Demo mit DJ: Schüler testen neues Protest-Format

Die jungen Klima-Aktivisten von Fridays for Future wollen weitere Mitstreiter finden. Beim Zug durch die Stadt forderten sie nicht nur eine andere Umweltpolitik.

Es sind weniger Teilnehmer als bei der vergangenen Demonstration gewesen. Etwa 230 Jugendliche haben sich am Freitagnachmittag vor dem Karl-Marx-Monument versammelt, um von Politikern und Konzernen eine nachhaltige Zukunft für sich zu fordern. Neu diesmal: Nicht nur Reden wurden gehalten und Sprechchöre angestimmt, auch DJs hatten sich eingefunden. Auf der Ladefläche eines Lkw hatten die Aktivisten die nötige Technik aufgebaut, allem voran Mischpult, Stromaggregat und mehrere Boxen. Aus dem Fahrzeug wummerte und dröhnte dann laut elektronische Musik, einige der Besucher tanzten.

"Wir haben uns überlegt, wie wir die Demonstration spannend machen und vielleicht auch neue Leute an das Thema heranführen können", erklärte der Schüler Marvin Müller. Er ist einer der Organisatoren der Chemnitzer Fridays-for-Future-Bewegung. Mit der Verlegung des Protestes vom Vormittag auf den Nachmittag haben die Organisatoren auf die Wünsche einiger Jugendlicher reagiert, so Müller.


Noch bevor der Zug sich auf seinen Weg durch die Stadt machte, stellte Lukas Münch das Projekt Chemnitzer Akademie Ehrenamt von der Kindervereinigung vor. Dabei wurde eine Workshop-Reihe auf die Beine gestellt, bei der junge Menschen die Möglichkeit haben, eigene Projekte zu realisieren und ihre Sorgen und Wünsche Politikern des Sächsischen Landtags mitzuteilen. Auf einem langen Banner, dessen Botschaften im August Politikern überreicht werden sollen, trugen sich einige Anwesende dann auch ein: "100 Prozent erneuerbare Energie" stand da, eine "autofreie Stadt Chemnitz" wurde gefordert und "kostenloser Nahverkehr". Anschließend berichteten die Aktivisten Marvin Müller und Marleen Mücke vom Besuch des Tagebauwerks Garzweiler im Rheinland. Dort hatten am 22. Juni mehr als 8000 Demonstranten für einen schnellen Kohleausstieg protestiert. Bei der anschließenden Demonstration durch die Stadt waren - neben der Musik - besonders oft kapitalismuskritische Rufe zu hören. Aktivist Müller: "Wir wünschen uns ein sozialeres und ökologischeres Wirtschaften." Auf einem Plakat des Zuges stand: "Wir streiken, bis ihr handelt."

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