Die Küchwaldbühne als Künstler-Atelier

Zum ersten Mal findet ein Bildhauer-Symposium an dem Veranstaltungsort statt. Wer mag, kann die Mitwirkenden besuchen.

Schloßberg.

Es klopft, hämmert und sägt. Wenn sich die fünf Künstler, die in dieser Woche auf dem Gelände der Küchwaldbühne arbeiten, unterhalten möchten, müssen sie erst einmal ihre Maschinen abstellen. Jeder von ihnen dort hat entweder einen Stein, den Teil eines Baumstamms oder Metall vor sich, woraus Skulpturen entstehen werden.

"Die Idee für ein Bildhauersymposium gemeinsam mit der Küchwaldbühne hatten wir schon seit langem", sagt Teo Richter, Vorsitzender des Chemnitzer Künstlerbundes. Doch erst mit der 875-Jahr-Feier der Stadt wurde es möglich. Ein Projekt mit dem Titel "...in Form gebracht" wurde beantragt und tatsächlich gefördert, sodass fünf Künstler eine Woche lang arbeiten können. Im nahe gelegenen Schullandheim sind die fünf, die alle Mitglieder im Künstlerbund sind, untergebracht, seit Montag arbeiten sie täglich an ihren Skulpturen. Ende des Symposiums ist am Sonntagabend. Alles, was entsteht, wird auf dem Gelände bleiben.

Richter selbst hat sich einen alten Beleuchtungsturm als Arbeitsplatz herausgesucht. Der Metalldesigner und Holzgestalter entschied sich für eine Installation aus Metall. Auf dem Dach des Turms wird ein dichter Wald aus Stäben entstehen, eine Art Gestrüpp, sagt Richter. Auf das Ende eines jeden Stabs setzt er eine leuchtende Spitze. Durch seine Installation erhalte der alte Turm wieder eine Aufgabe, so Richter.

Neben ihm steht Rainer Maria Schubert vor einem Stück Baumstamm. Die Rinde der Esche hat er bereits entfernt. Im Gegensatz zu manchem Kollegen benötigt er keine Kettensäge. Neben sich hat Schubert eine Zeichnung. Äste, Blätter, Stämme und Lebewesen, es könnten Bienen, Vögel oder Kobolde sein, sind zu erkennen. Die grafischen Formen bringt er mit einer Oberfräse auf den Baumstamm. "Vielleicht schwärze ich die Vertiefungen am Ende noch", sagt er.

Als einzige Frau in der Gruppe arbeitet Erika Harbort aus Glauchau an zwei Sandsteinskulpturen. Es sollen zwei Köpfe werden, wie Clowns oder Harlekins, beschreibt die Bildhauerin. Einen runden Kopf hat sie bereits fertig, am spitzen Kopf arbeitet sie noch mit einer an einen Kompressor angeschlossenen Luftpistole. Zum Einsatz kommen verschiedene Eisen, die sie auf das Ende der Pistole setzt. Neben ihr stehen noch mehrere Schleifgeräte. Harbort hofft, dass die zwei Figuren dauerhaft in den Zuschauerreihen der Küchwaldbühne sitzen können.

Den größten Krach an diesem Vormittag verursacht Christoph Roßner, denn er hat noch mit der Kettensäge zu tun. Aus einem Stück vom Stamm einer Eiche sägt und klopft der Künstler aus Bad Schlema ein knuffiges Wesen, er nennt es Mausbär. "Es soll einen gemütlichen Eindruck vermitteln", so Roßner. Die Skulptur wird liegen und erhält noch einen Ball. "Ich wünsche mir, dass mit ihr gespielt und darauf herum geklettert wird", sagt er. Viel Zeit zum Reden hat er nicht. "Ich habe mir für diese Woche recht viel vorgenommen."

Ebenfalls im Küchwald dabei ist der Künstler Ralf Siebenborn. Auch er hat sich ein Stück Baumstamm vorgenommen. Arbeitstitel: "Torso einer Tänzerin". Das Holz ist gebogen. Diese vorhandene Dynamik und den Schwung wolle er für die abstrakte Tänzerin nutzen. Sein Ziel sei es, dass am Ende so viel wie möglich vom Baumwuchs erkennbar bleibt.

Die Bildhauer können am Donnerstag, Freitag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr auf dem Gelände der Küchwaldbühne besucht werden. Am Samstag stehen die Künstler von 10 bis 19 Uhr als Teil der Schloßberg-Entdecker-Tour den Besuchern Rede und Antwort. Kindern bringen sie mit Werkzeugen und Materialien ihre Arbeitsweise näher. Sie können die entstandenen Kunstwerke mit nach Hause nehmen.

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