Debatte um neuen Eigenheimstandort in Ebersdorf

An der Lichtenauer Straße sollen weitere Einfamilienhäuser gebaut werden. Daran gab es im zuständigen Ausschuss Kritik.

Ebersdorf.

Wo sollen in Chemnitz noch neue Wohnhäuser gebaut werden dürfen? Zu dieser Frage gibt es unter den Stadträten schon seit Jahren immer wieder Meinungsverschiedenheiten. So auch in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Mobilität am Dienstagabend, als es um einen neuen Eigenheimstandort an der Lichtenauer Straße in Ebersdorf ging. Dort wollen private Vorhabenträger auf einer knapp 1,6 Hektar großen Fläche unweit des ehemaligen Rathauses, in dem sich heute das Schulmuseum befindet, Parzellen für 17 Einfamilienhäuser vermarkten. Im Februar 2018 hatte der damalige Planungs-, Bau- und Umweltausschuss einen Bebauungsplan dafür in Auftrag gegeben, dessen Entwurf jetzt öffentlich ausgelegt werden soll.

Doch mit dem Inhalt dieses Entwurfs waren mehrere Stadträte nicht einverstanden. So kritisierte Bernhard Herrmann (Grüne), dass die neue Straße durch das Wohngebiet Privatbesitz der Hauseigentümer werden und größere Mengen Regenwasser in privaten Anlagen zurückgehalten werden sollen, bevor sie ins öffentliche Kanalnetz abfließen. "Wenn wir uns Straßen nicht leisten können, sollten wir sie nicht bauen", sagte er und sprach sich gegen die Schaffung immer neuer Infrastruktur am Stadtrand aus. Private Entwässerungsanlagen seien nicht kontrollierbar, bemängelte er. Die Lösung sei aber mit dem städtischen Abwasserentsorgungsbetrieb ESC abgestimmt und werde von diesem kontrolliert, entgegnete die zuständige Planerin.


Thomas Scherzberg (Linke) gefiel nicht, dass in dem Gebiet offenbar viel mehr Bäume abgeholzt als neu gepflanzt werden sollen. Er setzte per Änderungsantrag, dem die Mehrheit der Ausschussmitglieder zustimmte, eine Erhöhung der Anzahl der Neupflanzungen und eine Erweiterung der Liste der dafür infrage kommenden Gehölze durch.

Dieter Füßlein (FDP) verlangte Auskünfte zu benötigten Kita- und Schulplätzen infolge des Eigenheimbaus. Wie viele Kinder in welchem Alter einziehen, sei vorher nicht bekannt, antwortete Stadtplanungsamtsleiter Börries Butenop. Bei 17 Häusern seien diese Zahlen aber nicht nennenswert, sagte er.

Andere Stadträte befürworteten das Vorhaben: "Wenn wir das verhindern, bauen die Leute im nächsten Dorf", warnte Falk Ulbrich (CDU). Jörg Vieweg (SPD) forderte Planungssicherheit für Investoren, um sie nicht abzuschrecken. Der Ausschuss bestätigte den Planentwurf mit knapper Mehrheit von sieben gegen fünf Stimmen.

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