Das Kulturleben der Stadt lag ihr am Herzen

Langjährige Leiterin der Musikbibliothek und des Chemnitzer Musikvereins Gerlinde Schilling verstorben

Kurz nach ihrem Geburtstag, den sie noch am Neujahrstag gefeiert hatte, ist Gerlinde Schilling verstorben. Die Vorsitzende des Chemnitzer Musikvereins wurde 82 Jahre alt.

Gerlinde Schilling leitete viele Jahre die Musikbibliothek der Stadtbibliothek. Als Generalmusikdirektor Dieter-Gerhard Worm 1991 den Chemnitzer Musikverein initiierte, gehörte sie zu den Gründungs- und Vorstandsmitgliedern. Der Vorläufer des Musikvereins war 1837 gegründet worden und bestand bis zur NS-Zeit. 1991 lebte der Musikverein auf Initiative Worms, des damaligen Chefdirigenten des Orchesters, wieder auf. Seit 2014 leitete Gerlinde Schilling den Verein, der heute knapp 100 Mitglieder zählt.

Von Kindheit an hatte sich Frau Schilling für die Musik begeistert. In die meist monatlichen Veranstaltungen des Musikvereins brachte sie sich an führender Stelle ein. Ihre engen Beziehungen zur Robert-Schumann-Philharmonie, zur Städtischen Musikschule Chemnitz, zu Kammermusikensembles und Musikwissenschaftlern, aber auch zur Stadtverwaltung nutzte sie, um das Programm zu bereichern. Mit ihrem Namen eng verbunden bleiben etwa die Konzerte mit Alter Musik in der Stiftskirche Ebersdorf, die Kaleidoskopkonzerte in der Städtischen Musikschule und die Veranstaltungen "Gegen das Vergessen" in der Neuen Sächsischen Galerie. Sie engagierte sich für die Musikclubs in der Stadtbibliothek (etwa mit Werner Kaden, Michael Maul und Peter Schreier) sowie für Exkursionen zur Orgelführung in der Leipziger Universitätskirche oder zum Festkonzert anlässlich der Eröffnung der Schumann-Festtage in Zwickau.

Zu ihrem Geburtstag Ende voriger Woche hatten viele Vereinsmitglieder Frau Schilling telefonisch gratuliert. Sie verstarb, wie der Verein mitteilte, in ihrer Wohnung. (ros)

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