobolewski (Linke)    9,9%
Wolfram Günther (Grüne)    5,2%
Steve Sarfert (SPD)    7,2%
Miro Becker (FDP)    3,4%
Mario Stein (Freie W.)    8,0%

Listenstimmen     (2014)    2019
CDU    (46,1%)    36,5%
AfD    (9,0%)    28,8%
Linke    (17,4%)    9,2%
SPD    (12,1%)    7,7%
Grüne    (3,2%)    4,5%
FDP    (3,9%)    3,7%
Freie Wähler    (1,4%)    4,9%
Sonstige    (6,9%)    4,7%

Wahlbeteiligung (2014: 50,0)    66,7%

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