Darum gibt es für eine alte Kirche plötzlich Eintrittskarten

Die Veranstaltungen der Reihe "Chemnitz - Stadt im Wandel" und "Spuren suchen - Spuren finden" haben in den zurückliegenden Jahren mehrere tausend Besucher nach Harthau gelockt. Wegen des Andrangs muss der Veranstalter nun Konsequenzen ziehen.

Harthau.

Anfangs waren sie eher ein Geheimtipp, später ein fester Termin im Kalender stadt- und heimatgeschichtlich interessierter Chemnitzer. Zuletzt war der Andrang mitunter so groß, dass es lange Gesichter gab, weil nicht alle eingelassen werden konnten, die sich auf den Weg hinaus nach Harthau gemacht hatten. Nun muss Claus-D. Härtel, der Gastgeber der jährlichen Veranstaltungsreihen "Chemnitz - Stadt im Wandel" und "Spuren suchen - Spuren finden", reagieren. Zur mittlerweile achten Auflage von "Stadt im Wandel" Mitte April wird es erstmals Einlasskarten geben. "Kostenlos, aber durchnummeriert und limitiert auf 180 Stück", wie Härtel betont. Eintritt erhalte nur, wer ein entsprechendes Ticket vorzeigen kann.

Von der vor mehr als 100 Jahren entweihten Kirche an einen anderen, größeren Veranstaltungsort umzuziehen, sei für ihn trotz des deutlich gewachsenen Publikumsinteresses keine Option gewesen, sagt der 69-Jährige. Dabei bescherte er mit seinen filmischen Zeitzeugenerinnerungen mittlerweile auch dem Kino "Metropol" wiederholt einen ausverkauften Saal. Die Veranstaltungen in Harthau seien für ihn etwas ganz Besonderes, so Härtel. "Das ist wie ein Heimspiel, in unserem Kirchlein", schildert er. Dessen Umbau zur kulturellen Begegnungsstätte hatte Härtel als Elektrikermeister in den 1990er-Jahren aktiv begleitet.


Die Veranstaltungsreihe "Chemnitz - Stadt im Wandel" initiierte er einst mit dem früheren Chemnitzer Türmer Stefan Weber (1942-2015). "An einem Novemberabend 2011 sagte er zu mir am Heimatstammtisch: ,Ich möchte auch mal in Deine Alte Kirche. Wollen wir nicht mal was zusammen dort veranstalten?'", erinnert sich Härtel. Ein halbes Jahr später ging die erste gemeinsame Ausgabe des neuen Formats über die Bühne - lockere Plaudereien mit dem Publikum inklusive. Seit dem plötzlichen Tod Webers im Frühjahr 2015, wenige Wochen nach der vierten Folge, führt Claus-D. Härtel die Reihe allein weiter.

Unterstützt wird er von Beginn an von seinem Enkelsohn Lukas. "Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Veranstaltungen so gut entwickeln", blickt der heute 18-Jährige zurück. Anfangs nur für die Technik im Hintergrund zuständig, übernahm er später Teile der Moderation. Einmal musste er eine Folge sogar ganz allein meistern - als Claus-D. Härtel aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig ausgefallen war. "Die Leute im Publikum reagierten sehr nett und waren unheimlich dankbar", erinnert sich der Abiturient.

Zur nächsten Ausgabe von "Chemnitz - Stadt im Wandel" erwartet die Besucher einmal mehr eine mit allerlei privaten Foto- und Filmaufnahmen gespickte Zeitreise in das Karl-Marx-Stadt und Chemnitz der 1970er- bis 1990er-Jahre. Zu sehen sein werden unter anderem Dia-Aufnahmen aus Beständen eines älteren Chemnitzers, die die Stadt zu DDR-Zeiten zeigen, private Filmaufnahmen von einer der Montagsdemonstrationen im Herbst 1989 sowie Ausschnitte aus einem ebenfalls privaten Rundgang durch die Innenstadt im Jahre 1994. "Dort, wo heute der Moritzhof und die Galeria Kaufhof stehen, war damals noch Zentralhaltestelle", verdeutlicht Claus-D. Härtel.

Einlasskarten für die Veranstaltung "Chemnitz - Stadt im Wandel" am Samstag, 13. April um 15 Uhr in der Alten Kirche am Kirchsteig in Harthau können per E-Mail unter alte-kirche@web.de unter Angabe von Name und Telefonnummer bestellt werden. Sie werden zum Selbstausdrucken per Rück-Mail versandt. Die Karten sind außerdem im Pfarramt der Kirchgemeinde Harthau, Stöcklstraße6, erhältlich (dienstags 9 bis 11 und 15 bis 17Uhr sowie freitags 9 bis 11 Uhr).

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