CFC: Gericht macht Weg für Ausgliederung der Profi-Abteilung frei

Der Verein darf die Gründung einer Kapitalgesellschaft vorantreiben. Der Insolvenzverwalter will nun Tempo machen, sieht aber noch offene Fragen.

Neben dem Verein Chemnitzer FC wird es wohl schon bald eine Kapitalgesellschaft geben, zu der die Profi-Abteilung des derzeitigen Fußball-Regionalligisten und Bereiche des Nachwuchses gehören. Den Weg dafür hat nun das Amtsgericht Chemnitz frei gemacht.

Das Gericht war am Zug, weil einer der Gläubiger des CFC, das Energieunternehmen Eins, in Widerspruch gegen eine Entscheidung der Gläubigerversammlung gegangen war. Die Versammlung hatte am
26. September über einen Antrag des Insolvenzverwalters Klaus Siemon zur Ausgliederung zu entscheiden. Dabei galt folgendes Prinzip: Gläubiger mit einer hohen Forderung haben größeres Stimmengewicht als die mit einer kleinen Summe. Der Ausgliederungsantrag bekam die Zustimmung - gegen die Stimmen von Eins. Das Unternehmen sah sich aber benachteiligt: Das Gericht hatte bei den Forderungen von Eins 150.000 Euro angesetzt - entsprechend klein fiel das Stimmengewicht aus. Eins hat aber Forderungen in Höhe von 2,17 Millionen Euro angemeldet. Wären diese so angenommen worden, hätte Eins auch höheres Stimmengewicht gehabt. Der Geschäftsführer des Energieversorgers, Roland Warner, hatte gesagt, er sei nicht grundsätzlich gegen eine Ausgliederung. Er halte es allerdings nicht für richtig, eine solche Entscheidung ohne die Einbeziehung der CFC-Mitglieder zu treffen, so Warner. Bei Fans und Mitgliedern der Himmelblauen ist die Ausgliederung umstritten. Die Anhänger fordern in erster Linie mehr Informationen und Mitspracherechte.

Das Amtsgericht hat den Einspruch von Eins nun zurückgewiesen. Die vom Gericht angesetzten 150.000 Euro an Forderungen seien richtig und der Beschluss der Gläubiger damit bestätigt, erklärt Gerichtssprecherin Birgit Feuring. Die Entscheidung sei nicht anfechtbar, ergänzt sie.

Insolvenzverwalter Klaus Siemon zeigt sich erfreut über die Entscheidung. Die Ausgliederung sei die "einzige Option mit Zukunftsperspektive" für den CFC. Wäre dem Einspruch stattgegeben worden, wäre das "das Ende des Vereins gewesen", so Siemon. Er wolle die Ausgliederung nun so schnell wie möglich vorantreiben, sagt der Insolvenzverwalter. Einen Zeitplan gebe es aber noch nicht. Es müssten erst noch rechtliche und verbandsrechtliche Fragen geklärt werden, so Siemon. Eins teilte auf Anfrage mit, man werde die Entscheidung des Gerichtes intern prüfen.

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