Der Sicherheitsmann im Stadtrat

Mehr als die Hälfte der gewählten Stadträte ist neu im Gremium. "Freie Presse" stellt sie vor. Heute: Sven Bader, AfD

Von Berufs wegen hat es Sven Bader mit Sicherheit zu tun. Kein Wunder also, dass es dem Unternehmer und Inhaber einer Sicherheitsfirma vor allem um dieses Thema in seiner künftigen Funktion als Chemnitzer Stadtratsmitglied geht. Die Innenstadt sollte noch mehr Flair zum Wohlfühlen ausstrahlen, sagt der 47-Jährige. Dazu gehöre für ihn auch mehr Sauberkeit, mehr Ordnung und eben mehr Sicherheit.

Dabei habe sich bei letztgenanntem Punkt im Stadtzentrum im vergangenen Jahr schon einiges getan, hat er beobachtet. Seit dem gewaltsamen Tod von Daniel H. in der Nacht des 26. August 2018 gebe es mehr Polizei auf der Straße. "Man ist präsenter", sagt Bader, schränkt aber ein: "Es wird noch nicht so durchgegriffen, wie ich mir das wünschen würde - wie mit Platzverweisen."


Bader ist in Karl-Marx-Stadt geboren und auf dem Kaßberg und im Heckertgebiet aufgewachsen, wie er erzählt. Nach der Schule erlernte er den Beruf des Einzel- und Außenhandelskaufmanns. Seit mehr als 15Jahren ist er selbstständig, mit seiner Firma komme er viel rum im Bundesgebiet, sagt er, ein Jahrzehnt lang war er im Ruhrgebiet tätig. "Ich kenne die Ecken", berichtet er und nennt den Duisburger Stadtteil Marxloh, Ausländeranteil über 50 Prozent. "Solche Verhältnisse möchte ich in Chemnitz nicht", sagt Sven Bader.

Über seine Heimatstadt berichtet der dreifache Vater viel Positives. Das Projekt "Nimm Platz" zum Beispiel, mit dem die Stadtverwaltung die Lieblingsecken der Chemnitzer ermittelt. "Es ist immer gut, wenn sich die Bürger einbringen können", sagt der neue AfD-Stadtrat. Aber auch das Projekt der Kinderstadt lobt er, die Innenstadt-Belebung der vergangenen Jahre, den Parksommer, das Schulsanierungsprogramm der Stadt und die Stadtteilmanager, um einzuschränken, dass er sie sich in jedem Stadtteil wünscht. Stolz ist er als Chemnitzer auf die TU, auf das Klinikum, auf die Küchwaldbühne.

Es gibt aber auch Dinge, die ihm weniger gefallen. Die geringe Anzahl von Jugendklubs, die Absage des Stadtfests in diesem Jahr, den Leerstand mehrerer Innenstadt-Geschäfte. Und er mahnt die Wirtschaftlichkeit des Chemnitzer Theaters an. "Wenn das Theater jedes Jahr mehr Millionen benötigt, muss man doch die Frage stellen, ob dort Leute sitzen, die mit dem Geld der Steuerzahler korrekt umgehen", sagt er.

Bader ist seit 2013 Mitglied der AfD. Den Richtungsstreit innerhalb der Partei empfindet er als normal, die AfD sei schließlich "eine junge Partei, die noch nicht so gefestigt ist". Einer Strömung fühlt er sich nicht zugehörig, und Mitglied sei er weder beim rechten Flügel noch bei der Alternativen Mitte. Im übrigen sei es gut, dass es verschiedene Meinungen innerhalb der Partei gibt, nur mit Björn Höcke komme er weniger klar. Bader: "Höcke spricht mich mit seiner Art der Wortwahl nicht an."

Die Beiträge über die bisher vorgestellten neuen Stadträte können Sie nachlesen unter: www.freiepresse.de/neueraete

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 4 Bewertungen
2Kommentare
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  • 1
    3
    dwt
    15.08.2019

    Eine seltsame Sympathie ist das von Seiten der Freien Presse..
    Bei solch Unterstützung braucht man sich dann aber auch nicht wundern, wenn es mit dem Freistaat dann Bergab geht.

  • 8
    10
    Blackadder
    14.08.2019

    Wenn er ein Problem mit Höcke hat, sehe ich hier auch wieder so einen Wackelkandidaten, der vermutlich die Partei irgendwann demnächst verlassen wird, wie so viele vor ihm. Schließlich will Höcke im Herbst nach dem Parteivorsitz greifen, was er ja angekündigt hat.



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