Coronakrise: Wer häufig gegen Regeln verstößt

Polizei sieht klare Tendenz - Viele Bestimmungen auch in fremden Sprachen

Junge Leute Anfang 20 tun sich nach Einschätzung der Polizei offenbar schwer mit der Einhaltung der Regeln zur Eindämmung des Coronavirus. "Diese Altersgruppe bildet den Schwerpunkt bei Verstößen", sagte ein Sprecher der Polizei. Immer wieder stießen Beamte auf Gruppen von Menschen in diesem Alter, die sich trotz Verbotes träfen oder gar zusammen feierten. Oft seien sie sich keines Fehlverhaltens bewusst. "In diesem Alter wird das Thema offenbar auf die leichte Schulter genommen", erläuterte er.

Während sich bei Einheimischen, die für die überwiegende Anzahl der Verstöße verantwortlich seien, die Situation zumeist relativ einfach klären lasse, seien bei Menschen, die nur wenig Deutsch verstehen, dazu mitunter größere Anstrengungen nötig. "Aber auch da klappt das in den meisten Fällen", so der Polizeisprecher. "Im Notfall versuchten wir es auch mal auf Englisch." Asylbewerbern und Flüchtlingen sei die Situation oft bereits von Betreuern erläutert worden.

Mittlerweile bieten zahlreiche Institutionen und Hilfsorganisationen Erläuterungen zum richtigen Verhalten in Zeiten von Corona auch in allerlei Fremdsprachen an. Selbst die verschärften sächsischen Regeln zu Kontaktverboten liegen zusammengefasst in den Sprachen der wichtigsten Herkunftsländer von Migranten vor.

Das Studentenwerk, das zahlreiche Studierende insbesondere auch aus China und Indien betreut, setzt auf Aushänge in deutscher und englischer Sprache. "Unsere Beraterin für internationale Studierende und unsere Kundenbetreuerinnen für Wohnheimbewohner sprechen fließend Englisch und stehen in der aktuellen Situation mit Rat und Tat zur Seite", so Geschäftsführerin Anja Schönherr.

"Viele Ausländer, die hier leben, informieren sich auch gegenseitig über soziale Netzwerke", sagt Etelka Kobuß, Migrationsbeauftragte der Stadt Chemnitz. Doch das sei mitunter Fluch und Segen zugleich, wie eine Betreuerin aus einem Wohnheim für Asylbewerber erläutert. "Da sind auch jede Menge Fake News unterwegs, die die Menschen zusätzlich verängstigen", schildert sie. Viele Geflüchtete lebten mit ihren Familien derzeit sehr zurückgezogen - aus Furcht vor einer Infektion.

Übersetzungen wichtiger Vorschriften im Internet: www.coronavirus.sachsen.de


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4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    3
    MuellerF
    01.04.2020

    @d0m1ng024: Falls Eltern das bei ihren Kindern feststellen, gibt's 'ne ganz einfache Lösung: den Internet-Konsum zu beschränken. Verstehe aber nicht ganz, warum Kinder Ihrer Überlegung nach Lehrern denn mehr zuhören & gehorchen sollten, als ihren Eltern. (?)

  • 3
    8
    d0m1ng024
    01.04.2020

    Sowieso... Nur sind die Kinder in der heutigen Zeit weniger empfänglich dafür, weil vieles über Social Media läuft. Da wird im Internet einem Influencer mehr zugehört, als den Eltern.

  • 10
    6
    MuellerF
    01.04.2020

    "sollte mal ein Fach für Anstand und Respekt eingeführt werden."

    Davon abgesehen, dass es Ethikunterricht gibt- glauben Sie nicht, es wäre eher die Aufgabe der Eltern, ihren Kindern Anstand & Respekt beizubringen?

  • 5
    11
    d0m1ng024
    01.04.2020

    Die Jugendlichen machen das mit Absicht, mit mehr als drei Leuten draußen rumzustreunern. Erst gestern hat mir mein Nachbar erzählt, dass in der Bahn drei Bengel saßen, die erzählt haben, sich mit Absicht anstecken zu wollen um den Virus dann bewusst zu verbreiten. Das ist doch Gaudi für die...

    Ich will jetzt nicht alle in einen Topf werfen, aber ein großer Teil von den 16-18 jährigen benehmen sich wie Ochs und haben keinerlei Anstand und Respekt... Statt in der Schule Kunst oder Musik zu lernen, sollte mal ein Fach für Anstand und Respekt eingeführt werden.