Chemnitz holt Fachkräfte mit ICE ab

Chemnitz holt umworbene Fachkräfte mit dem ICE ab: An Bord des Zuges kommen Unternehmen und potenzielle Bewerber ins Gespräch.

Chemnitz (dpa/sn) - Mit dem ICE von Nürnberg nach Chemnitz: Was im Alltag ausgeschlossen ist, wird als besondere Werbemaßnahme für Fachkräfte Realität. Bei der Kampagne «Chemnitz zieht an» werden potenzielle Zuwanderer mit dem Zug aus Nürnberg abgeholt. Die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE) hat dafür eigens einen dieselelektrischen ICE der Deutschen Bahn organisiert, der am 21. Dezember vom Hauptbahnhof Nürnberg zum Hauptbahnhof Chemnitz fährt. «Damit wollen wir signalisieren: Wir kommen Euch holen», sagte CWE-Marketingleiterin Susan Endler.

Besonders interessiert sind die Organisatoren an Menschen, die einst zum Beispiel wegen mangelnder beruflicher Perspektiven die Stadt und die Region verlassen haben. «Wir wollen potenzielle Rückkehrer ansprechen», sagte Susan Endler. Daher richtet sich die Aktion «Bewerberzuzug» in erster Linie an Menschen aus den Regionen Stuttgart, Augsburg, Ingolstadt und München, die zu Weihnachten zurück in ihre Heimat fahren und dafür in Nürnberg umsteigen müssen.

An Bord des Zugs stellen sich mehr als 20 Unternehmen aus Chemnitz und der Umgebung vor und präsentieren ihre freien Arbeitsplätze. Interessenten können während der rund dreistündigen Fahrt auch Bewerbungsgespräche führen. Maximal 120 potenzielle Rückkehrer haben in dem Zug Platz. Die CWE erwartet eine Auslastung von mehr als 50 Prozent. «Ich hoffe, dass es ein bisschen mehr wird», sagte Endler.

Geworben wurde für die ICE-Fahrt auf Facebook, mit Radio-Spots in UKW- und Online-Sendern sowie auf der Homepage «Chemnitz zieht an». 'Bis zum 6. Dezember können sich Interessenten für die kostenfreie Fahrt anmelden.

Das Programm «Chemnitz zieht an» läuft bereits seit zehn Jahren. Auf der Homepage werden derzeit knapp 900 Stellen und weitere fast 100 Ausbildungsplätze angeboten. Nach Angaben der CWE sind in diesem Jahr bereits rund 2500 Stellen mit Hilfe der Initiative besetzt worden. In den Jahren zuvor seien es jeweils etwa 1500 gewesen, sagte Endler.

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