Chemnitz diskutiert: Auf ein Wort!

Friede, Freude - Pustekuchen. Beim ersten Gesprächsabend kommen die Teilnehmer nicht immer auf einen Nenner, aber dafür auf den Punkt. Und das kann helfen.

5Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    DTRFC2005
    16.10.2018

    @Blackadder: Nun auch ich war da und zu Beginn sehr skeptisch, wo das ganze hin lief. Ich hatte im Vorfeld eine völlig andere Vorstellung von der Diskussionsrunde. Von den 15 per Los verfahren gezogenen Chemnitzern waren immerhin 12 anwesend. An unserem Tisch gab es unter den Teilnehmern auch fünf verschiedene Ansichten, was gut war. Jeder hat dem anderen zugehört und ihn ausreden lassen, was heute gar nicht mehr so selbstverständlich ist.Leider war die Zeit, die zur Verfügung stand viel zu kurz, so das man tatsächlich den Eindruck hätte haben können, der Moderator drängelt. Im Nach hinein war das auch richtig so, sonst hätte man sich in der Diskussion verloren und wäre zu keinem Punkt gekommen. In der kleinen Pause konnte man auch, wenn man es wollte, sich mit den anderen unterhalten, die nicht in der eigenen Gruppe waren. Gerade hier fand ich es sehr spannend, das man Menschen eben nicht vom rein äußeren beurteilen darf und ihn rein optisch in eine Ecke zu stellen versucht. Still zuhören hat oftmals gereicht, um den ersten Eindruck über Bord werfen zu können. Am Schluss als alle Gruppen ihre Ergebnisse präsentierten, kam eines sehr deutlich zum Ausdruck. Es waren sich alle Gruppen einig, das die neu dazugekommenen Bürger etwas zu tun bekommen sollten. Gerade für die Jungen Menschen ist das wichtig. Sie kommen nicht auf dumme Ideen. Aber dabei war es auch egal, ob es sich um Ausländer oder Nicht-Ausländer handelt. Was ebenfalls interessant war, das Angst und Unsicherheit sehr stark von außen regelrecht geschürt wird. Die Angst, die Ausländer umtreibt vor Ausgrenzung, Hass und Rassistischen Äußerungen hingegen war sehr deutlich spürbar, auch die Angst vor Rechten.Das war zumindest mein Eindruck. Es wäre schön, wenn es derartige Runden weiterhin gäbe und ein Feedback, was nun aus den Ideen wird, wäre ebenfalls sehr wünschenswert.

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    cn3boj00
    08.10.2018

    Gerne oute ich mich als Teilnehmer und gebe noch paar eigene Eindrücke wieder. Es waren exakt 25 Leser, 10 wurden von der FP direkt angesprochen, 15 wurden unter Interessenten die sich gemeldet hatten ausgelost. Dazu 5 Moderatoren aus dem ööfentlichen Leben der Stadt, etwa 10 Presse-Leute, die nur protokollierten, und ein paar sogenannte Experten die man befragen konnte falss sie zufällig vorbeikamen. Im Folgenden kann ich nur für meine Gruppe sprechen:
    - Leider war die Frauenquote 0! Obwohl sich herauskristallisierte, dass das Problem der gefühlten Sicherheit vor allem Frauen betrifft.
    - Nur 1 von 6 (den Moderator eingeschlossen) Teilnehmer vertrat Positionen von AfD bzw. ProChemnitz, spiegelt nicht das Wählerpotenzial wieder.
    - Die Moderation war (bei uns!) schlecht, der Moderator hat sich zu sehr eingemischt und teilweise die Richtung vorgegeben, zu vie Zeit auf formale Dinge verwendet. Das geht besser.

    Als Fazit sehe ich trotzdem ein paar wichtige Aussagen. Eine davon habe ich unten erwähnt, wobei dies eher untergeordnet war, die Rolle des Staates wude gegenüber der Rolle des Individuums zu stark verdrängt.
    Interessant fand ich, dass alle 5 Gruppen unabhängig voneinander das Thema "Integration durch Beschäftigung" aufgegriffen haben. Denn unstrittig ist doch, dass allein die überproportionale Präsenz junger ausländischer Männer in Verbindung mit den steigenden Zahlen von Ausländerdelikten (unabhängig davon, ob sie von Asylbewerbern oder legalen EU-Ausländern ausgehen) die Sicherheitslage in ein so schlechtes Licht rückt.
    Und noch etwas ist mir aufgefallen: vermeintliche Experten versuchen immer wieder, herauszufinden was das für Menschen sind welche auf rechte Demos gehen. Dabei wird gern das Bild vom "abgehangenen Ossi" verwendet, der 28 Jahre nicht ernst genommen wurde. Das mag zum teil richtig sein, aber ich habe einigermaßen überrascht festgestellt, das auch jemand, der gebildet oder zumindest studiert ist (ist wohl nicht das gleiche), der 25 Jahre einen sehr gut nach Westtarif bezahlten Job hatte, nun über eine gute Rente verfügt, der also eindeutig zu den Gewinnern der Wende zählt, und persönlich kein einziges Mal bisher in eine bedrohliche Situation gekommen ist, zu Pro Chemnitz geht, weil sich die Ehefrau vor Kopftuchmädchen fürchtet. Nun grüble ich, wie das sein kann. Und mehr denn je komme ich zu dem Schluss, dass wir schon sehr stark in einer Propagandamaschine verfangen sind.

  • 3
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    Distelblüte
    08.10.2018

    @cn3boj00: Es wird ja nicht beim Reden bleiben. Und soweit ich das herausgelesen habe, waren ja nicht nur Leser der FP da und Bürger von Chemnitz, sondern auch Vertreter der Stadt, der Polizei usw.

  • 3
    1
    Blackadder
    08.10.2018

    Ich habe alle Gesprächsrunden sehr intensiv gelesen und fand viele verschiedenen Meinungen recht gut und gleichmäßig vertreten. Ich denke , die Auswahl spiegelt die Bevölkerung recht gut wieder. Mich würde mal interessieren, ob auch Kommentatoren hier aus dem Forum dabei waren? Vielleicht will sich ja einer outen?

  • 4
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    cn3boj00
    07.10.2018

    Selbst in 4 Stunden kann nicht alles angesprochen werden. Ich glaue z.B., dass es einen kausalen Zusammenhang gibt zwischen der gefühlten Sicherheit und dem Vertrauen in die staatlichen Institutionen. Daraus könnte man eine Menge Maßnahmen ableiten, aber die "staatlichen Institutionen" müssten da mitmachen. Reden alleine reicht da garantiert nicht. Das ist wohl ein Kernproblem.



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