Das sind die Pläne für Straßen, Kreuzungen und Brachflächen

Limbach-Oberfrohnaer stellen bei Bürgerversammlung Fragen zur Wasserturmschule und zur Polychemie

Limbach-Oberfrohna.

Etwa 30 Limbacher und Oberfrohnaer haben am Donnerstagabend eine Bürgerversammlung für die Kernstadt besucht. Die "Freie Presse" fasst einige der Themen in Fragen und Antworten zusammen.

Die Brachfläche an der Hechinger Straße neben dem Parkplatz des Stadthauses gibt kein gutes Bild ab. Hat das Rathaus Pläne zur Bebauung des Geländes?

Die Stadtverwaltung würde auf dem Areal gern weitere Parkplätze für Kunden in der Innenstadt schaffen. Im laufenden Haushalt wurden dafür auf Antrag der Freien Wähler 250.000 Euro eingestellt. Das Problem: Das Grundstück befindet sich in Privatbesitz. "Wir haben mit der Eigentümerin mehrfach Gespräche geführt", sagte Oberbürgermeister Jesko Vogel. Man habe aber über den Kaufpreis bislang keine Einigkeit erzielt. Die Eigentümerin habe für einen Abriss eines Gebäudes auf dem Grundstück eine sechsstellige Summe bezahlt und hoffe, das Geld durch den Verkauf wieder einspielen zu können. Laut Vogel kann die Stadt mit Blick auf die gültigen Bodenrichtwerte aber nicht so viel Geld zahlen. Noch habe er die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Eigentümerin ihre Haltung überdenkt, sagte Vogel.

An der unübersichtlichen Kreuzung von Chemnitzer, Albert-Einstein-, Markt- und Lessingstraße kommt es regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Wird die Kreuzung umgestaltet?

Vogel räumte ein, dass die dortige Situation nicht optimal sei. Die Kreuzung werde deshalb im Rahmen des Generalverkehrsplanes, der derzeit erarbeitet wird, in den Blick genommen. "Eine Empfehlung von Ingenieuren könnte dann eine Grundlage für die weitere Diskussion sein", erklärte der OB. Er selbst halte einen Kreisverkehr grundsätzlich für sinnvoll, allerdings reiche der Platz wegen der nahen Wohnhäuser nicht aus. Eine schnelle Lösung wird es voraussichtlich nicht geben: Die Stadt kann nicht allein über die Gestaltung entscheiden, weil es sich bei der Chemnitzer Straße um eine Staatsstraße handelt und somit auch der Freistaat eine Umgestaltung auf den Weg bringen müsste.

Die Lindenstraße in Oberfrohna wird ausgebaut. Bleiben die Linden am Straßenrand erhalten?

Nein, sie müssen gefällt werden. Bei einigen Linden wird noch in diesem Monat, vor Beginn der Vegetationsperiode, die Säge angesetzt. "Es ist unmöglich, bei den Bauarbeiten die Wurzeln nicht zu beschädigen", erläuterte Vogel. Diese ragten zum Teil aus dem Fußweg heraus. Vogel versprach, dass für jede gefällte Linde eine neue gepflanzt wird. Obwohl Parkplätze und Fahrradstreifen vorgesehen sind, bleibe für die Bäume genug Platz. Die Lindenstraße wird auf ihrer gesamten Länge abschnittsweise ausgebaut. Der Abwasserzweckverband hat bereits damit begonnen, Kanäle erneuern zu lassen. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, kümmert sich die Stadt um die Verkehrsanlagen. Ab Sommer soll es so weit sein.

Auch die Schröderstraße wird ausgebaut. Wie soll sie nach der Umgestaltung aussehen?

Nach Angaben von OB Vogel ist vorgesehen, auf einer Seite, nämlich in Richtung Frohnbachstraße, einen Fahrradstreifen anzulegen. "So können zum Beispiel Schüler der Gerhart-Hauptmann-Schule mit dem Fahrrad dorthin fahren." Auf der anderen Seite sollen Parkplätze entstehen. Vogel geht davon aus, dass deren Anzahl ausreicht, da die Schröderstraße nicht so stark zugeparkt werde wie andere Wohnstraßen. Er sagte örtlichen Gewerbetreibenden zu, darauf zu achten, dass für die Ein- und Ausfahrt der Firmenfahrzeuge genug Platz zur Verfügung steht.

Seit Jahren versuchen die Stadt und andere Akteure aus Oberfrohna, den Schandfleck der ehemaligen Polychemie an der Frohnbachstraße zu beseitigen. Doch bislang ist das nicht gelungen. Gibt es Fortschritte?

Fortschritte ja, aber noch keinen Durchbruch. Wie Vogel berichtete, haben sich immerhin die Eigentumsverhältnisse jetzt geklärt. Die Industriebrache gehörte jahrelang einem Privatmann aus Bayern. Als dieser starb, mussten die Behörden wegen des Erbes Kinder und Enkel kontaktieren. Dies erwies sich als kompliziert, da einige von ihnen in den USA wohnen. Laut Vogel haben inzwischen alle Nachkommen das Erbe ausgeschlagen, sodass das Polychemie-Grundstück an den Freistaat Bayern fiel. Dieser will zwar nicht einen Abriss finanzieren, wäre aber damit einverstanden, wenn die Stadt die Aufgabe übernimmt. Das Problem: Das Grundstück ist mit Schulden belastet. Selbst wenn ein Abriss gelingt, wäre die Fläche nach Vogels Angaben deswegen kaum zu verkaufen. Eine Zwangsversteigerung könnte eine Lösung sein, doch ein solcher Prozess dauert erfahrungsgemäß mehrere Jahre.

Weil die Goetheschule überlastet ist, werden künftige Erstklässler nach Pleißa und Kändler umgeleitet. Hätte nicht stattdessen die frühere Wasserturmschule vorübergehend wiederbelebt werden können?

Der Aufwand hätte sich laut OB Vogel nicht gelohnt. Es sei nicht wirtschaftlich, für eine Klasse das Gebäude instand zu setzen. Weil die Schule seit mehreren Jahren verwaist ist, wären erhebliche Investitionen nötig gewesen. Der Evangelische Schulverein, der in dem Gebäude im Sommer eine weiterführende Schule gründen will, hat allerdings angekündigt, diese Kosten auf sich nehmen zu wollen. Die Stadt hingegen strebt mittelfristig den Abriss des Gebäudes an, da das Wasserturmgebiet unter anderem mit der Errichtung von Eigenheimen ein neues Aussehen erhalten soll. jop

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