Die neue Ratsstube: Am ersten Tag schon ausgebucht

Das Restaurant am Johannisplatz öffnete am Montag seine Pforten. Obwohl der Betrieb läuft, sind noch nicht alle Bereiche fertig.

Die Ratsstube am Johannisplatz ist eröffnet. Inhaber Dirk Gust startete den Betrieb im Nachfolge-Lokal des Ratskellers am gestrigen Montagmittag. Kurz nach elf Uhr waren alle 180 Sitzplätze belegt.

Den regen Zulauf erklärte sich Dirk Gust so: "Wir hatten eine dreimonatige Schließphase. In dieser Zeit standen die weiterhin freigeschalteten Telefone nicht still." Gäste wollten permanent über das Vorankommen der Bauphase informiert werden oder schon Plätze im neuen Lokal buchen. Reservierungen gibt es nun schon bis ins neue Jahr hinein. Das Interesse sei riesig, gerade unter den älteren Menschen. "Denn es gibt in der Innenstadt kein weiteres ausschließlich gutbürgerlich geprägtes Restaurant in dieser Größenordnung und mit dieser Tradition", so Gust weiter. 1911 war der ursprüngliche Ratskeller eröffnet worden.

Weil dort aber Brandschutzmängel vorlagen und die Behebung dieser länger als ein Jahr dauern soll, hatte Gust sich entschlossen, ein anderes Lokal zu beziehen. Er entschied sich für das einst als "Mama Joes" genutzte, anschließend leerstehende Untergeschoss der früheren Landeszentralbank. 750.000 Euro investierte der Gastronom nach eigenen Angaben in den Umbau. Das historische Ambiente des Ratskellers hat Gust beim Ausbau der neuen Ratsstube zum Vorbild genommen. So wurde die charakteristische Gewölbedecke in ihrer grafischen Gestaltung komplett übernommen.

"Zwar haben wir die Fresken nicht an ein neues Gewölbe malen können", so Dirk Gust. "Denn in den jetzigen Räumen gibt es diese Deckengestaltung nicht. Dafür haben wir die Wandmalerei abfotografiert und mittels aufwendiger Technologie auf Stoffplanen drucken lassen." Diese Textilien wurden in Oberlichtern eingespannt und nun indirekt beleuchtet. Die Herausforderung im 1200 Quadratmeter großen Restaurant am Johannisplatz bestand in dessen Aufteilung. "Wie in einer Bahnhofshalle gab es keine richtige Atmosphäre hier", erinnerte sich Dirk Gust an die Übernahme. Man habe also Decken abgehangen, Bögen eingesetzt, Bodenpodeste gebaut und teils Raumteiler aus Holz vom Ratskeller in die Ratsstube transferiert. "Alle Wände und der Tresen sind in furnierter Eiche gestaltet. So haben wir gemütliche Nischen geschaffen."

Ein anderer Raum kann für Reisegruppen bis zu 60 Personen gebucht werden. Eine Nische wird zudem zur Weberstube umgebaut. Diese soll an den langjährigen Chemnitzer Türmer Stefan Weber erinnern. "Da sind wir aber derzeit noch an der finalen Gestaltung", so Dirk Gust.

Bewertung des Artikels: Ø 3.9 Sterne bei 8 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 11
    0
    Interessierte
    03.09.2019

    Da wünsche ich mal viel Glück , hoffentlich klappt es jetzt endlich einmal und der Vermieter kommt zu seinen regelmäßigen Mieteinnahmen ...
    Und eine schöne Aussicht hat , wenn man aus dem Fenster schaut , kann man das Baugeschehen von Woche zu Woche beobachten ...



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...