Debatte um Sicherheit vor Grundschule

Die Claußnitzer Verwaltung hat wegen der beengten Verhältnisse vor dem Schulgebäude ein Parkverbot verhängt. Gemeinderäten reicht das aber noch nicht.

Claußnitz.

Es ist in der Regel die brisanteste Zeit: Bringen Väter und Mütter ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, wird es vor dem Gebäude schon mal unübersichtlich. Die Gemeinde Claußnitz will nun die Situation vor der Grundschule am Anger verbessern. Zu Beginn des neuen Schuljahres hat sie deswegen Parkverbotsschilder aufgestellt.

Fahrzeuge dürfen also nicht geparkt werden, das Halten bis zu drei Minuten ist jedoch erlaubt. Somit dürfen Autos am Schulweg im Bereich der Grundschule nur noch zum Ein- und Aussteigen oder zum Be- und Entladen kurz stoppen. Hintergrund für die Maßnahme sind Bauarbeiten auf dem Schulgelände, die zu beengten Verhältnissen führen. Die Gemeinde lässt einen etwa 500.000 Euro teuren Anbau errichten. Die Arbeiten dauern vermutlich bis März 2019, heißt es aus der Verwaltung. So lange gelte auch das Parkverbot. "Ob das eingehalten wird, muss aber kontrolliert werden", forderte Gemeinderat Wolfgang Delling (parteilos).

Betroffen davon sind auch die Lehrer, die sich neue Parkplätze suchen müssen. Sie sollen ihre Fahrzeuge in der Umgebung abstellen, beispielsweise am Schulweg. Um das zu ermöglichen, sind Anwohner der Straße angehalten, ihre Pkw auf den Grundstücken zu parken. Das könnte nach Einschätzung einer Anwohnerin problematisch werden. "Manche Familien haben zwei oder drei Autos, aber kaum Platz auf den Grundstücken", sagte sie.

Nach Ansicht von Schulleiterin Marion Jänig bringt die neue Regel mehr Sicherheit. "Für die Kinder, die zu Fuß kommen oder von ihren Eltern im Auto zur ersten oder zweiten Stunde gebracht werden, ist es weniger gefährlich, wenn keine weiteren Fahrzeuge dort stehen", sagte sie. Auch die Schulbusse könnten jetzt besser heran- und abfahren, so Jänig.

Eine Mutter, die täglich als Elterntaxi zwei Kindereinrichtungen ansteuert, hält die neuen Verkehrszeichen indes für wenig sinnvoll. "Einige Autofahrer reagieren verunsichert und wissen nicht so recht, wo sie halten dürfen", sagte sie. Das Unfallrisiko ist bei den Ausstiegs- und Wendemanövern ihrer Ansicht nach sogar noch größer geworden. Im Ordnungsamt der Gemeinde sind laut Rathaus-Mitarbeiterin Steffi Dewinski in den ersten Tagen nach dem Aufstellen der neuen Verkehrszeichen noch keine Beschwerden eingegangen.

Einigen Gemeinderäten geht die nun getroffene Maßnahme nicht weit genug. Nach ihrer Ansicht lauern auf den Straßen rund um die Schule noch zu viele Gefahren für die Kinder. Für die Strecke zwischen der Bushaltestelle an der Burgstädter Straße und der Schule seien Schülerlotsen wichtig, erklärten die Gemeinderäte Horst Fimmel und Susanne Thum (beide parteilos). Die gibt es - noch. Laut Bürgermeister Günther Hermsdorf endet die Maßnahme jedoch im September. Ersatz für die derzeit zwei Schulweghelfer sei nicht in Sicht, sagte er. Betroffen seien Kinder aus Röllingshain und Diethensdorf: Ihr Bus halte am ehemaligen Gasthof "Weißen Roß". Der Schulweg führt auch über die viel befahrene Burgstädter Straße. "Die Gemeinde sollte dafür sorgen, dass die Kinder auf dieser Strecke von einer Hortnerin begleitet werden", forderten Räte. (mit lumm)


Arbeiten am Dach

Beim Anbau an der Grundschule stehen ab September die Dacharbeiten an. Der Gemeinderat hat Bürgermeister Günther Hermsdorf ermächtigt, die Aufträge kurzfristig zu vergeben. Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von rund 55.000 Euro. Für den rund 490.000 Euro teuren Anbau hat die Gemeinde vom Freistaat eine Fördermittelzusage über rund 250.000 Euro erhalten. Die Erweiterung ist notwendig, um zusätzliche Räume für den Schulbetrieb, einen Mehrzweck- und Speiseraum sowie sanitäre Einrichtungen zu schaffen. (tür)

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