DFB-Vize Koch fordert Bekenntnis gegen Rassismus in Chemnitz

Berlin (dpa) - DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat nach der Trauerbekundung für einen rechtsextremen Fan beim Chemnitzer FC eine eindeutige Reaktion in der Stadt gefordert. «Ich hoffe, dass jetzt deutlich gemacht wird, in der Stadt Chemnitz von den Menschen, dass das eine kleine Minderheit ist, die sich so verhält und dass Chemnitz, wie alle anderen Städte in Deutschland auch, bereit ist, Flagge zu zeigen», sagte Koch am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. Die schweigende Mehrheit müsse aufhören zu schweigen. Es wäre eine gute Gelegenheit, sich beim nächsten Heimspiel gegen FSV Budissa Bautzen an den Internationalen Wochen gegen Rassismus zu beteiligen, die am Montag begonnen haben, meinte Koch.

«Wir müssen jetzt alle deutlich machen, dass wir einstehen für unser Land und für die Freiheit, die wir in unserem Land genießen wollen und für Toleranz und für Mitmenschlichkeit», sagte der DFB-Vize weiter. Er forderte mehr Verantwortung von allen Seiten. «Wir dürfen das nicht zulassen, dass Banner aufgehängt werden, von denen man nicht weiß, was draufsteht.»

Am Samstag hatte es vor der Regionalligapartie des Chemnitzer FC gegen die VSG Altglienicke (4:4) eine Trauerbekundung für den gestorbenen Rechtsextremen Thomas H. gegeben. Dabei wurde auf der Video-Leinwand im Stadion dessen Porträt eingeblendet, zudem wurde eine Art Schweigeminute abgehalten, ein schwarzes Kreuz und ein Transparent waren ausgerollt worden, wie TV-Bilder zeigen.

Zudem hatten schwarz gekleideten Fans in der Südkurve eine Pyro-Show in Rot und Weiß gezündet. Am Sonntag legte der Kaufmännische Geschäftsführer Thomas Uhlig in erster Konsequenz alle Ämter nieder. Der Verein stellte nach der umstrittenen Trauerbekundung Strafanzeige.

Bewertung des Artikels: Ø 2.9 Sterne bei 9 Bewertungen
9Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 0
    3
    Interessierte
    16.03.2019

    Diese Minderheit habe ich geschätzt , wissen Sie es besser ?

  • 7
    4
    Einspruch
    13.03.2019

    Noch einer, der genau Bescheid weiß und alles nachplärrt

  • 9
    3
    Freigeist14
    13.03.2019

    Der DFB sollte einfach mal die Klappe halten und an sein mieses Spiel gegen den Nationalspieler Özil reflektieren . Als Sündenbock war dieser bestens geeignet ,von eigenem Unvermögen und Vetternwirtschaft abzulenken .

  • 8
    7
    Lesemuffel
    13.03.2019

    Die Hinweise, Mahnungen an Chemnitz sind vielleicht hilfreich. Ihm ist sicher entgangen, dass im Fussball Spiel St. Pauli vs. HSV am gleichen Wochenende chaotische, kriegsähnliche Zustände unter den verfeindeten Fangruppe herrschten. Die Hamburger sind bestimmt an Hinweisen von Herrn Koch interessiert. Das soll keine Relativierung sein, nur ein Hinweis auf das zweierlei Maß, dort kaum Berichterstattung, hier Aufblasen zur Fast-Katastrophe. Ja, ich weiß, dort wurde nicht eines Verstorbenen Hools gedacht.

  • 11
    4
    vitaminbonbon
    13.03.2019

    @reinerkreissl70:
    Ganz so unkommentiert ist die Sache ja nicht. Die Stadt selbst hat zwei offizielle Pressemitteilungen (Sonntag ubd Montag) herausgegeben.
    Ich persönlich, als u.a. Stadtrat, habe mich sowohl gegenüber der FP aber auch anderen Medien gegenüber mehrfach und, ich denke, auch deutlich geäußert:

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/spd-politiker-zu-stadiontrauer-fuer-hooligan-unfassbare.1008.de.html?dram:article_id=443214

    https://www.deutschlandfunk.de/chemnitz-cfc-gedenkt-rechtsextremem-fan.1346.de.html?dram%3Aarticle_id=443206&xtor=AD-251-%5B%5D-%5B%5D-%5B%5D-%5Bdlf-mobil%5D-%5B%5D-%5B%5D

    Wichtig wäre aber eben auch, dass sich die bisher eher schweigende Mehrheit, die sixh leider eher achselzuckend wegdreht, deutlich positioniert.
    Viele Grüße,
    Detlef Müller

  • 4
    4
    Distelblüte
    13.03.2019

    @Interessierte: "eine ganz kleine Minderheit hier in Chemnitz ist , vielleicht 17 oder 30 Personen"...
    Wie kommen Sie denn auf diese Zahlen?

  • 5
    8
    Interessierte
    13.03.2019

    Solche Banner werden auch in anderen Städten aufgehangen , nicht nur in Chemnitz ....

    Und die Menschen der Stadt Chemnitz machen das schon lange ´deutlich` , dass das nur eine ganz kleine Minderheit hier in Chemnitz ist , vielleicht 17 oder 30 Personen ; und dass es vor allem aus anderen Städten Zugereiste ( wie mit Zügen ) sind , welche in den falschen Parteien sind und nur Unruhe in die Stadt bringen …..

    Aber ob da die "Internationalen Wochen gegen Rassismus" ausreichen , um etwas zu ändern , das ist fraglich , vielleicht müßte da anderswo etwas getan werden ...

    Und Herr Koch , waren Sie denn schon einmal in ´unserer` wunderschönen "Stadt Chemnitz im Herzen von Europa" mit den netten , herzlichen , freundlichen Menschen und seit nach der Wende mit den modernen neuen Glasbauten und Glas-Tunneln und dem Stadt-Wall und den noblen Restaurants , wenn sie seit 1964 in dem kleinen Poing mit 16 TEW wohnen ?

  • 14
    2
    rainerkreissl70
    13.03.2019

    Rainer Kreißl, Chemnitz, Reineckerstraße 7,
    ich gebe Herrn Koch recht. Es ist nicht verständlich, daß 5 Tage nach den Vorkommnissen im Chemnitzer Stadion keine offizielle Stellungnahme der Bürgermeister und Stadträte, als Vertreter der öffentlichen Meinung, im Sinne der treuen Fans und der Bevölkerung der Stadt und Region Chemnitz veröffentlicht wird. Die Mehrzahl der Fans des CfC und der Bewohner von Chemnitz und Umgebung verabscheuen mit Sicherheit die Vorgänge am 09.03.2019 im Stadion an der Gellertstraße. Wie sollten wir unsere mehrheitliche Meinung anders kundtun als über unsere gewählten Volksvertreter.
    Was mich besonders verwundert ist, daß eine bundesweit bekannte, von Sicherheitsorganen schon überwachte und vom CfC im Jahre 2007 geschaßte Person verstirbt, und nur der Regionaligist CfC für die Vorkommnisse am 09.03.2019 verantwortlich gemacht wird. Mußte nicht vielmehr der Staatsschutz, die Stadt Chemnitz und der Freistaat Sachsen den CfC bei der Abwehr der angekündigten ' Bekundungen ' unterstützen, nochzudem die Ereignisse vom September 2018 noch deutlich im Bewußtsein der Verantwortlichen vorhanden sein müßten.

  • 12
    9
    Lesemuffel
    13.03.2019

    Wie eine Lawine ist es seit vergangenen Samstag über Chemnitz wieder hereingebrochen. Keiner will sich die Chance entgehen lassen, in die Vorwürfe gegen unsere Stadt mit einzustimmen. Der DFB-Vize kann auch so verstanden werden, dass wir alle unterschwellig Rassisten sind, wenn wir weiter schweigen. Sollen wir nun täglich durch die Stadt gehen und bekunden, dass wir uns von der Trauerfeier distanzieren uns für Toleranz, Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit sind? Das muss uns nicht von außen gesagt werden. Trotz der Gedenkminute sind waren, sind uns werden wir Chemnitzer so sein, ohne Oberlehrer.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...