Chemnitz: Hoffnung für leere Häuser an der B 95

Jahrelang drohte den verwaisten Gebäuden im unteren Teil der Leipziger Straße der Abriss

4Kommentare
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    GGD
    13.03.2012

    Wenn Chemnitz in einem in den letzten Jahren unübertroffen war, dann in der Befähigung bundesweit von sich negativ Schlagzeilen zu machen. Der vorgesehene Abriss der Häuser war zwar aus immobilienwirtschaftlicher Sicht damals nachvollziehbar, dass nicht abwägen der dadurch drohenden Folgeschäden jedoch unüberlegt.

    Der Strassenzug der Leipziger Strasse 101 - 113 steht daher sinnbildlich für eine Problematik, die ähnlich mit der momentanen Situation des Staatenbündnisses EU und dem Sorgenkind Griechenland vergleichbar ist. Es gibt grundsätzlich keine einfache Lösung die nicht sehr viel Geld verschlingen wird. Die Frage ist nur: Worin besteht das kleinere Übel?

    Problematik 1: Die vorhandenen Gebäude sind Teil einer geschlossenen Karreestruktur, würde man diese aufgrund der davor verlaufenden "Autobahn mit Fußweg" abreisen, käme das einem Kollateralschaden für das gesamte Karree nahe. Die dahinter befindliche sanierte und fast vollständig bewohnte Baussubstanz würde entwertet und die dort getätigten Investitionen zunichte gemacht.

    Problematik 2: Die vor dem Haus der Leipziger Strasse 107 u.a. gewonnenen Messwerte zur Feinstaubbelastung und Geräuschkulisse überschreiten mehrfach geltende EU Grenzwerte. Solange der Standort weiterhin durch ein dermassen hohes Verkehrsaufkommen belastet wird, reduzieren sich potenzielle Nutzungsmöglichkeiten somit auf ein Minimum.

    Problematik 3: Nur durch einen ganzheitlichen Ansatz, der die Problematik 1 genauso wie Problematik 2 einschliesst, ist der Standort nachhaltig entwickelbar. Das heisst, niemanden ist geholfen, wenn die Immobilien bspw. einer beliebigen Nutzung zugeführt werden aber das Verkehrsaufkommen weiter unaufhörlich steigt.

    Es gilt, den Verkehrsraum sowie die vorhandenen Gebäude bzw. Freiflächen so miteinander in Einklang zu bringen, dass eine sinnbehaftete, identitätsstiftende Atmosphäre erzeugt wird, die den Bedürfnissen der vorhandenen Quartiersbewohner sowie den Ansprüchen eines repräsentativen Stadteinganges gleichsam gerecht wird. Eine solche Mammutaufgabe kann daher nur unter Federführung der Stadt in Angriff genommen werden. Chemnitz könnte ja müsste sogar an einem solchen Standort städtebaulich ein Ausrufezeichen setzen und aus einem Sorgenkind eine Vision für die Zukunft erwachsen lassen, sozusagen als Ausdruck für einen neuen Mut.

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    13.03.2012

    sehe ich nicht so, obwohl ich eigentlich auch immer für den Erhalt alter Häuser plädiere.

    Aberr da muss dann auch jemand wohnen oder arbeiten wollen. Und auch ein Wohnzimmerfenster wird man mal öffnen wollen und was kommt dann - der reinste Dreck.

    Es gibt z. B. auf der Ziethenstraße ein vergleichbares Problem. Allerdings könnte man auf dieser wenigstens noch den Verkehr rausnehmen, was auf der Leipziger Straße ja so nicht ohne weiteres eine Lösung darstellt.

    Es gibt in Chemnitz leider einige Straßen wo man noch kostengünstigeres Wohnen anbieten muss - aber Chemnitz hat schon das Problem, dass das viele Mieten sehr niedrig sind. Und die Lösung kann doch nicht sein, Mieter aus dem Heckert zwangsumzusiedeln, nur damit die alten Häuser an der Leipziger- und der Ziethenstraße und vielleicht noch an der Gießerstraße, der Tschaikowskistraße, der (bereits beruhigten) Nefestraße der....... alle vermietet werden.
    Wie gesagt: das Problem gibt es ja noch an vielen anderen ruhiger gelegenen Straßen ebenfalls

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    PeKa
    12.03.2012

    Wenn diese Häuser Großplattengebäude aus DDR-Zeiten wären, dann würde ich den Abriss beführworten und sagen "weg damit!". Aber hier haben wir es mit Häusern aus der Gründerzeit zu tun. Sie spiegeln einen Teil unserer Geschichte wider. Der Nachteil der lauten Straße müsste eben durch besonders kostengünstige Vermietung ausgeglichen werden und der Zuschnitt der sanierten Wohnungen sollte so gewählt werden, dass die Schlaf- und Kinderzimmer nach hinten zeigen. Die Stadt sollte das bisschen Stil, das sie noch besitzt, unbedingt erhalten - und zwar um jeden Preis.

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    12.03.2012

    Dass die Mieter in den Häusern dahinter einen Lärmschutz brauchen finde ich nachvollziehbar.

    ABER

    Jeder Euro Fördermittel der in den Erhalt dieser Häuser gesteckt wird, scheint mit unsinnig zu sein. Möchte denn wirklich jemand in diesen Häusern wohnen oder arbeiten? Sicher nicht. Diese Häuser stehen viel zu nahe an der vielbafahrenen Straße um wirklich attraktiv zu sind. Besser wäre ein sinnvoller Lärmschutz für das Wohngebiet dahinter und statt dessen die Sanierung von Häusern, die viel günstiger im Stadtgebiet gelegen sind. (Reicht es nicht, dass noch viele schöne Häuser auf dem Sonnenberg, dem Kaßberg und in anderen Regionen dem Verfall anheim gegeben sind. Und da wird man viel besser wohnen und arbeiten (und auch mal das Fenster öffen können)

    Chemnitz ist doch keine Stadt, wo der Wohnraum und die Büroflächen so kanpp sind, dass man diese Häuser erhalten muss

    Bitte - solange man diesen Unsinn verhindern kann - verhindert es.



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