Debatte kurz vor dem Wahltag

Wahl 2019 In weniger als zehn Tagen wählt Sachsen einen neuen Landtag. Vorab stellen sich die Bewerber in Podiumsdiskussionen den Fragen der Wähler. Nächste Woche wird im Tietz mit sechs Direktkandidaten debattiert. Dabei können die Zuschauer mitreden, worüber diskutiert wird.

Arbeit und Wirtschaft, Bildung und Familie, Umwelt- und Klimapolitik, Infrastruktur und öffentlicher Nahverkehr, Integration und Zivilgesellschaft - die Bandbreite der Themen, die mit den Kandidaten zur Landtagswahl diskutiert werden könnten, ist groß. Die Möglichkeit, sechs Direktbewerbern im Wahlkreis Fragen zu stellen und ihnen auf den Zahn zu fühlen, haben die Chemnitzer in zwei Wahlforen bereits wahrgenommen. Am Montag folgt die Diskussion im Wahlkreis 2, zu dem die Stadtteile im Zentrum sowie im Chemnitzer Norden gehören. Sie findet ab 19 Uhr im Tietz-Veranstaltungssaal statt.

Veranstaltet werden die Foren gemeinsam von der Landeszentrale für politische Bildung, die sich als überstaatliche Einrichtung für die politische Bildung in Sachsen versteht, sowie der "Freie Presse". Eingeladen sind die Direktkandidaten von CDU, SPD, Linken, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und AfD - jene Gruppierungen, die im Landtag oder/und im Bundestag vertreten sind.


Welche Schwerpunkt-Themen in der etwa zweistündigen Debatte besprochen werden, können die Besucher vor Beginn der Veranstaltung mitbestimmen, indem sie an einer Themen-Tafel Punkte vergeben. Das heißt, auch die Kandidaten im Podium erfahren erst mit Beginn der Debatte, was ihre Wähler im Saal an diesem Abend am meisten interessiert. Nach einer Diskussionsrunde haben die Gäste die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Bewerber zu richten. Dabei wird es auch darum gehen, wie die Chemnitzer Interessen im Dresdner Parlament vertreten werden sollen, welcher Kandidat wo seine Schwerpunkte setzen will.

In beiden bisherigen Wahlforen in Chemnitz hatten die Besucher nahezu die gleichen Themen-Favoriten: Sie wollten mit ihren Direktkandidaten über Mobilität, öffentlichen Personennahverkehr, Infrastruktur und die fehlende Fernverkehrsanbindung ebenso reden wie über Wissenschaft und Bildung. Bei letzterem stand beispielsweise der Lehrermangel zur Debatte, unter dem auch im gerade begonnenen Schuljahr insbesondere die Chemnitzer Oberschulen zu leiden haben. Aber auch das Thema des gemeinsamen Lernens über Klasse 4 hinaus wurde angesprochen.

Die Moderation an dem Abend wird übernommen von "Freie Presse"-Redakteurin Mandy Fischer sowie Erik Hattke. Er ist Geschäftsführer der sächsischen Bibliotheksgesellschaft und freiberuflicher Moderator. Der 28-Jährige leitet Diskussionsrunden zu gesellschaftlichen Fragen sowie politische und wissenschaftliche Foren. Dazu gehört die Tacheles-Reihe des Atticus-Vereins, dessen Vorsitzender er ist. Der Verein hat die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit verschiedenen Projekten zum Ziel.

Die Landeszentrale für politische Bildung mit Sitz in Dresden stellt in allen 60 sächsischen Wahlkreisen zur Landtagswahl derartige Foren auf die Beine. Partner sind die jeweils größten Tageszeitungen vor Ort, in Ostsachsen die "Sächsische Zeitung", in Nordsachsen die "Leipziger Volkszeitung" und in Südwestsachsen die "Freie Presse". Ziel sei ein kontroverser und sachlicher Diskurs, heißt es vonseiten der Landeszentrale. (dy)

Das Forum für den Chemnitzer Wahlkreis 2 findet am Montag, 19 Uhr, im Tietz statt. Die Diskussionsrunden für die Chemnitzer Wahlkreise 3 und 1 fanden am 21. Juni beziehungsweise 9. Juli statt. Worüber dort diskutiert wurde, können Sie nachlesen unter www.freiepresse.de/wahlkreis3 sowie www.freiepresse.de/wahlkreis1.


Zwei Frauen und vier Männer stellen sich Wähler-Fragen

Alexander Dierks (CDU/31) ist seit 2017 Generalsekretär der sächsischen CDU und hat zurzeit das Direktmandat für den Wahlkreis inne. Er wurde im baden-württembergischen Bietigheim-Bissingen geboren und zog mit seinen Eltern 1999 nach Dresden. Nach Chemnitz kam er 2006 durch sein Politikstudium an der TU.

Jürgen Renz (SPD/44) wurde in Würzburg geboren. In Dresden studierte er Jura. Seit 2003 lebt er in Chemnitz, wo er seine erste Stelle in der Anwaltskanzlei antrat, in der er heute noch arbeitet und Teilhaber ist. 1990 ist Renz, der auch im Stadtrat sitzt, in die SPD eingetreten.

Volker Dringenberg (AfD/47) ist 2013, dem Gründungsjahr, der AfD beigetreten. Er wurde 1972 in Lübeck geboren und kam 2005 nach Chemnitz. Seine Frau stammt aus der Stadt. Der Rechtsanwalt studierte in Passau und Bonn Jura. Im neuen Stadtrat führt er die AfD-Fraktion an.

Susanne Schaper (Linke/41) gehört seit 1994 der Links-Partei (vorher PDS) an. Sie wurde in Karl-Marx-Stadt geboren, erlernte den Beruf der Krankenschwester und studierte Pflegemanagement. Seit 2014 gehört sie dem Sächsischen Landtag an. Im Stadtrat ist sie Vorsitzende der Links-Fraktion.

Kathleen Kuhfuß (Bündns 90/Die Grünen/40) ist gebürtige Karl-Marx-Städterin. Die studierte Sozialarbeiterin leitet derzeit den Kinder- und Jugendnotdienst des SFZ Förderzentrums. Seit 1997 ist sie Mitglied bei den Bündnisgrünen. Kathleen Kuhfuß gehört auch dem neugewählten Stadtrat an.

Daniel Tauscher (FDP/34) wurde 1985 in Karl-Marx-Stadt geboren. Der studierte Diplom-Immobilienwirt ist nach eigenen Angaben im Jahr 2017 der FDP beigetreten und war bisher kommunalpolitisch nicht aktiv geworden. Er ist Vorstandsvorsitzender des Vereins Stadtfabrikanten. (dy)

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