Chemnitzer Schloßteich-Pavillon erneut beschmiert

Chemnitz.

Er war erst Anfang Juli nach mehrjähriger aufwendiger Restaurierung wieder eröffnet worden. Am Wochenende haben Unbekannte, die augenscheinlich aus dem linken Lager kommen, den Pavillon auf der Schloßteichinsel beschmiert. Mit roter, hellblauer und schwarzer Farbe hinterließen sie die Schriftzüge "Antifa-Insel" und "Fight Fascists Everywhere!" (deutsch: Faschisten überall bekämpfen!). Von der Polizei gibt es dazu bisher noch keine Auskünfte. Bereits im Juli war an die Rückseite des Pavillons mit gelber Farbe ein großes Graffito gesprüht worden.

Der in der 1950er-Jahren errichtete Pavillon, der jahrelang dem Verfall preisgegeben war, war auch auf Drängen einer Bürgerinitiative zwei Jahre lang restauriert und mit neuen Wasser- und Abwasserleitungen ausgestattet worden. Seitdem können darin wieder Konzerte stattfinden, zudem kann er für private Veranstaltungen gemietet werden. Die Mitglieder der Bürgerinitiative sammelten für die Restaurierung rund 17.000 Euro an Spendengeldern, die in die Gesamtkosten von 580.000 Euro einflossen. Vertreter der Stadtverwaltung hatten schon bei der Eröffnungsfeier erklärt, dass sie sich des Risikos von Graffiti-Schmierereien bewusst seien. Man hoffe auf die Vernunft der Chemnitzer, hatte Hochbauamtsleiter Falk Reinhardt damals erklärt.

Der Chemnitzer Polizei lag nach Auskunft der Pressestelle bis zum Montagnachmittag noch keine Anzeige zu der erneuten Sachbeschädigung vor. Die Stadtverwaltung teilte auf Anfrage mit, das zuständige Grünflächenamt sei informiert und werde die betroffene Wand und zwei ebenfalls beschmierte Säulen des Pavillons schnellstmöglich neu streichen lassen. Anzeige werde "selbstverständlich" noch erstattet. (mib/tre)

99 Kommentare
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  • 9
    6
    langearnold
    14.09.2020

    @BunteRepublikTäuschland ... genau das war auch mein Gedanke. #robotron003
    ... aber trotzdem sehr traurig. Es wurde so toll saniert.

  • 15
    5
    censor
    14.09.2020

    Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.

  • 31
    4
    mops0106
    14.09.2020

    Die Schmierereien abweisende Farbe wurde ja abgelehnt mit dem Verweis, dass diese etwas glänzen und somit nicht zum Stil des Pavillons passen würde.
    Offensichtlich passt es zum Stil, dass wir jetzt ständig für die Beseitigung dieser Sachbeschädigungen aufkommen dürfen. Irgendwann wird man aufgeben und dann vergammelt das wieder schön.

  • 5
    33
    lax123
    14.09.2020

    Sieht doch ganz hübsch aus. Farblich passt das. Mein Gottchen lasst doch die Kinder spielen

  • 18
    4
    MuellerF
    14.09.2020

    "Man hoffe auf die Vernunft der Chemnitzer, hatte Hochbauamtsleiter Falk Reinhardt damals erklärt."

    Also bitte, wie naiv ist das denn? Zwei große, hell grundierte Wandflächen in (spätnachts) ruhiger & schlecht einsehbarer Lage sind eine Einladung an Schmierfinken aller Couleur.

    Es gibt Grafitti-abweisende Wandfarben. Die verhindern zwar nicht diesen Vandalismus, aber zur Reinigung genügt dann ein Hochdruckreiniger & Wasser.

  • 30
    2
    MuellerF
    14.09.2020

    "Man hoffe auf die Vernunft der Chemnitzer, hatte Hochbauamtsleiter Falk Reinhardt damals erklärt."

    Also bitte, wie naiv ist das denn? Zwei große, hell grundierte Wandflächen in (spätnachts) ruhiger & schlecht einsehbarer Lage sind eine EINLADUNG an Schmierfinken aller Couleur.

    Man hätte wenigstens eine Grafitti-abweisende Farbe verwenden sollen, um die Reinigung zu erleichtern.

  • 34
    4
    MuellerF
    14.09.2020

    Diese Aktivisten haben es wirklich drauf, ihren Anliegen Sympathien zu verschaffen- Ironie aus.

  • 18
    36
    BunteRepublikTäuschland
    14.09.2020

    Ich bin mir ziemlich sicher, dieses Kunstwerk gehört zu 'Gegenwarten'. Und dieses Projekt ist sehr, sehr wichtig für die Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025.

  • 56
    4
    chris1405
    14.09.2020

    Kein Respekt vor Werten und Menschen. Es ist gleich ob Rechts oder Linksextrem. Es ist egal ob die Stadt oder die Bürger mit Ihren Ersparten die Sanierung mühevoll unterstützt haben. Es ist einfach ein Trauerspiel. Da schlimmste daran ist, bei diesen Menschen ist meist finanziell nichts zu holen, weil Sie schön vom Staat die Leistungen beziehen. Aber für den Kauf der Spraydosen reicht das Geld scheinbar noch aus.