Die Rathaus-Pläne für Straßen und Gebäude in Oberfrohna

In Entwicklungskonzepten werden Pläne für die Kernstadt skizziert. 3. und letzter Teil: Oberfrohna

Limbach-Oberfrohna.

Industriebrachen, ungepflegte Grünanlagen, Straßen mit Schlaglöchern: An mehreren Orten vermittelt das Stadtbild in Limbach-Oberfrohna keinen guten Eindruck. Das Rathaus hat nun gemeinsam mit Planungsbüros Perspektiven für den Stadtumbau entwickelt, die mithilfe von Fördergeld in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Der Stadtrat hat drei Entwicklungskonzepte für die Kernstadt beschlossen. Die "Freie Presse" stellt die wichtigsten Vorhaben in einer Serie vor. Heute: das Gebiet zwischen Lindenstraße und der Straße Am Jahnhaus.

Wohn- und Industriegebäude: Der Wohnungsleerstand im Entwicklungsgebiet Oberfrohna ist mit knapp sechs Prozent vergleichsweise gering, der Leerstand in Gewerbeobjekten liegt mit 16 Prozent deutlich höher. Drei Objekte haben die Autoren des Konzepts als größte Schandflecke ausgemacht: Erstens das Gebäude Wolkenburger Straße 1 mit Wohnhaus und Anbauten. Wegen seiner Lage an der Ecke Frohnbachstraße direkt gegenüber vom Diska-Einkaufsmarkt stelle es "einen erheblichen Mangel im Ortsbild" dar. Das Wohnhaus müsse saniert, die Nebengebäude abgerissen werden. Zweitens das dreigeschossige Wohngebäude Karlstraße 19. Der Gründerzeit-Bau sei prägend für den Straßenzug und müsse nach langjährigem Leerstand modernisiert werden. Den Angaben zufolge hat sich bereits ein Investor für dieses Projekt gefunden. Drittens das Wohngebäude Frohnbachstraße 53 samt Gewerbe-Anbau, das sich direkt neben der Gerhart-Hauptmann-Schule befindet und von zunehmendem Verfall geprägt ist. Auch in diesem Fall wird eine umfangreiche Sanierung empfohlen. Bei allen drei Immobilien sind die Einflussmöglichkeiten der Stadtverwaltung allerdings begrenzt, weil sich die Objekte in Privatbesitz befinden.

Außerdem sprechen sich die Autoren dafür aus, mehrere marode Wohngebäude an der Frohnbach- und Karlstraße zu modernisieren. Auch Industriebrachen befinden sich im Blick der Planer: Handlungsbedarf bestehe bei den Komplexen Frohnbachstraße 33 (ehemaliger VEB Polychemie), Karlstraße 6 (Handschuhfabrik Carl Götze) und Karlstraße 10 (VEB Feinwäsche "Bruno Freitag").

Schule und Kita: An der Gerhart-Hauptmann-Schule lässt sich schlecht parken. Der Parkplatz zwischen Schule und Sportplatz ist unbefestigt und nur über den unsanierten Oberen Gutsweg zu erreichen. Das Planungsbüro spricht sich deshalb dafür aus, weitere Parkflächen zu schaffen. Diese könnten auf der anderen Seite der Frohnbachstraße entstehen. Dort, an der Ecke Straße des Friedens, hat die Stadt eine Brachfläche gekauft. Dort ist genug Platz für Stellplätze einerseits und einen Spielplatz andererseits. Denn öffentliche Spielmöglichkeiten für Kinder fehlen in Oberfrohna bislang. Vorteil des Standortes: Auch die Kinder der benachbarten Kita Heinrichstraße könnten den Spielplatz nutzen. Für das Kita-Gebäude selbst wird eine bessere Wärmedämmung empfohlen, um Energiekosten zu sparen.

Verkehrsflächen: In Oberfrohna gibt es viele Straßen, die für Anwohner und Autofahrer ein Ärgernis darstellen. Schröder- und Lindenstraße weisen Unebenheiten, Schlaglöcher sowie teilweise Kopfsteinpflaster auf und sollen 2019 ausgebaut werden. Die Autoren des Entwicklungskonzepts empfehlen, dabei auch an die Bedürfnisse von Radfahrern zu denken. Der Zustand der Willy-Böhme-Straße ist ähnlich. Wenn Autos über das Kopfsteinpflaster fahren, verursache das viel Lärm im Wohngebiet, so das Planungsbüro. Deshalb soll auch diese Straße möglichst schnell saniert werden.

Handlungsbedarf sehen die Autoren außerdem auf der Industriestraße, dem Promenadenweg, dem Oberen Gutsweg und der Straße Am Jahnhaus. Auf der Industrie- und der Bauhofstraße stehen vor allem die Fußwege im Fokus: Sie stellen wegen ihres schlechten Zustands eine potenzielle Gefahr besonders für ältere Menschen dar. Auch an der Einmündung der Hainstraße in die Straße des Friedens haben es Fußgänger schwer: Der Kreuzungsbereich ist ungewöhnlich groß, Querungshilfen fehlen. Es wird empfohlen, die Verkehrswege auf der Kreuzung neu zu ordnen und ein Teil davon in eine Grünfläche umzuwandeln.

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