Chemnitzerin bestückt Laden mit eigener Kunst

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"Freie Presse" erzählt Geschichten von Menschen im Lockdown. Mandy Willecke nutzt die freie Zeit für ihr Hobby, die Malerei.

Mandy Willecke ist eine waschechte Chemnitzerin. Aufgewachsen im Flemminggebiet, später viele Jahre in Einsiedel zuhause, ist die heute 50-Jährige seit einem Jahr Kaßbergerin. Beruflich ist sie ein Tausendsassa. "Ich habe aller drei Jahre etwas anderes gemacht", erzählt sie. Nach einer Ausbildung zur Bürokauffrau noch vor der Wende, schnupperte sie seit 1990 in allerhand Jobs hinein - von der Gastronomie über den Einzelhandel, als Essens-Auslieferin bis hin zu Promotion-Aufgaben. Seit sieben Jahren ist Mandy Willecke als Babyfotografin in Krankenhäusern unterwegs. Die Coronapandemie hat auch sie getroffen. "Der Lockdown hat mich ausgebremst, Fotos in Kliniken kann ich derzeit nicht machen", sagt sie.

So hat Mandy Willecke wie viele andere Menschen aktuell mehr Zeit, zum Beispiel für ihr Hobby, die Malerei. Als sie als junge Frau von Zuhause auszog, hat sie damit begonnen. Mandy Willecke ist Mutter dreier Söhne. "Als die Kinder klein waren, blieb nicht viel Zeit zum Malen. Jetzt kann ich mich dem voll und ganz widmen", sagt sie.

In ihrer Wohnung auf dem Kaßberg stapeln sich mittlerweile ihre Werke - postkartenkleine und leinwandgroße Bilder in Mischtechniken, mit Acryl, Fineliner, Kohle oder Lack verziert. Die künstlerischen Fertigkeiten hat sich die Chemnitzerin autodidaktisch beigebracht, wie sie sagt. Vor drei Jahren habe sie lediglich einen Kurs an der Volkshochschule zum Thema Akt und Porträt besucht.

Zeitgleich mit dem Lockdown wurde im Erdgeschoss von Mandy Willeckes Wohnhaus an der Puschkinstraße ein kleiner Laden frei. Immer wieder sei sie an dem Schaufenster vorbeigeschlichen und habe überlegt, die Fläche für sich zu mieten. "Ich bin nicht der Typ fürs Nichtstun, zu dem der Lockdown verdammen will", so Mandy Willecke. Also fasste sie den Entschluss, mitten in der Coronakrise eine Selbstständigkeit zu beginnen. Die viele Zeit, die sie in den letzten Monaten übrig hatte, hat sie genutzt: für Renovierungsarbeiten. Vom Fußboden bis zur Decke habe sie alles in Eigenregie erneuert, sagt Willecke.

Wer jetzt einen Blick durch das Schaufenster wirft, kann ihre Arbeiten bereits gut platziert entdecken: selbst gemachte Kunst auf Leinwänden und in Rahmen sowie Dekoartikel. Die Motive ihrer Bilder reichen von Porträts bis hin zu Mystischem. "Ich mag das, was man nicht sofort erkennen kann, bei dem sich der Betrachter Gedanken machen muss", erklärt die Künstlerin. Ihr Ziel sei es, mit ihren Werken Stimmungen zu transportieren, die sie selbst beim Malen hatte.

Sobald der coronabedingte Lockdown für den Einzelhandel beendet ist, will Willecke ihren Laden, den sie "Puschkin" genannt hat, eröffnen. In den Sommermonaten schwebt ihr vor, auf einer kleinen Außenfläche auch Kaffee anzubieten. Außerdem kann sie sich vorstellen, künftig Malkurse für kleine Kinder zu geben.

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