Das Rätsel der Baustelle

Warum wird eine frisch asphaltierte Straße wieder aufgeschnitten? Diese Frage beschäftigt Beobachter am Bernsbachplatz.

Reitbahnviertel/Bernsdorf.

Weiß da die linke Hand etwa nicht, was die rechte tut? So mancher, der sich da ohnehin ärgert über die Vielzahl der Baustellen im Stadtgebiet und über die Dauer der Arbeiten, wähnt sich am Rande des Reitbahnviertels in diesen Wochen gänzlich im falschen Film. Die vor kurzem frisch asphaltierte Bernsdorfer Straße wurde zwischen Eisenbahnbrücke und Bernsbachplatz auf einem größeren Teilstück bereits wieder aufgeschnitten. Welch ein Irrsinn - welche Kosten! Oder?

In dem Bereich wurden in den zurückliegenden Monaten mehrere neue Haltestellen angelegt. Für die Straßenbahn, die dort neuerdings nicht mehr nur mit der Linie 2 unterwegs ist, sondern auch mit der neu geschaffenen Linie 3 zur Uni sowie den Chemnitzbahnen von und nach Burgstädt/Mittweida/Hainichen. Aber auch mehrere Buslinien sollen am Bernsbachplatz künftig Station machen. In Verbindung mit den Regionalzügen, die am benachbarten Südbahnhof halten, entsteht somit eine neue, nicht unwichtige Verknüpfungs- und Umsteigestelle für den öffentlichen Nahverkehr in Stadt und Region.

Warum aber wird dazu in eine Straße eingegriffen, die erst kürzlich fertiggestellt wurde? Mit dieser Frage sah sich Tiefbauamtschef Bernd Gregorzyk erst Ende vergangener Woche wieder konfrontiert,bei einer Einwohnerversammlung im Lutherviertel. Dabei verwahrte er sich gegen pauschale Vorwürfe, auf den Baustellen der Stadt ginge es drunter und drüber. Das Verfahren am Bernsbachplatz sei der übliche Ablauf, nach dem derlei Haltestellen für Busse gebaut werden, erläuterte Gregorzyk. Weil wegen des Gewichts der Linienbusse die Asphalt-Deckschicht schnell Schaden nehmen und wellig werden würde, entferne man dort den Asphalt und ersetze diesen durch widerstandsfähigeren Beton. Auch wenn das Verfahren Außenstehenden rätselhaft erscheine, so sei es doch das technologisch sinnvollste, so Gregorzyk.

Bewertung des Artikels: Ø 3.5 Sterne bei 2 Bewertungen
10Kommentare
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  • 1
    3
    Interessierte
    31.10.2018

    Zitat : .. es entsteht eine neue , nicht unwichtige Verknüpfung ... es werden derlei Haltestellen für Busse gebaut ...

    Da fragt man sich trotzdem , was ´die` aneinander vorbei planen ...

  • 3
    5
    Einspruch
    30.10.2018

    Auf der Seelenbinder wird doch auch schon wieder gebuddelt, obwohl monatelang Zeit war, alles in einem Zug fertig zu stellen. Scheint aber keine Bushaltestelle zu werden. Das platzt dann im Winter sicher gleich wieder auf. Außenstehenden könnte das komisch vorkommen.

  • 10
    4
    HHCL
    30.10.2018

    @Interessierte:

    Auch wenn es bereits im Artikel steht und einmal zitiert wurde; hier noch einmal extra für Sie: "Auch wenn das Verfahren Außenstehenden rätselhaft erscheine, so sei es doch das technologisch sinnvollste, so Gregorzyk."

    Man hat da nichts vergessen oder nicht beachtet. Das ist der übliche Bauablauf.

  • 12
    5
    osgar
    30.10.2018

    @Interessierte, vielleicht mal nicht nur interessieren, sondern auch informieren.
    Soll gelegentlich helfen.

  • 6
    14
    Interessierte
    30.10.2018

    Zitat : Weil wegen des ´Gewichts der Linienbusse` die Asphalt-Deckschicht schnell Schaden nehmen und wellig werden würde, entferne man dort den Asphalt und ersetze diesen durch widerstandsfähigeren Beton
    ( warum hat man denn das nicht gleich mit beachtet ???

  • 4
    7
    Hanneswbg
    30.10.2018

    Ich weis nicht, ob es allgemein bekannt ist, das auf hochwertigen Straßen, bis "hinunter" zur Staatsstraße, es schon Asphalte gibt, die nicht nur Bussverkehr, sondern sogar 40 Tonner Sattelzügen lange standhalten können! Bei Betonstraßen ist man auch nie ganz vor Betonkrebs sicher, insbesondere nicht, wenn im Winter gesalzen wird.

  • 1
    20
    Nixnuzz
    30.10.2018

    Bei solchen Planungsfehlern dürften dann an anderer Stelle Bauunternehmenskapazität fehlen!?! Wer hat .....?

  • 23
    3
    fnor
    30.10.2018

    Man nutzt Beton, da sich dieser unter der sommerlichen Hitze nicht verformt. Asphalt wird weich und bildet schnell Spurrillen. Besonders da, wo Busse längere Zeit und auch immer wieder auf fast derselben Stelle stehen. Sehr gut konnte man das mal im Busbahnhof beobachten. Da Beton meist lauter ist als Asphalt, wird er nur direkt im Haltestellenbereich eingesetzt, um Fahrgeräusche zu reduzieren. Die restliche Straße ist aus Beton und kann so schnell in einem Zug durchgängig asphaltiert werden. Sie wird so eben und gleichmäßig. Will man den Haltestellenbereich auslassen, so bedeutet dies einen höheren Arbeitszeitaufwand durch die Umrüstung der Maschinen vor und nach der Haltestelle. Vermutlich ist dieser Aufwand größer als die geringe Materialeinsparung und das Ergebnis schlechter. Lieber sägt man danach das Loch an der definierten Stelle, erhält so eine scharfe Kante und ein Loch, was gleichzeitig als Schalung für den Beton dient. Dieser kann eben an den Asphalt angesetzt werden, womit man eine glatte Straße erhält. Sicher könnte man den Beton auch erst nach ein paar Jahren einsetzen, wenn der Asphalt an der Stelle defekt ist. Vermutlich ist das Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren dann aber wieder teurer.

  • 12
    5
    malm
    30.10.2018

    Frage: Was ist an dem folgenden Satz nicht zu verstehen?

    „Auch wenn das Verfahren Außenstehenden rätselhaft erscheine, so sei es doch das technologisch sinnvollste, so Gregorzyk.“

  • 6
    14
    Hinterfragt
    30.10.2018

    "... Weil wegen des Gewichts der Linienbusse die Asphalt-Deckschicht schnell Schaden nehmen und wellig werden würde, entferne man dort den Asphalt und ersetze diesen durch widerstandsfähigeren Beton...."

    Frage: Warum macht man dann nicht gleich Beton???!!!



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