Club-Inhaber wirft Konkurrenz Ideenklau vor

Ein Statement bei Facebook führt zum Disput zwischen zwei Betreibern von Tanzlokalen. Wegen des öffentlich ausgetragenen Streits äußern sich Besucher irritiert.

Chemnitz.

Im Internet ist ein Streit zwischen Chemnitzer Clubbetreibern entbrannt. Die Diskussion hatte André Donath, Inhaber des Brauclubs, angestoßen. Er warf den Betreibern des ebenfalls in der Innenstadt ansässigen Clubs Satir vor, seine Veranstaltungsformate zu plagiieren und Partytermine bewusst so zu legen, dass sie in Konkurrenz zu Donaths Planungen stehen würden.

Das gab den Anstoß: Ironisch formulierte Donath in der vergangenen Woche im sozialen Netzwerk Facebook die Nominierung für einen sogenannten Innovationspreis. Er sollte an die Betreiber des Clubs Satir gehen. Aktueller Anlass: Im Oktober planen die Satir-Inhaber und ebenfalls stadtbekannten Chemnitzer Gastronomen Robert Lorenz und Sascha Lange eine Schlagerparty mit einem Double des Volksmusiksängers Andreas Gabalier. Das bewarben sie mit einem Plakat, das André Donath wiederum frappierend an eine Werbekampagne für eine ähnliche Fete im Januar 2017 in seinem Brauclub erinnerte. "Da war das Maß einfach voll", erklärte Donath am Montag gegenüber "Freie Presse". "Seit Jahren springen die Satir-Leute auf bereits bestehende Konzepte auf."

Viel schlimmer sei aber, dass Lorenz und Lange seiner Wahrnehmung nach bewusst konkurrierende Veranstaltungskonzepte am selben Tag wie er organisieren. "Wenn wieder einmal an einem Wochenende oder Wochentag alles gleichzeitig stattfindet, stellt man sich doch logisch die Frage, ob die Chemnitzer Clubbetreiber noch alle Tassen im Schrank haben", schrieb Donath dazu bei Facebook. Robert Lorenz kann die Diskussion nicht verstehen. "Natürlich organisieren wir ebenso wie der Brauclub Partys am Wochenende. Das liegt in der Natur der Sache", sagte er der "Freien Presse". Er frage sich, ob es nicht eher gilt, gegenüber Leipzig und Dresden eine stabile Wettbewerbsposition zu schaffen, statt innerhalb der Stadt zu streiten. Donaths Vorschlag im Internet, man könne sich ja zusammen setzen und schauen, ob man im Interesse aller eine bessere Organisation der Termine hinbekäme, kommentierte Lorenz im Gespräch mit "Freie Presse" so: "Gerne, wenn es um gemeinsame Aktionen zur Stärkung der Clubszene geht." Im alltäglichen Geschäft wolle er aber weiterhin individuell planen, um Absprachen zu verhindern und Vielfalt zu erreichen, so Lorenz weiter.

Unverständnis entlockte der öffentlich ausgetragene Streit bei Besuchern der Brauclub-Facebookseite. Da hieß es: "Verstehe ich gerade nicht, wo liegt das Problem?" Oder: "Ist das jetzt euer Ernst? Zerfleischt ihr euch jetzt hier in aller Öffentlichkeit? Ob das zur Belebung der schon fast toten Clubkultur von Chemnitz hilft? Ich glaube nicht."

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