Das Klassentreffen der Gastronomen

Beim Brauereimarkt in der City sind die Buden geöffnet. Zunächst blieben die Wirte unter sich. Denn einen richtigen Startschuss gab es diesmal nicht.

Beim Brauereifest im Zentrum kam es am Mittwoch zu einer Art Klassentreffen der Gastronomen. Henrik Bonesky, Mitveranstalter der Initiative zur Belebung der City, kam aus den Umarmungen gar nicht heraus.Das Besondere am Brauereimarkt sei eben, dass die Chemnitzer Wirte auch selbst in ihren Hütten stünden, schwärmte Bonesky. "Sie schicken nicht nur Personal vor." Und so kam es, dass vor der Eröffnung der Brauereimeile der Inhaber vom Schloßberg-Kellerhaus mit dem Betreiber des City-Pub schwatze, der Besitzer des La Bouchée mit dem Chef von Diebels Faßkeller fachsimpelte. "Als wir heute Nachmittag unsere Stände aufbauten, da ging nichts ohne die Unterstützung des anderen", sagte Bonesky am Abend. "Der eine verborgte einen Schraubendreher, der nächste reichte Karren zum Fasstransport an Kollegen weiter."

Die Szenerie zeigte aber auch: Das Brauereifest startete nicht mit dem ganz großen Tamtam. Kein Fassbieranstich wie beim Oktoberfest. Kein Promirundgang von Stand zu Stand wie beim Weinfest, welches in zwei Wochen in der Innenstadt startet. "Das haben wir bewusst so entschieden", sagte Organisator Sven Hertwig. "So können sich die Gastronomen gut auf den Publikumszulauf in den kommenden Tagen vorbereiten." Eine Entscheidung, die Mark Bauer vom City-Pub begrüßte. Er bietet englisches Bier und andere Sorten von der Insel an und meinte am Mittwochabend: "Im vergangenen Jahr rannten uns die Besucher so die Bude ein, dass kaum Zeit blieb, um auch mal eine Biermarke näher vorzustellen", erinnerte er sich. Mehr als 10.000 Besucher waren es 2017, die die Brauereimarkt-Premiere miterlebten. Die Zahl soll in diesem Jahr geknackt werden - nicht nur, weil das Fest auf Mittwoch und Sonntag ausgeweitet wurde und daher zwei Tage länger läuft. Die Wetteraussichten stimmen die Gastronomen optimistisch, zudem läuft ab Freitag auch parallel der Street-Food-Markt, ein Genießer-Festival, auf dem Neumarkt. "Wir sind gespannt, wie die Chemnitzer und die Besucher der Stadt den Brauereimarkt annehmen", sagte Sven Hertwig. Und schaute dabei schon auf die 2019er-Auflage. Da nämlich, will er die Festmeile erweitern und um die Jakobikirche herumführen. "Die kleinen Gassen dahinter eignen sich wunderbar für lauschige Biergärten." Dann, so Hertwig weiter, soll auch eine Entscheidung gefallen sein, ob das Fest künftig doch mit einem großen Knall eröffnet wird.

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