Debatte um Verkehrssituation vor Gerhart-Hauptmann-Schule

Tempo 30? Oder ein Zebrastreifen, aber wo genau? Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit gibt es mehrere. Aber nicht alle können schnell umgesetzt werden.

Limbach-Oberfrohna.

Mehr als zwei Jahre ist es inzwischen her, dass der Limbach-Oberfrohnaer Stadtrat sich dazu bekannt hat, dass vor der Gerhart-Hauptmann-Schule ein beleuchteter Zebrastreifen gebaut werden soll. Ein entsprechender Antrag der CDU-Fraktion, das Vorhaben in den städtischen Haushalt aufzunehmen, fand damals eine breite Mehrheit: Es gab nur eine Enthaltung, alle anderen Lokalpolitiker stimmten mit Ja. Doch passiert ist bislang nichts. Als Hilfe beim Überqueren der Frohnbachstraße steht den Schülern noch immer nur eine Verkehrsinsel zur Verfügung.

Nun gibt es Forderungen an die Stadtverwaltung, den Willen der Räte endlich umzusetzen. "Der Zebrastreifen muss kommen. Einen Beschluss des Stadtrates kann man nicht ignorieren, immerhin handelt es sich um das wichtigste kommunale Gremium", sagt Enrico Fitzner, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Seine Partei hatte die Kosten für einen Überweg samt Beleuchtung auf 50.000 Euro geschätzt. Ein Zebrastreifen brächte im Vergleich zur Verkehrsinsel einen Zugewinn an Sicherheit: Vor einem Zebrastreifen müssen Verkehrsteilnehmer anhalten, wenn Fußgänger die Straße überqueren wollen. Bei einer Verkehrsinsel besteht diese Pflicht nicht.


Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler) weist auf Anfrage den Vorwurf zurück, untätig geblieben zu sein. Vielmehr habe eine Verkehrszählung ergeben, dass die Frohnbachstraße nicht stark genug frequentiert ist, um dort einen Zebrastreifen zu bauen. Denn dafür sind laut einer Richtlinie mindestens 50Fußgänger sowie 200 Fahrzeuge pro Stunde nötig. Trotzdem hält es Vogel für möglich, die Verkehrssicherheit vor der Grund- und Oberschule zu verbessern. Er bringt ins Gespräch, dass perspektivisch ein Zebrastreifen an anderer Stelle gebaut wird - nicht direkt vor der Schule, sondern einige Meter weiter in Richtung Diska-Markt, jenseits der Einmündung der Straße des Friedens. "So könnte eine sichere Verbindung von der Schule zum Hort geschaffen werden", erklärt der OB.

Der Hort befindet sich in der Kita an der Heinrichstraße. Bislang gehen die Schulkinder auf dem Weg dorthin nicht nur mittels der Verkehrsinsel über die Frohnbachstraße , sondern auch über die Straße des Friedens. Würde der Zebrastreifen an jener anderen Stelle errichtet, könnte die zweite Querung wegfallen. Vogel hält einen Zebrastreifen am Diska-Markt auch deshalb für sinnvoll, weil Kinder so den Spielplatz, der an der Ecke Frohnbachstraße/Straße des Friedens angelegt werden soll, sicher erreichen könnten. An jener Stelle sei das Verkehrsaufkommen zudem höher, was einen Zebrastreifen rechtfertige.

Unabhängig von der Zebrastreifen-Diskussion prüft die Stadtverwaltung derzeit, ob vor der Gerhart-Hauptmann-Schule Tempo-30-Schilder aufgestellt werden sollen. Die Chancen dürften gut stehen, da viele Mädchen und Jungen auf ihrem Schulweg die Frohnbachstraße überqueren müssen. Bereits seit 2017 hat die Stadtverwaltung vor mehreren Kitas und Schulen die zulässige Höchstgeschwindigkeit herabsetzen lassen.

Die Leiterin der Gerhart-Hauptmann-Oberschule, Sabine Wilske, spricht sich für Tempo 30 aus. Zwar funktioniere die Verkehrsinsel gut, stellt sie fest. "Die meisten Autofahrer passen auf und bremsen." Aber mehr Sicherheit könne nicht schaden. Verkehrsinsel, Zebrastreifen am künftigen Spielplatz und Tempo 30 könnten laut Wilske eine gute Kombination darstellen. Ähnlich äußert sich Gunnar Stalzer, stellvertretender Elternratsvorsitzender der Grundschule. Aus Sicht der Mütter und Väter sei eine Geschwindigkeitsreduzierung wünschenswert. Der vom Rathaus vorgeschlagene Standort für den Zebrastreifen ergebe mit Blick auf Hort und geplanten Spielplatz Sinn, so Stalzer, der auch als CDU-Bewerber für den Stadtrat kandidiert.

Während Tempo 30 kurzfristig angeordnet werden könnte, ist hinsichtlich des Zebrastreifens noch Geduld nötig. Denn der ins Auge gefasste Standort ist Bestandteil der Staatsstraße von Limbach nach Wolkenburg, die perspektivisch ausgebaut werden soll. Vor der Umsetzung des Vorhabens einen Zebrastreifen anzulegen, der dann womöglich gleich wieder umgebaut werden müsste, lehnen die Verantwortlichen ab. Die Frage der "Freien Presse", wann der Ausbau der Straße erfolgen soll, ließ das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr unbeantwortet.

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