"Die Nähe zum Meer ist unser Ass im Ärmel"

Wildfremde Menschen einfach ansprechen und fragen, was sie da tun, gehört sich eigentlich nicht. "Freie Presse" macht es trotzdem. Heute: Der Student aus Wismar, der für seine Hochschule wirbt.

Was machen Sie denn da?

Daniel Zapel: Ich stelle den Chemnitzern die Hochschule Wismar vor, an der ich auch selbst Student bin. Wir versuchen deutschlandweit, neue Studenten zu finden. Dafür gibt es diese sogenannte Roadshow, die von Frühjahr bis Herbst läuft.

Warum sollte ein Abiturient aus Chemnitz ausgerechnet nach Wismar gehen?

Es ist eine kleine Hochschule mit familiärer Atmosphäre. Hinzu kommt, dass Wismar eine wunderschöne Altstadt hat. Außerdem sind die Mietpreise vergleichsweise niedrig. Gut, der letzte Punkt mag auch auf Chemnitz selbst zutreffen. Aber wir haben noch ein Ass im Ärmel: Die Ostsee liegt quasi direkt vor der Haustür. Da bekommen auch die Omas feuchte Augen, wenn sie daran denken, dass sie ihre Enkelkinder am Meer besuchen könnten. Unsere Zielgruppe sind aber nicht nur junge Leute, die gerade erst das Abitur bestanden haben. Sondern auch Menschen, deren Berufsleben bereits begonnen hat.

Wie kommt das?

Bei uns kann man nicht nur direkt vor Ort studieren, sondern auch per Fernstudium. Von unseren ungefähr 8500 Studenten sind rund 5000, die von zu Hause aus studieren. Mein Eindruck ist: Je weiter wir bei unserer Werbetour von Wismar wegfahren, desto eher interessieren sich die Leute für dieses Angebot. Es ist besonders reizvoll für Leute, die in ihrem Beruf noch einmal einen Schritt weiterkommen wollen.

Was hat Sie selbst dazu bewogen, nach Wismar zu gehen?

Ich komme aus der Nähe von Schwerin und wollte in der Heimat bleiben. Außerdem studiere ich Logistik, einen Studiengang, den es nicht an so vielen anderen Hochschulen in Deutschland gibt.

Hat die Hochschule denn einen bestimmten Schwerpunkt?

Sie wurde vor 110 Jahren als Ingenieurs-Hochschule gegründet. Schon aus dieser Tradition heraus haben wir viele technische Studiengänge. In der DDR gab es viele Chemnitzer, die in Wismar zu Ingenieuren ausgebildet wurden. Später kamen Fächer aus den Bereichen Wirtschaft und Gestaltung hinzu.

Wie kommt Ihr Angebot denn bei den Chemnitzern an?

Bei denen, die mit uns sprechen, eigentlich ganz gut. Es ist aber relativ leer heute in der Innenstadt. Ich vermute, das hat mit der Demo zu tun, die am Abend beginnt. Wir werden aber auch am Samstag noch einmal hier am Roten Turm stehen und hoffen, dass dann mehr Leute vorbeikommen.

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