Chemnitzer Tötungsdelikt: Ermittlungen gegen dritten Tatverdächtigen eingestellt

Staatsanwaltschaft: Die Tatbeteiligung war nicht so sicher nachweisbar, wie für eine Anklage nötig.

Chemnitz. Die Ermittlungen gegen einen dritten Tatverdächtigen im Fall eines getöteten Deutschen in Chemnitz sind eingestellt worden. Der Iraker sei zwar zweifelsfrei am Tatort gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Freitag mit. Dass der Mann jedoch an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sei, habe sich "nicht mit der für eine Anklageerhebung notwendigen Sicherheit bestätigt", heißt es in einer Mitteilung vom Freitag.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben zwei Tatzeugen, die den Iraker bei Vernehmungen als Tatbeteiligten beschrieben hatten, ihre Angaben nach mehrmaligen Vernehmungen nicht mehr aufrechterhalten. Die Tatbeteiligung sei weder anhand von Spurenuntersuchungen noch aufgrund von Zeugenaussagen nachzuweisen.

Ende August 2018 war ein 35 Jahre alter Deutscher erstochen worden. Vor mehr als einer Woche hatte die Staatsanwaltschaft Chemnitz bekanntgegeben, dass sie Anklage gegen einen Syrer erhoben habe. Zudem werde noch immer nach einem weiteren Iraker gesucht. (dpa/fp)

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8Kommentare
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    saxon1965
    21.01.2019

    @ DTRFC2005: Hallo, natürlich muss es nach Recht und Ordnung zu gehen und ich folge ihrer Argumentation soweit auch.
    Für mich stellt sich in diesem speziellen Fall nur die Frage, wie man es bewertet, dass ein Mensch niedergestochen wird und ein unbeteiligter Beobachter wegläuft. Das hat nichts mit Einmischen oder sich in Gefahr bringen zu tun. Auf alle Fälle sollten in diesem Land für alle Menschen gleiches Recht gelten. Für mich klingt das alles mehr nach "Wir haben nicht genügend Indizien..."
    Und deshalb stellte ich die Frage nach der "Unterlassenen Hilfe".
    Vielleicht wäre, bei einem solchen Fall mit hohem öffentlichen Interesse, auch eine umfangreichere Information seitens der Staatsanwaltschaft bzw. des Gerichtes ganz gut?

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    DTRFC2005
    18.01.2019

    @saxon1965: Der Tatvorwurf Totschlag/Mord und unterlassene Hilfeleistung sind juristisch betrachtet zwei paar Schuhe. Der Staatsanwalt müsste also über den Gerichtsgutachter einen Hinweis erhalten, das das Opfer von anderen Anwesenden, also auch dem dritten Tatverdächtigen, hätte gerettet werden können. Mal ein kleines Beispiel. Sie sind Zeuge eines Unfalls mit Fahrerflucht.Sie rufen zwar die Polizei und Krankenwagen, bleiben aber in ihrem Fahrzeug sitzen oder bleiben einfach nur in der Nähe des Unfalls,. Nun kann es mehrere Gründe geben, warum sie nicht helfen. 1. Sie sind geschockt 2. sie fühlen sich hilflos, da sie meinen nicht helfen zu können. Das sieht ein dritter oder er kommt etwas später dazu, geht zum Opfer, Hilft, doch dieses stirbt kurz darauf.Zwischen der Hilfe der dritten Person und ihrem Anruf bei der Polizei liegen vielleicht 5 Minuten. Ist das in Ihren Augen unterlassene Hilfeleistung? Aber bleiben wir doch mal bei der Ausgangssituation. Das Opfer wird von einem anderen mit einem Messer attackiert, sie sehen das. Würden Sie dazwischen gehen, sich also in eigene Gefahr bringen? Wären Sie geschockt über diese Tat und rennen weg, weil sie ja Ausländer sind und die sind ja momentan an allem Schuld? Ich denke ehe man urteilt, sollte man einfach mal ansatzweise versuchen, sich in die Anwesenden, die das mitbekommen haben, hinein versetzen. Ich denke die Staatsanwaltschaft weiß was sie tut und kenne ihre juristischen Möglichkeiten. Aber unterlassene Hilfeleistung und Totschlag sind nun mal nicht das gleiche. Ich kann sie schon verstehen, das sie sich wünschen das die Täter oder den Täter fast und angebracht bestraft. Das wünsche ich mir auch, aber in diesem Fall war die dritte Person wohl nicht beteiligt.

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    ArndtBremen
    18.01.2019

    Hallo Frau Blackadder, warum dieser Ton? Ich hatte die Rechtsstaatlichkeit in keinster Weise in Frage gestellt. Aber Sie sind ja Gott sei Dank auf meinen sarkastischen Beitrag angesprungen.

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    Blackadder
    18.01.2019

    @arndtbremem: Wir haben nunmal einen Rechtsstaat, ob Ihnen das passt oder nicht. Und wenn jemandem eine Tat nicht nachgewiesen kann, muss man ihn freilassen.

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    20
    ArndtBremen
    18.01.2019

    Erstaunlich, dass sich die Anwaltskanzlei "Blackadder & Co." noch nicht zu Wort gemeldet hat. Offensichtlich fehlen noch Indizien, um Herrn Kohlmann für irgendetwas verantwortlich zu machen. (Vorsicht, Sarkasmus!)

  • 13
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    saxon1965
    18.01.2019

    Ach? Der "rote Daumen" ist wohl der Meinung, dass alle Fragen geklärt sind, was den dritten Tatverdächtigen betrifft?
    Sollte ich falschen Informationen aufgesessen sein, dann klärt mich doch bitte auf.

  • 18
    10
    saxon1965
    18.01.2019

    Sicher, man hat keine Detailkenntnisse, deshalb stellt sich für mich die Frage, ob es dann nicht "Unterlassene Hilfeleistung" war. Der dritte Beschuldigte war bei der Tat anwesend und hat sich, zusammen mit den beiden Anderen, vom Tatort entfernt. Es bleiben jedenfalls noch einige Fragen zurück.

  • 13
    12
    Interessierte
    18.01.2019

    Das ist wohl eine schwierige Sache , der eine wird entlassen , der andere ist weg …
    Und was haben denn die Überlebenden gemeint , gehört hat man da nichts ……..



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