Christliche Kita öffnet später als geplant

Die Bauarbeiten in der alten Adorfer Schule stehen vor dem Abschluss. Das erste Betriebsjahr der Tagesstätte wird für die Gemeinde kostspielig.

Mirko Richter (vorn) vom Fliesenlegerbetrieb Richter aus Adorf und Jan Hofmann vom Fliesenlegerbetrieb Töpfer aus Neukirchen bei letzten Arbeiten an den Fliesen in einem der künftigen Sanitärräume der neuen Kita in der alten Adorfer Schule.

Für Sie berichtet: Michael Brandenburg

Die Trockenbau-, Maler- und Fliesenlegerarbeiten in den Räumen der künftigen Kindertagesstätte in der alten Adorfer Schule sind mittlerweile abgeschlossen. Als letzte Handwerker werden die Fußbodenleger ihre Leistungen erledigen, berichtete Neukirchens Bürgermeister Sascha Thamm zur jüngsten Gemeinderatssitzung. Für den 24. August sei die Fertigstellung der Räume geplant, in denen 13 Krippen- und 16 Kindergartenplätze eingerichtet werden sollen.

Bevor der Christliche Kita-Verein Rasselbande die neue Tagesstätte übernehmen und einrichten kann, müssen das Landesjugendamt noch die bereits in Aussicht gestellte Betriebserlaubnis für die Kita erteilen und der Verein einen Haushalts- und Finanzplan dafür vorlegen, erläuterte Thamm. Anschließend werde die Gemeinde eine Rahmenvereinbarung und einen Mietvertrag mit dem Verein abschließen. Die Ermächtigung dafür hat der Gemeinderat dem Bürgermeister bereits einstimmig erteilt. Trotzdem wird die verbleibende Woche vom Abschluss der Bauarbeiten bis zum ursprünglich geplanten Eröffnungstermin am 1. September für die Erledigung dieser Formalitäten sowie die Lieferung und den Aufbau der Innen- und Außenausstattung der neuen Kita nicht ausreichen. Der geplante Eröffnungstermin wurde daher um einen Monat auf den 1. Oktober verschoben, teilte Thamm mit.

Die neue Kita in freier Trägerschaft eines Vereins werde zwar die erste nicht kommunale und die erste Tagesstätte mit christlicher Ausrichtung in Neukirchen, aber trotzdem nicht nur Kindern aus christlichen Elternhäusern offenstehen, erklärte der Bürgermeister. Auch die von den Eltern für die Krippen- und Kindergartenplätze zu zahlenden Beiträge werden sich nicht von denen in den anderen Neukirchener Kitas unterscheiden.

Auf die Gemeinde kommen allerdings nach den rund 200.000 Euro, die für den Umbau der ehemaligen Schul-Klassenräume zur Kita eingeplant waren, zumindest im Jahr 2019 erneut größere finanzielle Belastungen zu. Das liege daran, dass der Freistaat nur solche Kita-Plätze pauschal bezuschusse, die am 1. April des Vorjahres besetzt waren, begründete Thamm. Weil es die neue Adorfer Kita aber am 1. April 2018 noch gar nicht gab, müsse die Gemeinde von Oktober 2018 bis Ende 2019 ohne die Landespauschale auskommen und für sämtliche Betriebskosten der neuen Kita abzüglich der Elternbeiträge allein aufkommen. Erst ab 2020 könne Neukirchen mit dem Zuschuss vom Freistaat rechnen, sagte der Bürgermeister.

Diese Landespauschale von derzeit 2295 Euro je Kind und Jahr bei neunstündiger Betreuung soll ab September auf 2455 und ab Juli 2019 auf 2755 Euro erhöht werden. Für die insgesamt 29 Krippen- und Kindergarten-Plätze in Adorf wären das bei neunstündiger Betreuung knapp 80.000 Euro. Wie hoch die Betriebskosten, die sich aus Personal- und Sachkosten zusammensetzen, in der neuen Kita tatsächlich sein werden, stehe aber erst nach dem ersten vollen Betriebsjahr genau fest. Bis dahin will sich die Gemeinde an den Betriebskosten der anderen Neukirchner Kitas orientieren.

Die Adorfer Schule war 1905 eröffnet worden, wurde bis Ende der 1990er-Jahre als Grundschule und anschließend noch bis 2006 als Außenstelle der Mittelschule Neukirchen genutzt. Im Jahr 2010 erwarb die gemeinnützige Gesellschaft Jugendstätten Stocker aus Chemnitz das Gebäude von der Gemeinde, um darin eine Montessori-Grundschule einzurichten. Anfang 2018 kaufte die Gemeinde das Gebäude zurück. Ein Teil der Räume wird aber weiterhin von der Montessori-Grundschule genutzt.

Für die neue Kita wurden auf rund 180 Quadratmetern im ersten Stock des Zwischengebäudes zwischen altem Schulgebäude und Turnhalle zwei Gruppenzimmer, ein Schlafraum für die Krippenkinder, Personal- und Sanitärräume sowie eine Ausgabeküche eingerichtet.

0Kommentare Kommentar schreiben