Claußnitzer bekommen Hilfe für gefluteten Kirchenkeller

Weihnachtliche Lieder auf Orgel und Horn sollen am Sonntag im Gottesdienst erklingen. Bis zuletzt war nicht klar, ob die Heizung repariert werden kann.

Claußnitz.

Der Schock sitzt bei den Gemeindemitgliedern der Claußnitzer Kirche noch tief. Vor knapp einer Woche hatten sich Unbekannte nach dem Adventssingen am Sonntagnachmittag Zutritt zum Heizungskeller des Gotteshauses verschafft und dort einen Wasserhahn aufgedreht. Das Wasser stand mindestens 60 Zentimer in den Räumen. Die Elektronik der Gasheizung wurde beschädigt, der Brenner ging kaputt. Damit funktionierte die Heizung nicht mehr. Es war Anfang der Woche noch nicht klar, ob die Anlage zum Gottesdienst am morgigen Sonntag wieder funktioniert.

Das alte Heizungssystem war 1995 auf Gasbetrieb umgestellt worden, sagt Pfarrer Christian Schmidt. Das Brennersystem sei damals modernisiert worden, sodass es gelinge, den Kirchenraum ausreichend zu wärmen. Das System sei allerdings selten, sodass er befürchtet hatte, dass es keinen Ersatz gebe und eine Reparatur nicht so schnell erfolgen könne. "Ich bin dankbar, dass sich schnell eine Firma gefunden hat, die uns hilft", fügt er hinzu. Ein neuer Brenner koste allein 2300 Euro. Eine Firma aus Burgstädt habe die Reparatur übernommen. Bei der guten Auftragslage und kurz vor Weihnachten sei es bestimmt nicht einfach gewesen, den Auftrag kurzfristig anzunehmen. Am Freitagnachmittag fand ein Probebetrieb statt. Es seien extra zwei Mechaniker gekommen. "Die Heizung funktioniert. Wir können am Sonntag den Gottesdienst abhalten", sagt Schmidt am Abend erleichtert. Er beziffert die Gesamtkosten mit 4000 bis 5000 Euro. Viele Claußnitzer hätten spontan ihre Hilfe angeboten. So sei sofort ein Luftentfeuchter aufgestellt worden, sodass das Gemäuer schnell getrocknet sei. Zudem wurden bereits Spenden in Höhe von 600 Euro überwiesen. "Wir hoffen natürlich, dass auch die Versicherung für einen Teil des Schadens aufkommt", sagt Schmidt. Aber Vandalismusschäden würden kritisch beurteilt. Zudem fehle von den Verursachern jede Spur. Bisher gibt es keinen Ermittlungserfolg, sagt auf Nachfrage eine Polizeisprecherin.

Pfarrer Schmidt hofft auch, dass die Täter gefasst werden und sie für den Schaden aufkommen. Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit sei so eine Havarie ärgerlich, weil in der Kirche neben den Gottesdiensten besondere Konzerte stattfinden. Am Sonntag ab 9.30 Uhr erklingen weihnachtliche Weisen auf der Orgel und einem Tenorhorn. Für den 15. Dezember ist ab 14 Uhr ein Klaviervorspiel von Musikschülern geplant. Am dritten Advent gibt es ab 9.30 Uhr einen Bläsergottesdienst mit dem Posaunenchor. Und traditionell am Heiligabend findet um 16 Uhr die Christmesse mit Krippenspiel statt.

Doch auch wenn die Heizung wieder funktioniert, bleibt das Gotteshaus auch im nächsten Jahr eine Baustelle. Der Glocken- und Dachstuhl wird für 450.000 Euro aufwendig saniert. Rund 100.000 Euro sind erst kürzlich aus dem Denkmalschutzsonderprogramm zur Verfügung gestellt worden, damit die Arbeiten 2019 beendet werden können. Das Gotteshaus soll bereits um 1200 erbaut worden sein. Zur Kirchgemeinde gehören etwa 900 Mitglieder.

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