Chemnitzer Stadtordnungsdienst: Weniger statt mehr Einsatzkräfte

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Die Stadtpolizei sollte nach dem Willen des Stadtrates eigentlich aufgestockt werden. Stattdessen hat sie weitere Bedienstete verloren.

Chemnitz.

Ihnen kam nicht zuletzt mit Beginn der Coronapandemie und der damit einhergehenden Regeln eine besondere Bedeutung zu: den Mitarbeitenden des Stadtordnungsdienstes. Ob Einhaltung der Maskenpflicht, des Alkoholverbots, der Kontakt- oder der Ausgangsbeschränkungen - kontrolliert wurde das alles oft von den Stadtpolizisten. Seit Pandemiebeginn haben sie laut Rathaus beispielsweise über 900 Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaregeln eingeleitet.

Die gemeindlichen Vollzugsbediensteten, so ihr offizieller Name, haben bei der Erledigung ihrer Aufgaben die Stellung von Polizeibeamten, dürfen damit auch Identitäten feststellen, Zwang anwenden, Platzverweise aussprechen. Sie sollen für mehr Ordnung und Sauberkeit im Stadtgebiet sorgen, das Sicherheitsgefühl der Chemnitzerinnen und Chemnitzer erhöhen - und das möglichst nicht nur im Zentrum, sondern auch auf dem Sonnenberg oder im Heckertgebiet und am besten auch noch zu später Stunde.

Weil die Aufgabenfülle und Einsatzzeiten ständig wuchsen, hatte der Stadtrat zweimal für eine Aufstockung des Ordnungsdienstes gestimmt: 2016 war eine Anhebung von 15 auf 22 Stellen beschlossen worden. Ende 2018 votierte der Stadtrat für eine weitere Erhöhung der Anzahl der Mitarbeitenden auf 35. Erreicht wurde dieses Ziel bislang aber nicht. Das geht aus einer Bilanz des für den Dienst zuständigen Ordnungsbürgermeister Miko Runkel hervor.

Demnach ist die Anzahl der Stadtpolizisten innerhalb des vergangenen Jahres sogar gesunken. "Aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen mussten sieben Abgänge verzeichnet werden", heißt es in der Informationsvorlage für den Stadtrat. Dem gegenüber standen nur vier Neuzugänge (drei Auszubildende und eine externe Bewerberin). In der Summe sind damit 24Stellen besetzt. Zwar sollen bis August drei weitere Personen dazukommen. Von der Zielsetzung 35 bliebe das Rathaus damit aber weit entfernt - trotz immer wieder erfolgter Ausschreibungen und Einstellungsverfahren: "Die Neugewinnung von geeignetem Personal ist die größte Herausforderung innerhalb des Stadtordnungsdienstes", teilt Runkel mit.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Bürgermeister auf die Personalprobleme verwiesen und unter anderem die Anforderungen des Jobs wie Schicht- und Wochenendarbeit sowie die körperlichen und psychischen Belastungen als mögliche Gründe genannt. Damals kündigte er an, dass das Rathaus einen Großteil der Ausbildung organisieren und durchführen wolle, um mehr Nachwuchs zu gewinnen. Von Erfolg gekrönt ist das bislang offenbar noch nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    4
    MuellerF
    27.04.2021

    "Seit Pandemiebeginn haben sie laut Rathaus beispielsweise über 900 Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaregeln eingeleitet."

    Oh wow, 900 Fälle in 13 Monaten..das sind ja ca. 2,3 Fälle pro Tag für den GESAMTEN Stadtordnungsdienst - tolle Leistung!