CVAG wertet Jahreskarte für 365 Euro als machbar

Verkehrsbetrieb nennt vollen finanziellen Ausgleich als Bedingung

In der Diskussion um die mögliche Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets für Bus und Bahn im Stadtgebiet von Chemnitz zeigt sich der Nahverkehrsbetrieb Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) gesprächsbereit. "Wenn es die Bereitschaft gibt, daraus resultierende Einnahmeausfälle und einen möglicherweise erforderlichen Mehraufwand finanziell auszugleichen, werden wir das gern konstruktiv mitdiskutieren", sagte CVAG-Sprecher Stefan Tschök.

Hintergrund: Die Stadtratsfraktion der Linken will Ende des Monats einen sogenannten Prüfauftrag beschließen lassen, ob und zu welchen Kosten die Einführung eines Jahrestickets oder entsprechender Monatskarten für umgerechnet einen Euro pro Tag ab Ende 2021 möglich wäre. Von einem solchen Schritt versprechen sich die Linken vor allem steigende Nutzerzahlen und eine Entlastung für sozial Schwache. Derzeit kostet eine Abo-Monatskarte 48,40 Euro, die Einzelfahrt 2,20Euro. Aus der Preissenkung resultierende Mindereinnahmen sollen mit Geld aus dem städtischen Haushalt ausgeglichen werden.

Dabei dürfte es sich ersten Schätzungen zufolge um mehrere Millionen Euro handeln. Zumal davon ausgegangen wird, dass ein Großteil der Stammkunden auf die neuen Tickets umsteigen würde. Mögliche Mehreinnahmen durch zusätzliche Nutzer von Bus und Bahn würden die Mindererlöse wahrscheinlich nur zum Teil kompensieren, heißt es. Aktuell erwirtschaftet die CVAG rund 70 Prozent ihrer Aufwendungen aus eigener Kraft. Der Rest wird vor allem mit Gewinnen aus der städtischen Beteiligung am Energieversorger Eins ausgeglichen. Weil dieses Geld nicht mehr ausreicht, sind neuerdings auch Zuschüsse aus dem Haushalt der Stadt erforderlich.

Offen ist, inwieweit durch eine stärkere Inanspruchnahme des öffentlichen Nahverkehrs die Anschaffung zusätzlicher Fahrzeuge und die Einstellung weiterer Mitarbeiter erforderlich werden würde. Aktuell zählt die CVAG rund 600 Beschäftigte. Personalengpässe vor allem bei Fahrern hatten zuletzt immer wieder zu Fahrtausfällen geführt. Weil unter anderem zahlreiche Quereinsteiger qualifiziert worden seien, habe sich die Lage mittlerweile deutlich entspannt, heißt es seitens des Nahverkehrsbetriebes.

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