Die Geschichte des Benediktinerklosters im Maßstab 1:350

Erstmals gibt es ein Modell des Bauwerkes, dessen Errichtung zur Gründung von Chemnitz beitrug. Es zeigt auch einen Gebäudeteil, der gar nicht mehr existiert.

Schloßchemnitz.

Der Teufel steckt im Detail, sagt Uwe Fiedler, Leiter des Schloßbergmuseums, mit Blick auf die vor ihm stehenden Modelle. Sie zeigen im Maßstab 1:350 die verschiedenen Baustufen, die das frühere Benediktinerkloster, in dem sich heute Schloßkirche und Museum befinden, zwischen den Jahren 1230 und 1527 durchlaufen hat. "Wir sehen Architekturgeschichte immer nur vom aktuellen Stand her. Aber es war mitnichten von Anfang an die gigantische Anlage, die wir heute kennen", sagt Fiedler.

Stattdessen fing es einst mit einem bescheidenen romanischen Kirchenbau an, dessen Baubeginn auf Mitte des 12. Jahrhunderts datiert wird. In den folgenden Jahrhunderten wuchsen Länge und Höhe der Klosterkirche stetig an. Aus der niedrigen romanischen Basilika wurde eine voluminöse spätgotische Hallenkirche. Auch der heute nicht mehr existierende Südflügel ist in den Modellen zu erkennen. Eine Besonderheit dieses Gebäudeteils: Er war in einem schrägen Winkel angelegt. "Das Kloster ist ein Gebäude, das verschiedene geschichtliche Abschnitte in sich vereint", erläutert Fiedler. "Zudem war dessen Bau einer der Urgründe für die Entstehung der Stadt Chemnitz."

Das Jubiläum 875 Jahre Chemnitz war auch der Anlass, weshalb sich der Freundeskreis des Schloßbergmuseums mit der Entwicklung des Klosters befasste. Rund ein Jahr verging seit der ersten Idee bis zur Realisierung des Projektes durch den Modellbauer Volker Herrmann. Auch das Schloßbergmuseum selbst und das Landesamt für Archäologie Sachsen waren beteiligt. Finanziert wurde es mit 4500 Euro von der Wirtschaftsfördergesellschaft CWE und mit 1500 Euro aus dem Budget des Schloßbergmuseums. Hinzu kommen laut Uwe Fiedler "unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden".

"Wir sind froh, dass wir etwas schaffen konnten, das nicht nur für den Moment entsteht, sondern noch lange bleiben wird", sagt Lucia Schaub, die die CWE bei der Vorstellung des Modelles am Freitag vertrat. Ab dem 26. August ist es in der Sonderausstellung "Des Kaisers Kloster" zu sehen. Später soll es nach Fiedlers Aussage in eine noch zu entwickelnde neue Dauerausstellung eingebunden werden. Die Platte, auf der die Modelle befestigt sind, soll bis dahin noch mit Glasscheiben umgeben werden.

Auf der Platte selbst sind Grundrisse der sechs verschiedenen Baustufen und kurz gehaltene Texte zu sehen. "Ich befürchte, so manchem werden die Informationen wohl immer noch zu lang sein", sagt Yves Hoffmann vom Landesamt für Archäologie mit einem Lächeln. "Aber Archäologen tun sich einfach schwer damit, sich kurz zu fassen, wenn es so viel zu erzählen gibt."

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