Chemnitz stellt Masterplan für den Brühl vor

Wiederbelebung dauert nach Einschätzung der Stadt bis zu 25 Jahre

8Kommentare
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    17.10.2012

    Ich kommentiere spät, denke aber, dass es dafür definitiv noch lange nicht zu spät ist. Kurzum: GGD hat alles erfasst. Und ich frage mich tatsächlich, inwieweit so ein Planungsgehabe in einer Stadt, die sich den Beinamen "Stadt der Moderne" auf die Fahne schreibt, tatsächlich Berechtigung findet. In 25 Jahren ist mit 1000%iger Sicherheit das heute Geplante NICHT mehr aktuell und damit auch NICHT mehr modern.
    Ich habe den Brühl erst vor drei Wochen kennengelernt - als Geisterstraße - und habe ihn dennoch sofort als blühendes Viertel vor meinem geistigen Auge wahrgenommen.
    Was es hier braucht ist eine städtebauliche Großmaßnahme, die in einem Guss ein vitales Viertel schafft, bei dem man sogar die Chance hat, Fehler anderer "Szene"-Viertel-Entwicklungen von vornherein zu minimieren. Das schon angesprochene Konflikt-Thema Anwohner - Belebtes Viertel...es muss keines sein, pflegt man die Vitalität von Beginn an in Mietverträge u.ä. mit ein. Thema autofreie Zone, Parkanlagen im dualen Sinne statt abgeschotteter Tiefgaragen-Zugänge - wobei "Gastparkhäuser" durchaus ihren Sinn erfüllen können, insbesondere, wenn man ein verkehrsberuhigtes Viertel zum genießen bieten möchte. Wer lässt sich schon gern Autoabgase aufs Essen, in die Gesichter seiner Kinder oder auf die neu gekauften Kleider pusten? Da lauf ich doch lieber ein paar Meter.
    Naja, ich werde mich mit diesem Thema, wie auch mit Chemnitz ansich weiter beschäftigen. Wer Lust hat, daran zu partizipieren - gibt Zeichen. Chemnitz hat Potential - und es gibt durchaus Leute, die dabei sinnvoll mitwirken könnten...

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    acals
    28.01.2012

    ... das man sich Gedanken darüber macht, was aus dem Brühl neu zu kreieren ist, finde ich gut. Noch besser, das in ein größeres Konzept einzubetten.

    Ich finde es aber zumindest sehr unglücklich, wenn im Rahmen mit Veränderungen in Chemnitz immer wieder ein Architekturbüro genannt wird, bei dessen Namen vielen ehemaligen Deutschen und vielen älteren Deutschen immer noch ein Schauer den Rücken runterläuft.

    Um den Eindruck zu vermeiden, dass es hier ganz speziell "gewulfft" wird, sollte man vielfältiger arbeiten.

    Und das ist der Punkt, den ich am vorliegenden Entwurf zu kritisieren habe. Mir fehlt hier einfach Konkurrenz - wie sehen die Gestaltung denn andere Architekten. Ist die Wahl auf dieses Modell mal wieder "alternativlos".

    Kann man nicht einen Wettbewerb auschreiben, der Gewinner bekommt eine größere Summe und zumindest eine Anteilschance an der Realisierung. Und die Chemitzer dürfen selber über das beste Modell abstimmen, und nur ihre Stimme zählt ... ich meine ... zeitliche Bedrängnis gibt es hier wohl kaum.

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    27.01.2012

    so ein viertel muss wachsen,die leute müssen da sein und die freiheiten..und da fängt es an ,.....das mit der freiheit eben....und chemnitz..das ist wie ne suppe ohne salz..also viel glück mit dem brüh!!l einfach mal die leute machen lassen(freie marktwirtschaft),die leute machen schon das beste drauss..sprühen,party und spass haben......;)

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    ramon
    26.01.2012

    >Meiner Meinung nach hätte es gereicht wenn der städtische
    >Vermieter den Wohnraum vermietet hätte für 2-3 Euro Kalt und die
    >Stadt für den Brühl eine Sonderzone (was den Lärm betrifft)
    >eingerichtet hätte.

    Das wäre zu einfach, weil sich dann die GGG nicht an Fördermitteln bereichern kann und OB Ludwig doch lieber ein nutzloses Schmuckstück statt ein belebtes Viertel vorzieht.

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    26.01.2012

    Auch ich finde es gut, dass man sich versucht um den Brühl zu kümmern. Nun ist es aber so, das gleich ein Kiez-Viertel ausgerufen wird. Ich bin da kein Spezialist, aber ich kenne keinen "Kiez" der von "oben" ausgerufen wurde. Dennoch könnte man es ja mal Versuchen.
    Beim ersten Überfliegen des Konzepts fehlt das was allen bisherigen Bemühungen um den Brühl fehlte: der Impuls zur Dynamik. Es wird mal wieder versucht (mit viel Geld) ein städtebauliches Spektakel zu veranstalten, was möglichst viele schöne Fotomomente produziert. Nur Hindernisse welche für solche Kieze nun mal bestehen, also der Konflikt zwischen Besuchern der Gastronomien und den städtischen Vorschriften zur Lärmbelästigung wurden nicht angegangen.
    Wie GGD und ToKnight schon ausführten. Alles sehr sehr schicki micki, aber ich denke völlig am Bedarf vorbei geplant.
    Meiner Meinung nach hätte es gereicht wenn der städtische Vermieter den Wohnraum vermietet hätte für 2-3 Euro Kalt und die Stadt für den Brühl eine Sonderzone (was den Lärm betrifft) eingerichtet hätte.

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    GGD
    25.01.2012

    Zunächst einmal halte ich es zwar für loblich bei einem Projekt dieser Dimension einen Masterplan zu erarbeiten. Trotzdem widerspiegelt der Plan mehr einem gewünschten städtebaulichen Ideal als der kühnen Vision der Revitalisierung eines Innenstadtviertels. Vor allem aber fehlt der entscheidente Bezug zur Realität und der Platz für Unvorhergesehenes.

    Wieviele der städtebaulichen Vorhaben von 1975 waren denn beispielsweise im Jahre 2000 noch aktuell oder überhaupt von irgend einer Bedeutung?

    Auch halte ich die gewünschte Austattung der Hinterhöfe mit viel Grün und öffentlichen Spiel- und Sitzgelegenheiten für ein typisch städteplanerisches Ideal, was so höchstwahrscheinlich nie eintreten wird. Ich habe nichts gegen den Vorschlag ansich, die Hinterhöfe sind nur zumeist entweder bebaut oder die Freiflächen gehören zu der angrenzenden Karreebebauung und befinden sich somit grösstenteils in privater Hand. Das würde bedeuten, dass mehrere private Eigentümer Teile der aneinander grenzenden Freiflächen an die Stadt abtreten müssten um eine geeignete Fläche überhaupt erst einmal entstehen zu lassen. Darausfolgend, würde dies nach einem angenommenen erfolgreichen Erwerb bedeuten, dass die Stadt diese Flächen überplant, bebaut und später bewirtschaftet. Angesichts der verschiedenen Interessenlagen der jeweiligen Eigentümer und den Sparzwängen der Stadt, ein höchst unwahrscheinliches Szenario.

    Auch in puncto Parkplatzmanagement bleibt der Masterplan einiges schuldig. Anstatt die riesige Freifläche hinter der Aktienspinnerei zu nutzen und bspw. eine mit Bäumen begrünte Parkallee vorzuschlagen, orientiert man sich, um mehr Parkraum für die späteren Bewohner zu schaffen, an Tiefgaragen. Sicher, in München oder Frankfurt könnte das bei einer solchen Innenstadtlage durchaus klappen. Dort werden aber auch andere Mieten verlangt und das Klientel, was diese Mieten bereit ist zu zahlen, ist in einer viel grösseren Anzahl vorhanden als das denn in Chemnitz der Fall wäre. Generell sind in Szenevierteln meist mehr Menschen anzutreffen, die ihren Lebensunterhalt auf sehr kreative Art und Weise bestreiten. Ob diese ihren gebrauchten VW-Bully oder ihr rostiges Diamantfahrrad in eine Tiefgarage zwengen wollen, wage ich zu bezweifeln.

    Und überhaupt, wo bleibt der Anspruch den die "Stadt der Moderne" an sich selbst stellt? Wo sind die innovativen Konzepte die den Standort zu etwas Einmaligem werden lassen?

    Erhöhung der urbanen Attraktivität - In Städten wie Berlin, Zürich oder anderwo sieht man die Innenstadtbewohner in den Sommermonaten oft auf ihren grosszügigen Dachterrassen grillen und feiern oder einfach nur das einzigartige Flair über den Dächern der Stadt geniessen. In Chemnitz würden derartige Vorhaben wahrschenilich an den abstrusen Auflagen des Brandschutzes scheitern.

    Autoverkehr - Wieso ist nicht eine Verkehrsberuhigung der bisher vierspurig verlaufenden Mühlenstrasse vorgesehen anstatt Teile des Brühl wieder für den Verkehr freizugeben?

    Demografrischer Wandel - Wo und vor allem wie werden angesichts der räumlichen Nähe des Seniorenzentrums in der Karl Liebknecht Strasse zur Aktienspinnerei Brücken zwischen Jung und Alt hergestellt?

    Innovatives Energiekonzept - Was ist an einer Fernwärmenutzung auch nur im geringsten innovativ oder um beim Motto zu bleiben modern?

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    ToKnight
    25.01.2012

    Die Bedenken der Gäste hier zu schreiben wäre auch interessant gewesen ;-)
    Die Antworten der Planer, der OB und Frau Wesseler auf meine Fragen waren doch sehr dürftig und die Einzigen wo das Publikum noch geraunt hat, da sie ebenfalls gemerkt haben das sich heraus geredet wurde. Ende vom Lied: Kein Besucher wird am neuen Brühl parken können und das Zentrenkonzept hat in seiner Übersichtskarte keinen kleinen Einzelhandel berücksichtigt und müsste für den Brühl zwingend geändert werden. Nachts ist dort auf dem "Kiez" dann noch tote Hose, nur weil sich ein Anwohner wegen Krach quer stellt. Da muss die Stadt regelnd eingreifen, die Anwohner kriegen das nicht geklärt, merkt man doch am Weihnachtsmarkt in der Innenstadt.
    Bessert diese Fehler aus, dann wirds mit dem Konzept vielleicht auf Dauer was. Sonst war es eine schöne Präsentation, aber was will man erwarten wenn man den herunter gekommenen Brühl mit hübschen Vorort-Einfahrten, Spielplätzen und Wiener Straßencafés vergleicht -> Da kann der Zuschauer ja nur Gold sehen und ins Träumen geraten.

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    24.01.2012

    hilfe was wird das denn wenns fertig ist....lustig die roten häuser wo sollen die leute her kommen..besteht das chemnitz dann nur noch aus menschen von "Klugscheissern" und Alternativen....ne hilfe das wird nix der zug ist abgefahren..(hoffentlich nicht).,sowas hätte man 1999 vorstellen müssen wo noch spinner,gute leute da waren,wo künstler im alten wit boy laden(Brühl) ihre bilder ausgestellt haben... aber nicht im jahre 2012.......aber schöner traum...!!;) und wenne s klappt bin ich schon längst weg gezogen..;)



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